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Controller

Controller planen Budgets, überwachen Kosten und Erlöse und liefern der Geschäftsführung die Zahlen, auf denen Entscheidungen beruhen. Der Beruf verbindet Rechnungswesen mit Analyse und Berichtswesen.

92 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Controller verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 4.000 € 4.800 € 48.000 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 5.400 € 6.500 € 64.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.500 € 11.000 € 90.000 €

Entscheidend sind Unternehmensgröße und Branche: Konzerne in Chemie, Pharma, Automobil oder Finanzdienstleistung zahlen deutlich über dem Mittelstand, und in tarifgebundenen Betrieben richtet sich die Vergütung nach den Metall- und Elektro- oder Chemietarifverträgen. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD mit engeren Spannen und niedrigeren Spitzenwerten, Boni von zehn bis zwanzig Prozent sind vor allem in der Privatwirtschaft verbreitet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Controller?

Controlling ist die Zahlenversorgung eines Unternehmens. Controller sammeln Daten aus der Finanzbuchhaltung, der Produktion, dem Vertrieb und dem Personalbereich, prüfen sie auf Plausibilität und verdichten sie zu Berichten. Ein typischer Monatsabschluss bedeutet: Ist-Zahlen aus dem ERP-System ziehen, mit dem Plan vergleichen, Abweichungen erklären, mit den verantwortlichen Abteilungsleitern sprechen und den Bericht so aufbereiten, dass die Geschäftsführung ihn in zwanzig Minuten versteht.

Dazu kommen Planung und Kalkulation. Controller koordinieren die Jahresplanung, rechnen Investitionsvorhaben durch, kalkulieren Produkt- und Projektkosten und erstellen Hochrechnungen für das laufende Jahr. Je nach Ausrichtung liegt der Schwerpunkt im Vertriebscontrolling, im Produktions- oder Werkscontrolling, im Projektcontrolling oder im Beteiligungscontrolling eines Konzerns. Ein großer Teil der Arbeitszeit geht für Excel, Datenbankabfragen und Berichtswerkzeuge wie SAP, Power BI oder LucaNet drauf. Wer glaubt, Controlling sei überwiegend Beratung, unterschätzt den Aufwand für Datenpflege und Abstimmung.

Wie wird man Controller?

Der übliche Weg führt über ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, der Wirtschaftswissenschaften oder des Wirtschaftsingenieurwesens, gern mit Schwerpunkt Controlling, Finanzen oder Rechnungswesen. Bachelor genügt für den Einstieg, ein Master hilft bei Konzernen und in strukturierten Traineeprogrammen.

Es gibt einen zweiten, unterschätzten Weg: eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann oder Steuerfachangestellter, dann Berufserfahrung in der Buchhaltung und darauf aufbauend eine Weiterbildung zum Controller an einer Kammer oder bei der Controller Akademie oder ein Abschluss als Bilanzbuchhalter. Dieser Weg dauert länger, führt aber verlässlich in operative Controllingstellen im Mittelstand. Quereinsteiger aus der Buchhaltung, der Wirtschaftsprüfung oder aus datennahen Tätigkeiten haben gute Chancen, wenn sie Bilanzverständnis und Systemkenntnisse nachweisen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist an Termine gebunden, und diese Termine wiederholen sich unerbittlich. In den Tagen des Monats-, Quartals- oder Jahresabschlusses sowie in der Planungsphase im Herbst sind Überstunden die Regel. Dazwischen ist es ruhiger. Wer schlecht mit wiederkehrenden Fristen umgehen kann, hat es schwer.

Controlling ist außerdem eine Rolle mit Reibung. Controller müssen Zahlen vertreten, die anderen nicht gefallen, Abweichungen benennen und Auskunft verlangen, ohne formale Weisungsbefugnis zu haben. Das erfordert Standfestigkeit und die Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte einfach zu erklären. Genauigkeit ist Pflicht: ein Vorzeichenfehler in einer Vorlage für den Aufsichtsrat wird lange erinnert. Die Tätigkeit ist überwiegend sitzend am Bildschirm, körperliche Belastungen gibt es kaum, dafür viel Bildschirmzeit.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil. Nahezu jedes Unternehmen ab mittlerer Größe braucht Controlling, und offene Stellen bleiben oft mehrere Monate unbesetzt. Routinearbeiten wie das Zusammenkopieren von Berichten verschwinden durch Automatisierung, dafür wächst der Bedarf an Leuten, die Datenmodelle bauen und Ergebnisse interpretieren können. Kenntnisse in SQL, Power BI oder SAP Analytics sind inzwischen ein handfester Vorteil.

Entwicklungswege führen zur Fachspezialisierung, zur Leitung eines Controllingbereichs, in die kaufmännische Leitung oder in die Funktion des Finanzvorstands. Auch der Wechsel in Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfung oder Treasury ist üblich. Wer international arbeiten will, braucht verhandlungssicheres Englisch und IFRS-Kenntnisse.

Aufgaben

  • Monats-, Quartals- und Jahresberichte erstellen
  • Plan-Ist-Abweichungen analysieren und erklären
  • Budgetplanung und Forecasts koordinieren
  • Produkt-, Projekt- und Deckungsbeitragskalkulationen rechnen
  • Kennzahlen und Berichtsstrukturen aufbauen und pflegen
  • Investitionsrechnungen und Wirtschaftlichkeitsanalysen erstellen
  • Fachabteilungen und Geschäftsführung bei Entscheidungen beraten
  • An der Weiterentwicklung von ERP- und BI-Systemen mitarbeiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes wirtschaftswissenschaftliches Studium oder kaufmännische Ausbildung mit Controlling-Weiterbildung
  • Sicheres Verständnis von Bilanz, GuV und Kostenrechnung
  • Sehr gute Excel-Kenntnisse, Erfahrung mit ERP- und Berichtssystemen
  • Analytisches Denken und hohe Genauigkeit
  • Fähigkeit, Zahlen verständlich zu präsentieren und gegenüber Fachbereichen zu vertreten
  • Belastbarkeit in Abschluss- und Planungsphasen
  • Englischkenntnisse bei international tätigen Unternehmen

Wo man arbeitet

  • Industrieunternehmen und Produktionsbetriebe
  • Handels- und Dienstleistungskonzerne
  • Mittelständische Unternehmen aller Branchen
  • Banken, Versicherungen und Beratungsgesellschaften
  • Krankenhäuser, Hochschulen und öffentliche Verwaltungen
  • Shared-Service-Center von Konzernen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein drei- bis vierjähriges Bachelorstudium in Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Controlling oder Finanzen, oft ergänzt durch einen Master. Alternativ führt eine dreijährige kaufmännische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Controller oder Bilanzbuchhalter in den Beruf; diese Variante setzt einige Jahre Praxis im Rechnungswesen voraus.

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