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Business Analyst

Business Analysten untersuchen Geschäftsprozesse, erheben Anforderungen von Fachabteilungen und übersetzen sie in Vorgaben für IT-Systeme oder Projekte. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Fachbereich und Technik.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Business Analyst verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.200 € 5.000 € 50.400 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.700 € 7.000 € 68.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.200 € 7.500 € 10.000 € 90.000 €

Am stärksten wirken Branche und Region: Banken, Versicherungen und Beratungen im Rhein-Main-Gebiet oder in München zahlen deutlich mehr als Mittelstand oder öffentlicher Dienst, der nach TVöD oder TV-L eingruppiert und dort meist bei E 11 bis E 13 liegt. In der Beratung kommen variable Bonusanteile hinzu.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Business Analyst?

Business Analysten klären, was ein Unternehmen braucht, bevor etwas gebaut oder geändert wird. Sie führen Interviews und Workshops mit Fachabteilungen, zeichnen bestehende Abläufe auf, finden Brüche und Doppelarbeit und formulieren daraus Anforderungen. Diese Anforderungen landen in Lastenheften, User Stories, Prozessmodellen in BPMN oder Datenflussdiagrammen. Im Projektverlauf begleiten sie die Umsetzung: Sie beantworten Rückfragen der Entwickler, priorisieren gemeinsam mit dem Product Owner, prüfen Testfälle und dokumentieren, was am Ende tatsächlich geliefert wurde.

Ein großer Teil der Arbeit ist Analyse von Daten und Zahlen. Wer wie viele Vorgänge in welcher Zeit bearbeitet, wo Kosten entstehen, welche Kennzahlen sich nach einer Umstellung verändern - das wird mit Excel, SQL-Abfragen oder BI-Werkzeugen wie Power BI und Tableau ausgewertet und in Präsentationen für Entscheider verdichtet. Der andere große Teil ist Kommunikation: übersetzen, nachfragen, vermitteln, wenn Fachbereich und IT unterschiedliche Vorstellungen haben.

Wie wird man Business Analyst?

Der übliche Weg ist ein Studium in Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft, Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Mathematik. Ein Bachelor genügt für den Einstieg, häufig über Trainee-Programme in Banken, Versicherungen, Konzernen oder über Beratungshäuser. Auch Quereinstiege sind verbreitet: Wer jahrelang in einer Fachabteilung gearbeitet hat und das Geschäft genau kennt, wechselt oft intern in die Analyse. Aus der Softwareentwicklung oder dem Controlling führt ebenfalls ein Weg hinein.

Eine geschützte Berufsbezeichnung gibt es nicht, dafür anerkannte Zertifikate: die Stufen des IIBA (ECBA, CCBA, CBAP), IREB Certified Professional for Requirements Engineering, dazu Scrum- und Projektmanagementzertifikate. Sie ersetzen keine Erfahrung, helfen aber bei Bewerbungen und in der Beratung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit mit vielen Terminen, Homeoffice ist in vielen Unternehmen möglich. Belastend ist weniger die Körperarbeit als der Druck aus zwei Richtungen: Der Fachbereich will Funktionen, die IT hält sie für nicht umsetzbar, und beides muss in einen Projektplan passen. Vor Releases und Meilensteinen entstehen Mehrarbeit und Wochenendeinsätze. In der Beratung kommt Reisetätigkeit dazu, teils mit Wochenaufenthalten beim Kunden.

Schwer fällt vielen, dass viel Arbeit in Dokumenten steckt, die niemand gern liest, und dass Anforderungen sich ändern, wenn die Analyse schon abgeschlossen schien. Wer nicht bereit ist, dieselbe Frage dreimal anders zu stellen, bis eine belastbare Antwort kommt, wird unzufrieden. Verlangt werden analytisches Denken, Genauigkeit in der Formulierung, Belastbarkeit in Konflikten und gutes Englisch, weil Konzerne und Projekte häufig international arbeiten.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil hoch. Fast jede Digitalisierung, jede Einführung eines ERP- oder CRM-Systems und jede regulatorische Änderung erzeugt Analysebedarf. Banken, Versicherungen, Industrie, Handel und öffentliche Verwaltung suchen gleichermaßen. Weiterentwicklung führt zum Senior oder Lead Business Analyst, zum Product Owner, in die Projekt- oder Programmleitung, in Richtung Enterprise Architecture oder in die Data Analytics. Wer sich fachlich spezialisiert - Zahlungsverkehr, Versicherungsmathematik, Logistik, Regulatorik - ist besonders gesucht, weil Fachwissen und Methodik selten zusammenkommen.

Aufgaben

  • Anforderungen in Interviews und Workshops mit Fachabteilungen erheben
  • Geschäftsprozesse aufnehmen und in BPMN oder Ablaufdiagrammen modellieren
  • Lastenhefte, Fachkonzepte und User Stories schreiben
  • Daten mit SQL, Excel oder BI-Werkzeugen auswerten
  • Testfälle abstimmen und Abnahmetests des Fachbereichs begleiten
  • Zwischen Fachbereich, Entwicklung und Projektleitung vermitteln
  • Ergebnisse für Entscheider aufbereiten und präsentieren

Voraussetzungen

  • Studium in Wirtschaftsinformatik, BWL, Informatik oder vergleichbar, alternativ einschlägige Berufserfahrung
  • analytisches Denken und präzise schriftliche Ausdrucksfähigkeit
  • Grundkenntnisse in Datenbanken, SQL und Auswertungswerkzeugen
  • Verständnis für IT-Systeme, ohne selbst entwickeln zu müssen
  • Kommunikationsstärke und Standfestigkeit in Zielkonflikten
  • gutes Englisch in Wort und Schrift
  • Bereitschaft zu Reisen, insbesondere in der Beratung

Wo man arbeitet

  • Banken und Versicherungen
  • IT- und Managementberatungen
  • Industrie- und Handelskonzerne
  • Softwarehäuser und IT-Dienstleister
  • öffentliche Verwaltung und Behörden
  • Krankenkassen und Energieversorger

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft oder Informatik mit drei bis fünf Jahren Dauer. Der Einstieg erfolgt oft als Junior Business Analyst oder über ein Trainee-Programm. Wer aus einer Fachabteilung kommt, ergänzt die Methodik über Zertifikate wie IREB CPRE oder IIBA CCBA.

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