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Finanzen & Controlling

Consultant Audit / Wirtschaftsprüfung

Consultants in der Wirtschaftsprüfung prüfen Jahresabschlüsse von Unternehmen auf Richtigkeit und Gesetzeskonformität. Sie arbeiten in Teams beim Mandanten vor Ort, analysieren Buchhaltungsdaten und dokumentieren jeden Prüfungsschritt.

29 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Consultant Audit / Wirtschaftsprüfung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.200 € 4.900 € 50.400 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.800 € 7.000 € 69.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.000 € 9.000 € 13.000 € 108.000 €

Entscheidend sind die Größe der Gesellschaft und das bestandene Wirtschaftsprüferexamen: große internationale Häuser zahlen deutlich über mittelständischen Kanzleien, und mit dem Examen steigt das Gehalt sprunghaft. Ein Tarifvertrag existiert in der Branche nicht, Boni und Überstundenregelungen unterscheiden sich stark.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Consultant Audit?

Die Arbeit dreht sich um die Frage, ob ein Jahresabschluss ein zutreffendes Bild der Lage eines Unternehmens zeigt. Consultants im Audit ziehen Stichproben aus der Buchhaltung, prüfen Belege zu Rechnungen und Zahlungen, stimmen Saldenbestätigungen mit Banken und Kunden ab, bewerten Vorräte bei der Inventur und rechnen Rückstellungen nach. Dazu kommen Gespräche mit der Buchhaltung, dem Controlling und der Geschäftsführung des Mandanten, um Prozesse und interne Kontrollen zu verstehen.

Jeder Schritt wird in einer Prüfungssoftware dokumentiert, weil die Arbeitspapiere später selbst geprüft werden. Ein großer Teil des Alltags besteht aus Datenanalysen in Excel oder spezialisierten Tools, aus dem Abgleich von Zahlen über mehrere Systeme hinweg und aus der Klärung von Abweichungen. Berufseinsteiger übernehmen zunächst klar umgrenzte Prüfungsgebiete, etwa Zahlungsmittel, Forderungen oder Personalaufwand, und arbeiten sich mit jeder Saison in komplexere Bereiche vor.

Wie wird man Consultant Audit?

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsrecht oder Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt in Rechnungswesen, Prüfungswesen oder Steuern. Große Prüfungsgesellschaften rekrutieren stark über Praktika und Werkstudentenstellen während der Prüfungssaison. Ein Einstieg mit Bachelor ist möglich, für den Weg zum Wirtschaftsprüferexamen sind aber die im Berufsrecht geregelten Vorbildungsvoraussetzungen zu erfüllen, meist über einen Master oder ein anrechnungsfähiges Studium.

Wer aus dem Controlling, der Bilanzbuchhaltung oder der Steuerberatung kommt, hat mit fachlicher Erfahrung gute Chancen auf einen Quereinstieg. Nach etwa drei bis vier Jahren folgt in der Regel das Wirtschaftsprüferexamen, oft parallel zur Arbeit und mit Freistellungsphasen. Es gilt als eines der schwierigsten Berufsexamen in Deutschland, die Durchfallquoten sind hoch.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist saisonal ungleich verteilt. Zwischen Januar und April, wenn die Abschlüsse geprüft werden, sind Sechzig-Stunden-Wochen und Wochenendarbeit in vielen Häusern normal. In ruhigeren Monaten lässt sich Zeit abbauen, doch die Belastung in der Hochphase ist erheblich und einer der häufigsten Gründe für Abgänge. Reisetätigkeit gehört dazu: Prüfungen finden beim Mandanten statt, je nach Zuschnitt bedeutet das mehrere Tage pro Woche außer Haus.

Fachlich verlangt der Beruf Genauigkeit über lange Strecken, Ausdauer bei Detailarbeit und die Bereitschaft, unangenehme Fragen zu stellen. Wer Konflikte scheut, tut sich schwer, denn Prüfer müssen Positionen gegen die Erwartungen des Mandanten vertreten. Gleichzeitig braucht es Auftreten, weil man in Gesprächen mit Geschäftsführern die eigene Gesellschaft repräsentiert. Englisch ist bei international tätigen Mandanten Arbeitssprache.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch, weil Abschlussprüfungen gesetzlich vorgeschrieben sind und der Berufsstand seit Jahren über zu wenig Nachwuchs klagt. Die Zahl der neuen Wirtschaftsprüfer liegt unter dem Ersatzbedarf. Wer die Belastung annimmt, hat einen berechenbaren Aufstieg: vom Consultant über Senior und Manager bis zur Prüfungsleitung, mit dem Examen als entscheidender Schwelle. Ein sehr häufiger Weg führt nach einigen Jahren in die Industrie, etwa in Konzernrechnungswesen, Controlling oder interne Revision, wo die Prüfungserfahrung ausdrücklich gesucht wird.

Aufgaben

  • Jahresabschlüsse und Konzernabschlüsse nach HGB und IFRS prüfen
  • Stichproben aus Buchhaltungsdaten ziehen und Belege nachvollziehen
  • Saldenbestätigungen bei Banken, Kunden und Lieferanten einholen
  • interne Kontrollsysteme und Prozesse beim Mandanten aufnehmen
  • an Inventuren teilnehmen und Bestandsbewertungen prüfen
  • Prüfungsergebnisse in Arbeitspapieren dokumentieren
  • Feststellungen mit Buchhaltung und Geschäftsführung besprechen
  • bei der Erstellung von Prüfungsberichten mitarbeiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium in Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsrecht oder Wirtschaftsinformatik
  • Kenntnisse in Rechnungslegung nach HGB, idealerweise auch IFRS
  • sicherer Umgang mit Excel und Bereitschaft, sich in Prüfungssoftware und ERP-Systeme einzuarbeiten
  • Englisch in Wort und Schrift bei internationalen Mandanten
  • Genauigkeit, analytisches Denken und Belastbarkeit in der Prüfungssaison
  • Reisebereitschaft und Führerschein je nach Mandantenkreis

Wo man arbeitet

  • große internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
  • mittelständische Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzleien
  • Genossenschafts- und Sparkassenprüfungsverbände
  • interne Revision größerer Unternehmen
  • beim Mandanten vor Ort

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg führt über ein wirtschaftswissenschaftliches Studium mit Schwerpunkt Rechnungswesen oder Prüfungswesen, das als Bachelor drei und als Master weitere zwei Jahre dauert. Der Einstieg erfolgt als Consultant oder Prüfungsassistent, meist verbunden mit interner Ausbildung und dem Ziel des Wirtschaftsprüferexamens nach etwa drei bis vier Jahren Praxis. Vielfach wird zuvor das Steuerberaterexamen abgelegt.

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