Steuerfachwirt
Steuerfachwirte erstellen Buchhaltungen, Jahresabschlüsse und Steuererklärungen für Mandanten und betreuen diese eigenverantwortlich. Der Titel ist eine Fortbildung, die auf der Ausbildung zum Steuerfachangestellten aufbaut.
70 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Steuerfachwirt verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.800 € | 4.400 € | 45.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.900 € | 4.600 € | 5.400 € | 55.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.700 € | 5.600 € | 7.000 € | 67.200 € |
In der Steuerberatung gibt es keinen flächendeckenden Tarifvertrag, die Gehälter werden frei verhandelt und schwanken stark nach Kanzleigröße und Region: Großstadtkanzleien und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zahlen deutlich mehr als kleine Landkanzleien. Wer einen eigenen Mandantenstamm profitabel betreut oder ein Team führt, liegt am oberen Rand.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Steuerfachwirt?
Steuerfachwirte arbeiten überwiegend in Steuerberatungskanzleien und betreuen dort einen eigenen Mandantenkreis: Handwerksbetriebe, Arztpraxen, Einzelhändler, GmbHs, Vermieter, Rentner. Der Alltag besteht aus laufender Finanzbuchhaltung, Lohn- und Gehaltsabrechnungen, Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschlüssen nach Handels- und Steuerrecht sowie Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärungen. Dazu kommen Prüfung von Steuerbescheiden, Einspruchsschreiben, Fristenkontrolle und Korrespondenz mit Finanzämtern.
Anders als Steuerfachangestellte arbeiten Steuerfachwirte selbstständiger und übernehmen komplexere Fälle: Betriebsprüfungen begleiten, Rechtsformfragen vorbereiten, Gestaltungen durchrechnen. Viele leiten ein kleines Team, verteilen Mandate und kontrollieren Arbeitsergebnisse, bevor der Steuerberater unterschreibt. Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Beratungsgespräch am Telefon oder im Besprechungsraum, oft mit Mandanten, die von Steuerrecht wenig verstehen und schnelle Antworten wollen.
Wie wird man Steuerfachwirt?
Der Weg beginnt mit der dreijährigen Ausbildung zum Steuerfachangestellten. Danach sind mindestens drei Jahre praktische Tätigkeit in der Steuerberatung nötig, bei Bewerbern mit kaufmännischer Ausbildung und Umstieg entsprechend länger. Erst dann ist die Prüfung zum Steuerfachwirt vor der zuständigen Steuerberaterkammer möglich. Die Vorbereitung läuft meist über Lehrgänge der Steuerberaterkammern oder privater Anbieter, berufsbegleitend über etwa ein bis zwei Jahre an Abenden und Wochenenden. Geprüft wird schriftlich in Buchführung und Bilanzwesen, Steuerrecht und Betriebswirtschaft, danach mündlich. Die Durchfallquoten sind spürbar; ohne konsequentes Lernen neben dem Vollzeitjob ist die Prüfung nicht zu bestehen. Ein Quereinstieg ohne kaufmännische Grundlage ist praktisch ausgeschlossen.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist Schreibtischarbeit am Bildschirm, körperlich unproblematisch, geistig anspruchsvoll. Steuerrecht ändert sich laufend, Fortbildung ist Pflicht und nie abgeschlossen. Wer Genauigkeit als lästig empfindet, wird unglücklich: ein vergessener Beleg oder eine versäumte Frist kostet den Mandanten Geld und die Kanzlei Vertrauen.
Die Belastung verteilt sich extrem ungleich über das Jahr. In der Abschlusssaison und vor Abgabefristen sind Überstunden in vielen Kanzleien Regel, nicht Ausnahme. Der Personalmangel in der Branche verschärft das, weil offene Stellen lange unbesetzt bleiben und Arbeit auf die Verbliebenen verteilt wird. Dafür gibt es in ruhigeren Monaten Luft, viele Kanzleien bieten Gleitzeit, Teilzeit und Homeoffice. Wer sich nicht wehrt, arbeitet dauerhaft zu viel; wer verhandelt, hat in einem Bewerbermarkt gute Karten.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Steuerberatungskanzleien suchen bundesweit qualifiziertes Personal, gute Steuerfachwirte werden abgeworben. Digitalisierung verändert die Arbeit: einfache Buchhaltung wird automatisiert, der Anteil an Prüfung, Beratung und Sonderfällen steigt. Damit fällt Routinearbeit weg, nicht der Beruf.
Typische Entwicklungswege sind die Spezialisierung auf Lohn, internationales Steuerrecht oder eine Branche, die Übernahme der Teamleitung oder Kanzleiorganisation, der Wechsel in die Steuerabteilung eines Unternehmens. Der Steuerfachwirt berechtigt außerdem zur Steuerberaterprüfung nach weiteren sieben Jahren Praxis, mit dem Titel dann auch zur eigenen Kanzlei.
Aufgaben
- laufende Finanzbuchhaltung für einen eigenen Mandantenkreis führen
- Jahresabschlüsse nach Handels- und Steuerrecht erstellen
- Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärungen anfertigen
- Lohn- und Gehaltsabrechnungen erstellen und Meldungen übermitteln
- Steuerbescheide prüfen und Einsprüche begründen
- Mandanten telefonisch und persönlich zu steuerlichen Fragen beraten
- Betriebsprüfungen des Finanzamts vorbereiten und begleiten
- Arbeitsergebnisse von Auszubildenden und Fachangestellten kontrollieren
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung zum Steuerfachangestellten oder vergleichbarer kaufmännischer Abschluss
- mehrjährige Praxis in der Steuerberatung als Zulassung zur Prüfung
- bestandene Prüfung zum Steuerfachwirt vor der Steuerberaterkammer
- sicherer Umgang mit DATEV oder vergleichbarer Kanzleisoftware
- Genauigkeit, Fristenbewusstsein und Bereitschaft zu ständiger Fortbildung
- Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte verständlich zu erklären
Wo man arbeitet
- Steuerberatungskanzleien
- Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
- Steuer- und Rechnungswesenabteilungen von Unternehmen
- Buchhaltungs- und Lohnbüros
- genossenschaftliche Prüfungsverbände
Der Weg in den Beruf
Grundlage ist die dreijährige duale Ausbildung zum Steuerfachangestellten. Nach mindestens drei Jahren Berufspraxis folgt ein berufsbegleitender Vorbereitungslehrgang von etwa ein bis zwei Jahren und die schriftliche und mündliche Prüfung vor der Steuerberaterkammer, die zum Titel Steuerfachwirt führt.
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Steuerfachwirt - Steuerfachangestellter - Bilanzbuchhalter (m/w/d)
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- 114
- Monatsbrutto
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- 2.600 – 6.000 €
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- Monatsbrutto
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