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Finanzen & Controlling

Steuerberater

Steuerberater beraten Privatpersonen und Unternehmen in steuerlichen Fragen, erstellen Jahresabschlüsse und Steuererklärungen und vertreten ihre Mandanten gegenüber Finanzämtern und Finanzgerichten. Der Zugang führt über eine anspruchsvolle Staatsprüfung mit hoher Durchfallquote.

148 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Steuerberater verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.000 € 4.800 € 6.000 € 57.600 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 6.500 € 8.500 € 78.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.000 € 9.500 € 15.000 € 114.000 €

Für Steuerberater gibt es keinen Tarifvertrag; die Bezahlung wird frei verhandelt und hängt stark von Kanzleigröße, Region und Mandatsstruktur ab. Große Beratungsgesellschaften und Industrieunternehmen zahlen deutlich mehr als kleine Landkanzleien, Partner und Kanzleiinhaber verdienen abhängig vom Gewinn und liegen nach oben offen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Steuerberater?

Der Arbeitsalltag besteht zu einem großen Teil aus der Erstellung von Jahresabschlüssen und Steuererklärungen: Bilanzen und Gewinnermittlungen für Gewerbebetriebe, Freiberufler und Kapitalgesellschaften, dazu Einkommensteuer-, Umsatzsteuer-, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärungen. Steuerberater prüfen Steuerbescheide, legen Einspruch ein, begleiten Betriebsprüfungen des Finanzamts und führen Rechtsbehelfsverfahren. Hinzu kommt echte Beratung: Rechtsformwahl bei einer Gründung, steuerliche Folgen eines Immobilienverkaufs, Unternehmensnachfolge, Umwandlungen, Gestaltung von Gesellschaftsverträgen. Viele Steuerberater betreuen außerdem Finanz- und Lohnbuchhaltung ihrer Mandanten, prüfen die Arbeit von Steuerfachangestellten und tragen die Verantwortung für das, was am Ende das Kanzleisiegel trägt. In größeren Kanzleien und Gesellschaften kommen Spezialisierungen dazu, etwa internationales Steuerrecht, Umsatzsteuer oder Verrechnungspreise.

Wie wird man Steuerberater?

Zum Steuerberaterexamen zugelassen wird, wer ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium abgeschlossen hat und danach zwei bis drei Jahre praktisch im Steuerwesen gearbeitet hat - je nach Länge des Studiums. Ohne Studium ist der Weg offen für Steuerfachwirte und geprüfte Bilanzbuchhalter, allerdings erst nach zehn Jahren Praxis. Die Prüfung besteht aus drei sechsstündigen Klausuren und einer mündlichen Prüfung; die Durchfallquote liegt seit Jahren bei etwa der Hälfte der Kandidaten. Fast alle bereiten sich über ein Jahr hinweg neben der Arbeit oder in einem Vollzeitkurs vor. Nach bestandener Prüfung folgt die Bestellung durch die Steuerberaterkammer, erst dann darf die Berufsbezeichnung geführt werden. Ein sehr verbreiteter Weg beginnt mit der Ausbildung zum Steuerfachangestellten und führt über Steuerfachwirt zum Examen.

Was der Beruf verlangt

Das Steuerrecht ändert sich laufend; Fortbildung ist Pflicht und nicht optional. Wer keine Freude daran hat, Gesetze, Verwaltungsanweisungen und Urteile zu lesen, wird unglücklich. Die Arbeit ist stark fristgetrieben: Abgabetermine für Erklärungen, Einspruchsfristen, Abschlusstermine für Banken. In der Saison sind Überstunden die Regel, in vielen Kanzleien deutliche. Fehler haben Folgen, für den Mandanten finanziell und für den Berater haftungsrechtlich. Gleichzeitig ist der Beruf ortsunabhängiger geworden, digitale Belegverarbeitung und Homeoffice sind in vielen Kanzleien üblich. Wer Mandate selbst führt, braucht Geduld mit Menschen, die ihre Unterlagen unsortiert und spät abgeben, und die Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte einfach zu erklären.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Viele Kanzleien finden kein Personal, ein erheblicher Teil der Inhaber steht vor dem Ruhestand, ohne Nachfolger zu haben. Wer das Examen geschafft hat, kann in der Regel wählen: angestellt in einer kleinen Kanzlei, in einer der großen Prüfungs- und Beratungsgesellschaften, in der Steuerabteilung eines Unternehmens oder als Partner mit eigenem Mandantenstamm. Die Selbstständigkeit bleibt ein realistischer Weg, auch durch Kanzleiübernahme. Weitere Qualifikationen wie Wirtschaftsprüfer, Fachberater für internationales Steuerrecht oder ein Master in Taxation erhöhen die Spielräume. Automatisierung nimmt vor allem der Buchhaltung Routine ab, verschiebt die Arbeit aber in Richtung Beratung statt sie zu ersetzen.

Aufgaben

  • Jahresabschlüsse und Gewinnermittlungen erstellen
  • Steuererklärungen für Unternehmen und Privatpersonen anfertigen
  • Steuerbescheide prüfen und Einsprüche begleiten
  • Betriebsprüfungen und Finanzgerichtsverfahren betreuen
  • Mandanten zu Rechtsform, Nachfolge und Gestaltung beraten
  • Finanz- und Lohnbuchhaltung überwachen
  • Arbeitsergebnisse von Steuerfachangestellten prüfen und freigeben

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium oder Abschluss als Steuerfachwirt beziehungsweise Bilanzbuchhalter
  • Vorgeschriebene praktische Tätigkeit im Steuerwesen als Zulassungsvoraussetzung
  • Bestandene Steuerberaterprüfung und Bestellung durch die Steuerberaterkammer
  • Sicherer Umgang mit Zahlen und Gesetzestexten, hohe Genauigkeit
  • Bereitschaft zu laufender Fortbildung
  • Belastbarkeit in Fristenphasen und Freude am Umgang mit Mandanten

Wo man arbeitet

  • Kleine und mittelgroße Steuerberatungskanzleien
  • Große Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften
  • Steuerabteilungen von Unternehmen
  • Eigene Kanzlei oder Partnerschaft
  • Verbände und Genossenschaften mit Beratungsauftrag

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsrecht oder Rechtswissenschaft, gefolgt von zwei bis drei Jahren Praxis in einer Kanzlei oder Steuerabteilung. Danach folgt das Steuerberaterexamen mit drei Klausuren und mündlicher Prüfung, auf das sich die meisten etwa ein Jahr lang in Lehrgängen vorbereiten. Alternativ führt der Weg über die Ausbildung zum Steuerfachangestellten und die Fortbildung zum Steuerfachwirt, dann sind zehn Jahre Berufspraxis nötig.

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