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Finanzen & Controlling

Steuerfachangestellter

Steuerfachangestellte erledigen in Steuerberatungskanzleien die laufende Buchhaltung, Lohnabrechnungen und Steuererklärungen für Mandanten. Sie arbeiten mit Zahlen, Fristen und Steuerrecht und sind erste Ansprechpartner für viele Mandantenfragen.

217 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Steuerfachangestellter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.500 € 4.200 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.400 € 5.500 € 52.800 €

Einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag gibt es in der Steuerberatung nicht, gezahlt wird frei verhandelt; die Kammern und der Deutsche Steuerberaterverband geben nur Orientierungswerte. Am stärksten wirken Kanzleigröße und Region: große Häuser in Ballungsräumen zahlen deutlich mehr als kleine Landkanzleien, und Zusatzqualifikationen wie Steuerfachwirt oder Fachassistent Lohn und Gehalt schlagen sich unmittelbar im Gehalt nieder.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Steuerfachangestellter?

Der Arbeitstag besteht überwiegend aus der Bearbeitung von Mandantenakten. Steuerfachangestellte buchen Eingangs- und Ausgangsrechnungen, Kontoauszüge und Kassenberichte, erstellen Umsatzsteuervoranmeldungen und melden sie über ELSTER ans Finanzamt. Sie rechnen Löhne und Gehälter ab, melden Beiträge an Krankenkassen, bearbeiten Ein- und Austritte, Krankengeldfälle und Pfändungen. Sie bereiten Jahresabschlüsse vor, erstellen Einnahmen-Überschuss-Rechnungen und stellen Einkommensteuer-, Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuererklärungen zusammen. Dazu kommt der laufende Kontakt zu Mandanten: fehlende Belege anfordern, Nachfragen des Finanzamts klären, Steuerbescheide prüfen und Fristverlängerungen beantragen. Gearbeitet wird fast durchgängig in DATEV oder vergleichbaren Programmen; ein großer Teil der Belege kommt inzwischen digital.

Die Mandanten reichen vom Handwerksbetrieb über Ärzte und Freiberufler bis zur mittelständischen GmbH. Wer in einer kleinen Kanzlei arbeitet, betreut ein festes Mandantenpaket von A bis Z. In größeren Häusern gibt es getrennte Bereiche für Finanzbuchhaltung, Lohn und Jahresabschluss.

Wie wird man Steuerfachangestellter?

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Steuerfachangestellten in einer Steuerberatungs- oder Wirtschaftsprüfungskanzlei mit Abschlussprüfung vor der Steuerberaterkammer. Eingestellt werden meist Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Abitur; auf Rechnungswesen und Mathematik wird geschaut. Verkürzung auf zweieinhalb Jahre ist bei guten Leistungen möglich. Ein Quereinstieg gelingt aus dem Rechnungswesen, etwa als Kaufmann für Büromanagement oder Industriekaufmann mit Buchhaltungserfahrung, häufig verbunden mit Weiterbildungen zum Finanz- oder Lohnbuchhalter. Wer aus einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium kommt, wird in Kanzleien ebenfalls genommen, oft mit dem Ziel Steuerberaterprüfung.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist Bürotätigkeit am Bildschirm, körperlich unbelastend, aber stark von Fristen getrieben. Die Zeit vor den Voranmeldungsterminen, dem Jahresabschluss und den Abgabefristen für Steuererklärungen bringt Überstunden; in der Lohnabrechnung ist der Monatswechsel jedes Mal ein Engpass. Steuerrecht ändert sich laufend, Fortbildung gehört dauerhaft dazu und findet oft nach Feierabend statt. Genauigkeit ist Pflicht: Buchungsfehler und versäumte Fristen kosten Mandanten Geld. Belastend empfinden viele den Mandantenkontakt, wenn Unterlagen chronisch zu spät kommen oder Nachfragen unter Zeitdruck geklärt werden müssen. Vergütet wird in kleinen Kanzleien häufig unter dem Niveau der Industrie, dafür sind die Arbeitszeiten außerhalb der Spitzen meist planbar und Teilzeit gut möglich.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Kanzleien finden seit Jahren zu wenig Fachkräfte, besonders in der Lohnabrechnung; wer den Abschluss hat, hat praktisch freie Auswahl beim Arbeitgeber und kann Bedingungen mitverhandeln. Digitalisierung nimmt einfache Buchungsarbeit ab, verlagert die Tätigkeit aber in Richtung Prüfung, Beratung und Prozessbetreuung statt sie abzuschaffen. Entwicklungswege führen über den Steuerfachwirt, den Bilanzbuchhalter oder den Fachassistenten Lohn und Gehalt bis zur Steuerberaterprüfung, für die nach der Ausbildung mehrere Jahre Praxis nachzuweisen sind. Auch der Wechsel in die Buchhaltung oder Steuerabteilung eines Unternehmens ist ein gängiger Schritt und dort meist besser bezahlt.

Aufgaben

  • Finanzbuchhaltungen für Mandanten laufend erfassen und abstimmen
  • Umsatzsteuervoranmeldungen erstellen und elektronisch übermitteln
  • Lohn- und Gehaltsabrechnungen einschließlich Meldungen an Sozialversicherungsträger
  • Einkommensteuer-, Gewerbesteuer- und Körperschaftsteuererklärungen vorbereiten
  • Jahresabschlüsse und Einnahmen-Überschuss-Rechnungen aufstellen
  • Steuerbescheide prüfen und Einspruchsfristen überwachen
  • Mandanten zu Belegen, Fristen und Rückfragen des Finanzamts betreuen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Steuerfachangestellter oder vergleichbare kaufmännische Qualifikation mit Buchhaltungspraxis
  • sicherer Umgang mit Zahlen und Grundkenntnisse im Steuer- und Sozialversicherungsrecht
  • Kenntnisse in DATEV oder einer vergleichbaren Kanzleisoftware
  • sorgfältige, fristbewusste Arbeitsweise
  • Bereitschaft zu ständiger Fortbildung bei Rechtsänderungen
  • Verschwiegenheit im Umgang mit Mandantendaten

Wo man arbeitet

  • Steuerberatungskanzleien
  • Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
  • Buchhaltungs- und Lohnbüros
  • Steuer- und Rechnungswesenabteilungen von Unternehmen
  • Genossenschaftliche Prüfungsverbände

Der Weg in den Beruf

Der Standardweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Steuerfachangestellten in einer Kanzlei mit Berufsschule und Abschlussprüfung vor der Steuerberaterkammer. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich. Danach führen Weiterbildungen zum Steuerfachwirt, Bilanzbuchhalter oder Fachassistenten Lohn und Gehalt weiter, mit ausreichender Berufspraxis auch zur Steuerberaterprüfung.

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