Finanzbuchhalter
Finanzbuchhalter erfassen und prüfen alle Geschäftsvorfälle eines Unternehmens, führen die Konten und erstellen Monats- und Jahresabschlüsse. Sie sorgen dafür, dass die Zahlen des Betriebs den handels- und steuerrechtlichen Vorgaben entsprechen.
105 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Finanzbuchhalter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.100 € | 3.600 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.800 € | 4.500 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.800 € | 6.000 € | 57.600 € |
Entscheidend sind Betriebsgröße, Branche und Qualifikation: Wer den geprüften Bilanzbuchhalter hat und Abschlüsse eigenverantwortlich erstellt, liegt deutlich über einem reinen Kreditorenbuchhalter. In tarifgebundenen Betrieben, etwa nach den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie, der Chemieindustrie oder im öffentlichen Dienst nach TVöD, sind die Spannen enger und die Einstiegswerte häufig höher als bei kleinen Kanzleien und Handelsbetrieben.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Finanzbuchhalter?
Finanzbuchhalter halten fest, was im Unternehmen finanziell passiert. Eingangsrechnungen werden geprüft, kontiert und gebucht, Ausgangsrechnungen erfasst, Bankkonten abgestimmt, Kassenbelege verarbeitet. Dazu kommen die laufende Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung, das Mahnwesen, die Abstimmung offener Posten und die Vorbereitung von Zahlungsläufen. Monatlich stehen die Umsatzsteuervoranmeldung und der Monatsabschluss an, jährlich der Jahresabschluss mit Rückstellungen, Abgrenzungen, Anlagenbewertung und Inventurbuchungen.
Gearbeitet wird fast durchgehend in einem Buchhaltungsprogramm, meist DATEV, SAP, Sage oder einer branchenspezifischen Lösung, dazu intensiv mit Excel. Ein großer Teil des Alltags besteht aus Klärung: Belege fehlen, Rechnungen stimmen nicht mit Bestellungen überein, Zahlungen lassen sich keiner Forderung zuordnen. Wer den Beruf ausübt, telefoniert und schreibt viel mit Kollegen aus dem Einkauf, dem Vertrieb, mit Kunden, Lieferanten, dem Steuerberater und bei Prüfungen mit dem Finanzamt oder dem Wirtschaftsprüfer.
Wie wird man Finanzbuchhalter?
Der klassische Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann, Kaufmann für Büromanagement oder Steuerfachangestellter, und danach über Praxis in der Buchhaltung. Darauf setzt häufig eine Weiterbildung zum Finanzbuchhalter oder Bilanzbuchhalter bei einer Industrie- und Handelskammer auf, die berufsbegleitend mehrere Monate bis zwei Jahre dauert. Auch Absolventen betriebswirtschaftlicher Studiengänge mit Schwerpunkt Rechnungswesen steigen ein. Der Quereinstieg ist möglich, wenn Grundkenntnisse in der doppelten Buchführung vorliegen und ein Betrieb bereit ist, einzuarbeiten; ohne Nachweis über Buchführungswissen bleibt es allerdings schwierig.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist stark termingebunden. Zum Monats-, Quartals- und Jahresende entstehen Belastungsspitzen, in denen Überstunden die Regel sind, während zwischendurch ruhigere Phasen liegen. Fehler fallen auf und haben Folgen, deshalb braucht es Sorgfalt und die Bereitschaft, eine Differenz von wenigen Cent so lange zu verfolgen, bis sie erklärt ist. Steuer- und Bilanzrecht ändern sich laufend, Fortbildung gehört dazu.
Der Beruf ist Bildschirmarbeit im Sitzen, körperlich anspruchslos, aber monoton, wenn viel Massenbeleg gebucht wird. Wer ständigen Kontakt mit Menschen oder wechselnde Aufgaben braucht, wird damit wenig glücklich. In kleinen Betrieben liegt die gesamte Buchhaltung oft auf einer Person, was Verantwortung und Vertretungsprobleme mitbringt; in Konzernen ist die Arbeit auf Teilbereiche zugeschnitten und dadurch enger.
Aussichten
Buchhalter werden branchenübergreifend gesucht, in Unternehmen jeder Größe, in Steuerbüros und bei Buchhaltungsdienstleistern. Einfache Erfassungstätigkeiten schrumpfen durch Belegerkennung und automatisierte Schnittstellen deutlich, gefragt sind dafür Kenntnisse in Prozessen, Systemen und Abschlusserstellung. Wer sich zum Bilanzbuchhalter weiterbildet, übernimmt Jahresabschlüsse eigenverantwortlich und verdient klar mehr. Weitere Wege führen in die Leitung der Buchhaltung, ins Controlling, in die Konzernkonsolidierung, in die Lohnbuchhaltung oder in die Beratung bei Systemeinführungen. Teilzeit und Homeoffice sind in diesem Beruf verbreiteter als in vielen anderen.
Aufgaben
- Eingangs- und Ausgangsrechnungen kontieren und buchen
- Debitoren- und Kreditorenkonten führen und offene Posten abstimmen
- Bank-, Kassen- und Kreditkartenbelege verarbeiten
- Umsatzsteuervoranmeldungen erstellen und melden
- Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse vorbereiten oder erstellen
- Anlagenbuchhaltung und Abschreibungen pflegen
- Mahnwesen und Zahlungsverkehr bearbeiten
- Unterlagen für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Betriebsprüfungen zusammenstellen
Voraussetzungen
- kaufmännische Ausbildung oder betriebswirtschaftliches Studium, alternativ nachgewiesene Buchhaltungskenntnisse
- sichere Beherrschung der doppelten Buchführung
- Grundwissen in Umsatzsteuer- und Handelsrecht
- Erfahrung mit Buchhaltungssoftware wie DATEV oder SAP und mit Excel
- Genauigkeit, Zahlenverständnis und Ausdauer bei Klärfällen
- Verschwiegenheit im Umgang mit vertraulichen Daten
Wo man arbeitet
- Buchhaltungsabteilungen von Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen
- Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien
- externe Buchhaltungs- und Outsourcing-Dienstleister
- Shared-Service-Center von Konzernen
- öffentliche Verwaltung, Vereine und Verbände
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann oder Steuerfachangestellter, gefolgt von einigen Jahren Praxis in der Buchhaltung. Darauf baut die berufsbegleitende IHK-Weiterbildung zum Finanzbuchhalter oder zum geprüften Bilanzbuchhalter auf, die je nach Modell sechs Monate bis zwei Jahre dauert und mit einer Prüfung abschließt. Auch ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Rechnungswesen führt in den Beruf.
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