Zum Inhalt springen
Personal & Recruiting

Lohnbuchhalter

Lohnbuchhalter rechnen Gehälter und Löhne ab, führen Lohnkonten und melden Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer an die zuständigen Stellen. Sie arbeiten in Unternehmen jeder Größe, in Steuerbüros oder bei externen Abrechnungsdienstleistern.

25 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Lohnbuchhalter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 3.000 € 3.400 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.600 € 5.800 € 55.200 €

Am stärksten hängt das Gehalt von Branche und Betriebsgröße ab: Industrie, Banken und große Konzerne mit Tarifbindung zahlen deutlich mehr als kleine Steuerkanzleien. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach dem TVöD, meist in den Entgeltgruppen 8 bis 9b; Erfahrung mit komplexer Entsendungs- oder Tarifabrechnung und mit SAP HCM wirkt sich spürbar aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Lohnbuchhalter?

Jeden Monat müssen die Gehälter aller Beschäftigten korrekt berechnet, ausgezahlt und gemeldet werden. Genau das ist die Aufgabe von Lohnbuchhaltern. Sie erfassen Stammdaten neuer Mitarbeitender, pflegen Steuerklassen, Kinderfreibeträge, Krankenkassenzugehörigkeit und Sozialversicherungsmerkmale. Sie rechnen Überstunden, Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit, Sachbezüge wie Firmenwagen oder Jobticket, Dienstwagenversteuerung, betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen und Pfändungen ab.

Dazu kommen Sonderfälle, die den größten Teil der Denkarbeit ausmachen: Krankengeldzuschüsse, Mutterschutz und Elternzeit, Kurzarbeit, Altersteilzeit, Minijobs, Werkstudenten, Auslandsentsendungen. Nach dem Abrechnungslauf gehen die Beitragsnachweise an die Krankenkassen, die Lohnsteueranmeldung ans Finanzamt, die Meldungen an die Unfallversicherung und die Rentenversicherung. Lohnbuchhalter erstellen Bescheinigungen für Behörden, beantworten Fragen von Beschäftigten zur Abrechnung und begleiten Betriebsprüfungen der Deutschen Rentenversicherung und Lohnsteuerprüfungen.

Wie wird man Lohnbuchhalter?

Es gibt keinen eigenen Ausbildungsberuf. Der klassische Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, meist als Steuerfachangestellter, Kaufmann für Büromanagement oder Industriekaufmann, und danach über eine Weiterbildung zur Lohn- und Gehaltsbuchhaltung. Diese Lehrgänge dauern je nach Anbieter wenige Monate in Teilzeit und schließen mit einem Zertifikat ab, etwa als Fachkraft für Lohn und Gehalt oder als geprüfter Lohnbuchhalter. Wer aus dem Personalbereich kommt, steigt häufig über eine Sachbearbeiterstelle ein und lernt die Abrechnung im Betrieb. Ein Quereinstieg ist realistisch, verlangt aber Bereitschaft, sich in Sozialversicherungs- und Lohnsteuerrecht einzuarbeiten. Praktisch unverzichtbar ist Sicherheit in einem Abrechnungsprogramm, in Deutschland meist DATEV Lodas oder Lohn und Gehalt, SAP HCM oder Sage.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist stark vom Monatsrhythmus geprägt. In der Abrechnungswoche kommt es zu Spitzen mit Termindruck, weil Meldefristen gesetzlich feststehen und nicht verschoben werden können. Fehler wirken sich unmittelbar auf das Geld anderer Menschen aus und werden bemerkt, das erzeugt Verantwortungsdruck. Wer keine Freude an Detailgenauigkeit und Regelwerken hat, wird hier unglücklich.

Das Rechtsgebiet ändert sich laufend. Beitragssätze, Sachbezugswerte, Freigrenzen und Meldeverfahren werden jährlich angepasst, teils auch mitten im Jahr. Ständige Fortbildung gehört dazu, meist auf eigene Initiative. Ansonsten ist der Beruf körperlich leicht, überwiegend Bildschirmarbeit, in vielen Betrieben teilweise im Homeoffice möglich. Diskretion ist Pflicht, denn Gehaltsdaten sind sensibel, was gelegentlich Konflikte mit neugierigen Kollegen oder Vorgesetzten bedeutet.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in Steuerkanzleien sowie bei Abrechnungsdienstleistern hoch, weil erfahrene Kräfte knapp sind. Abrechnungssoftware automatisiert Routineläufe, die Beurteilung von Sonderfällen und die Haftungsverantwortung bleiben aber bei Menschen. Entwicklungswege führen in die Leitung einer Abrechnungsabteilung, in die Spezialisierung auf komplexe Themen wie betriebliche Altersversorgung, internationale Entsendung oder Tarifrecht, in die Beratung oder in eine breitere Personalrolle als HR-Generalist. Mit Zusatzqualifikation ist auch der Wechsel in die Finanzbuchhaltung oder ein Abschluss als Personalfachkaufmann möglich.

Aufgaben

  • monatliche Lohn- und Gehaltsabrechnungen erstellen und prüfen
  • Personalstammdaten und Lohnkonten pflegen
  • Beitragsnachweise und Lohnsteueranmeldungen fristgerecht übermitteln
  • Sonderfälle wie Elternzeit, Krankengeldzuschuss oder Kurzarbeit abrechnen
  • Bescheinigungen für Behörden, Krankenkassen und Beschäftigte ausstellen
  • Fragen von Mitarbeitenden zu Abrechnung und Abzügen beantworten
  • Betriebsprüfungen der Rentenversicherung und Lohnsteuerprüfungen begleiten
  • Jahresabschlussarbeiten im Personalbereich vorbereiten

Voraussetzungen

  • kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Berufserfahrung
  • Kenntnisse im Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrecht
  • sicherer Umgang mit Abrechnungssoftware, meist DATEV, SAP oder Sage
  • hohe Genauigkeit und Belastbarkeit zu Monatsende
  • Verschwiegenheit im Umgang mit Gehaltsdaten
  • Bereitschaft zur laufenden Fortbildung bei Rechtsänderungen

Wo man arbeitet

  • Personalabteilungen von Unternehmen
  • Steuerberatungskanzleien
  • externe Lohnabrechnungsdienstleister
  • Verwaltungen und öffentliche Einrichtungen
  • Verbände und Wohlfahrtsorganisationen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, häufig als Steuerfachangestellter oder Kaufmann für Büromanagement. Darauf folgt eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Fachkraft für Lohn und Gehalt, die je nach Anbieter drei bis zwölf Monate dauert und mit einem Zertifikat endet. Wer schon in der Personalsachbearbeitung arbeitet, kann die Abrechnung auch im Betrieb lernen und die Qualifikation nachholen.

Offene Stellen als Lohnbuchhalter

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Finanzbuchhalter

Finanzbuchhalter erfassen und prüfen alle Geschäftsvorfälle eines Unternehmens, führen die Konten und erstellen Monats- und Jahresabschlüsse. Sie sorgen dafür, dass die Zahlen des Betriebs den handels- und steuerrechtlichen Vorgaben entsprechen.

Offene Stellen
97
Monatsbrutto
2.600 – 6.000 €

Payroll Specialist

Payroll Specialists erstellen die monatliche Lohn- und Gehaltsabrechnung für die Beschäftigten eines Unternehmens und verantworten dabei die korrekte Anwendung von Steuer-, Sozialversicherungs- und Tarifrecht.

Offene Stellen
23
Monatsbrutto
2.800 – 6.500 €

Personalreferent

Personalreferenten betreuen eine feste Gruppe von Beschäftigten in allen personalrelevanten Fragen: von der Einstellung über Verträge und Arbeitszeit bis zur Trennung. Sie sind Bindeglied zwischen Führungskräften, Belegschaft und Betriebsrat.

Offene Stellen
26
Monatsbrutto
2.900 – 7.000 €

Personalsachbearbeiter

Personalsachbearbeiter erledigen die verwaltende Seite der Personalarbeit: Arbeitsverträge, Zeiterfassung, Lohnvorbereitung, Bescheinigungen und Personalakten. Sie sind erste Ansprechperson für Beschäftigte bei Fragen zu Urlaub, Krankmeldung und Abrechnung.

Offene Stellen
50
Monatsbrutto
2.600 – 5.200 €

Steuerfachangestellter

Steuerfachangestellte erledigen in Steuerberatungskanzleien die laufende Buchhaltung, Lohnabrechnungen und Steuererklärungen für Mandanten. Sie arbeiten mit Zahlen, Fristen und Steuerrecht und sind erste Ansprechpartner für viele Mandantenfragen.

Offene Stellen
217
Monatsbrutto
2.500 – 5.500 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz