IT Consultant
IT-Consultants beraten Unternehmen bei der Auswahl, Einführung und Anpassung von IT-Systemen. Sie übersetzen fachliche Anforderungen in technische Lösungen und begleiten Projekte von der Analyse bis zum laufenden Betrieb.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als IT Consultant verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.200 € | 5.000 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.800 € | 5.800 € | 7.000 € | 69.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.500 € | 8.000 € | 11.000 € | 96.000 € |
Am stärksten wirken Art und Größe des Arbeitgebers: große Managementberatungen und Softwarehersteller zahlen deutlich mehr als kleine Systemhäuser, und interne IT-Abteilungen liegen dazwischen. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD oder TV-L mit engeren Spannen, ergänzt werden Beratungsgehälter oft durch Bonus- und Reisevergütungen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein IT-Consultant?
IT-Consultants arbeiten an der Schnittstelle zwischen Fachabteilungen und Technik. Am Anfang eines Projekts stehen Gespräche und Workshops: Wie läuft der Bestellprozess heute ab, welche Daten fallen wo an, was soll das neue System leisten. Daraus entstehen Anforderungsdokumente, Prozessmodelle und Aufwandsschätzungen. Anschließend folgt die Umsetzung, etwa das Konfigurieren einer ERP- oder CRM-Software, das Einrichten von Schnittstellen, das Migrieren von Altdaten, das Testen gemeinsam mit den späteren Nutzern. Viele Consultants schulen Anwender, schreiben Dokumentation und betreuen die Software nach dem Start weiter.
Je nach Schwerpunkt liegt die Arbeit näher an der Technik oder näher am Geschäftsprozess. Manche schreiben Code und Skripte, andere entwerfen Systemarchitekturen, wieder andere führen Ausschreibungen durch und moderieren Entscheidungen im Lenkungskreis. Gemeinsam ist allen der Projektcharakter: befristete Vorhaben mit Zieltermin, Budget und einem Kunden, der Ergebnisse sehen will.
Wie wird man IT-Consultant?
Der üblichste Weg ist ein Studium der Wirtschaftsinformatik, Informatik, eines Ingenieurfachs oder der Betriebswirtschaft mit IT-Schwerpunkt. Beratungshäuser stellen auch Absolventen anderer Fächer ein, wenn erkennbares technisches Interesse und Praxiserfahrung vorhanden sind. Der Einstieg erfolgt meist über Traineeprogramme oder als Junior im Team eines erfahrenen Beraters.
Ein Quereinstieg ist realistisch: Wer als Fachanwender, Administrator, Entwickler oder Projektmitarbeiter jahrelang mit einem bestimmten System gearbeitet hat, bringt genau das Wissen mit, das Beratungen verkaufen. Auch eine IT-Ausbildung mit anschließender Spezialisierung führt in den Beruf. Herstellerzertifikate, etwa von SAP, Microsoft, Salesforce oder ServiceNow, sowie Nachweise in Projektmanagement und agilen Methoden sind gängige Türöffner.
Was der Beruf verlangt
Reisen gehören für viele dazu, in klassischen Beratungen bis zu vier Tage pro Woche beim Kunden, auch wenn Remote-Arbeit den Anteil gesenkt hat. Die Arbeitszeiten richten sich nach Projektterminen; vor Go-Live-Wochenenden und Releaseterminen wird es lang. Überstunden sind in Teilen der Branche eingeplant, nicht die Ausnahme.
Schwer fällt vielen weniger die Technik als der Umgang mit Menschen: widersprüchliche Erwartungen, Fachabteilungen, die die neue Software ablehnen, Auftraggeber, die Anforderungen mitten im Projekt ändern. Man muss unangenehme Botschaften aussprechen, Aufwände verteidigen und Entscheidungen dokumentieren. Dazu kommt der Zwang, fachlich am Ball zu bleiben, weil sich Produkte und Plattformen schnell ändern. In Beratungen mit Auslastungszielen wird zudem jede Stunde auf Projekte gebucht, was Druck erzeugt.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und breit verteilt: Behörden, Mittelstand und Konzerne modernisieren Altsysteme, verlagern Anwendungen in die Cloud und müssen Vorgaben zu Datenschutz und Informationssicherheit umsetzen. Wirtschaftliche Schwächephasen führen allerdings dazu, dass Projekte verschoben werden; Beratungshäuser reagieren darauf mit vorsichtigerer Einstellung.
Entwicklungswege führen zum Senior Consultant, zur Projekt- oder Programmleitung, in die fachliche Spezialisierung als Architekt oder in eine Führungsrolle mit Vertriebsverantwortung. Viele wechseln nach einigen Jahren auf die Kundenseite, in interne IT-Abteilungen oder ins Anforderungsmanagement, wo Reisetätigkeit und Termindruck geringer sind. Selbstständigkeit als freier Berater ist bei gefragten Spezialkenntnissen ein üblicher Schritt.
Aufgaben
- Anforderungen in Workshops mit Fachabteilungen erheben
- Prozesse analysieren und Soll-Konzepte dokumentieren
- Standardsoftware konfigurieren und Schnittstellen einrichten
- Datenmigration planen und Tests mit Anwendern durchführen
- Aufwände schätzen, Angebote und Projektpläne erstellen
- Anwender schulen und Dokumentation erstellen
- Systeme nach dem Start betreuen und Störungen analysieren
- Kunden bei Auswahlentscheidungen und Ausschreibungen begleiten
Voraussetzungen
- Studium in Wirtschaftsinformatik, Informatik oder vergleichbare Qualifikation, alternativ IT-Ausbildung mit Berufserfahrung
- Kenntnisse in mindestens einer Systemwelt, etwa ERP, CRM, Cloud-Plattformen oder Datenbanken
- Sicheres Auftreten in Präsentationen und Verhandlungen
- Analytisches Denken und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären
- Deutsch und Englisch verhandlungssicher
- Reisebereitschaft und Führerschein je nach Arbeitgeber
- Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten in Projektphasen
Wo man arbeitet
- IT-Beratungs- und Systemhäuser
- Wirtschaftsprüfungs- und Managementberatungen
- Softwarehersteller mit eigener Beratungseinheit
- Interne IT-Abteilungen großer Unternehmen
- Öffentliche Verwaltung und deren IT-Dienstleister
- Selbstständige Tätigkeit als freier Berater
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Wirtschaftsinformatik, Informatik oder einem verwandten Fach mit drei bis fünf Jahren Dauer. Der Einstieg erfolgt meist als Junior Consultant oder über ein Traineeprogramm mit ein bis zwei Jahren Einarbeitung, begleitet von Herstellerzertifizierungen. Ein Quereinstieg aus einer IT-Ausbildung oder aus einer Fachrolle heraus ist mit einschlägiger Projekterfahrung möglich.
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