Was hier gearbeitet wird
Der größte Block dieses Feldes sind die steuerberatenden Berufe. Ein Steuerfachangestellter bucht laufende Geschäftsvorfälle, erstellt Lohn- und Finanzbuchhaltungen, bereitet Jahresabschlüsse vor und korrespondiert mit dem Finanzamt; ein Steuerberater verantwortet Abschlüsse und Erklärungen, berät zu Gestaltung und vertritt Mandanten im Einspruchsverfahren.
Daneben stehen Finanz- und Bilanzbuchhaltung in Unternehmen, Controlling mit Planung, Abweichungsanalyse und Berichtswesen, die Bankberufe von der Baufinanzierung bis zum Firmenkundengeschäft sowie Versicherung, interne Revision und Treasury.
Die Arbeit ist stark durch Termine geprägt: Monatsabschluss, Quartalsmeldungen, Jahresabschluss, Fristen der Finanzverwaltung. Wer Ordnung mag und Zahlen nicht als Nebensache betrachtet, ist hier richtig; wer improvisieren will, weniger.
Der Weg hinein
Der übliche Einstieg ist die dreijährige Ausbildung – Steuerfachangestellte, Bankkaufleute, Industriekaufleute mit Schwerpunkt Rechnungswesen. Darauf setzen die Fortbildungen auf: Bilanzbuchhalter, Steuerfachwirt, Controller. Das Steuerberaterexamen verlangt je nach Vorbildung ein Studium oder mehrjährige Praxis und gilt als eine der anspruchsvollsten Prüfungen im wirtschaftsnahen Bereich.
Ein Studium der Betriebswirtschaft oder Wirtschaftswissenschaften führt eher in Controlling, Treasury und Konzernrechnungswesen. Ein Quereinstieg ohne kaufmännische Grundlage ist möglich, aber selten und dann fast immer in der Buchhaltung mit begleitender Qualifizierung – Steuerrecht und Bilanzierung lassen sich nicht nebenbei mitnehmen.
Wie die Arbeit aussieht
Bildschirmarbeit, überwiegend im Büro, mit einem der höchsten Homeoffice-Anteile dieses Portals; die Kennzahl darüber weist ihn aus. Das ist eine belastbare Auskunft: Die Arbeit lässt sich verlagern, weil sie an Daten und nicht an Orten hängt.
Der Preis sind Belastungsspitzen zu festen Zeiten. In Kanzleien ist die Zeit vor den Abgabefristen dicht, im Unternehmen die ersten Arbeitstage des Monats und die Wochen des Jahresabschlusses. Überstunden sind in diesen Phasen üblich; wie sie ausgeglichen werden, gehört ins Einstellungsgespräch. Teilzeit ist verbreiteter als in vielen anderen kaufmännischen Feldern, und in Kanzleien gehört die Fortbildung zum Alltag, weil sich das Steuerrecht laufend ändert.
Was der Bestand zeigt
Die Berufstabelle über diesem Text wird von den steuerberatenden Berufen angeführt, mit deutlichem Abstand vor Buchhaltung und Controlling. Der Anteil der Festanstellungen ist hoch, Befristungen sind selten. Die Standorte liegen erwartbar in den größeren Städten, allerdings breiter gestreut als in der IT, weil Kanzleien überall gebraucht werden.
Vor der Bewerbung
Nennen Sie die Software, mit der Sie gearbeitet haben, und die Größenordnung der Mandate oder Buchungskreise – das ist die Angabe, an der in diesem Feld gelesen wird. Ein Zwischenzeugnis aus einer Kanzlei sagt viel; wie man es liest, steht in Arbeitszeugnis verstehen. Für die Frage nach dem Gehalt, die hier früh kommt, hilft Gehalt verhandeln.
Fragen Sie in Kanzleien zusätzlich nach der Mandatsstruktur und nach der Zahl der Mandate je Mitarbeiter. Das ist die Kennzahl, an der sich die Arbeitsbelastung ablesen lässt – deutlicher als am Gehalt und deutlicher als an der Beschreibung des Betriebsklimas in der Ausschreibung.