Was macht ein Interner Revisor?
Die Interne Revision ist die Prüfinstanz innerhalb eines Unternehmens. Anders als der Wirtschaftsprüfer, der von außen kommt und den Jahresabschluss bestätigt, arbeitet der interne Revisor dauerhaft im Haus und berichtet meist direkt an den Vorstand oder die Geschäftsführung. Geprüft wird alles, was Risiken birgt: die Rechnungsstellung im Vertrieb, die Vergabe von Bestellungen im Einkauf, die Rechteverwaltung in IT-Systemen, die Einhaltung von Geldwäschevorschriften in einer Bank, die Lagerbestände in einem Produktionswerk.
Eine Prüfung folgt einem festen Muster. Zunächst wird der zu prüfende Bereich analysiert, es werden Unterlagen angefordert und Prozesse beschrieben. Dann folgen Stichproben, Datenauswertungen und Gespräche mit den Beschäftigten vor Ort. Am Ende steht ein Bericht mit Feststellungen, Risikobewertung und Empfehlungen, der mit dem geprüften Bereich abgestimmt und der Leitung vorgelegt wird. Später wird nachgehalten, ob die vereinbarten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt wurden. Dazu kommen Sonderuntersuchungen bei Betrugsverdacht, Unterschlagung oder Hinweisen aus einem Meldesystem.
Wie wird man Interner Revisor?
Der Regelweg ist ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsrecht, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen, häufig mit Schwerpunkt Rechnungswesen, Controlling oder Steuern. Ein Direkteinstieg als Junior Auditor ist in großen Konzernen, Banken und Versicherungen möglich, dort gibt es eigene Revisionsabteilungen mit mehreren Prüfern. Ebenso verbreitet ist der Wechsel aus einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, aus dem Controlling, aus der Buchhaltung oder aus der IT.
Quereinstieg funktioniert vor allem über Fachwissen: Wer einen Bereich sehr genau kennt, etwa Zahlungsverkehr, Produktionslogistik oder SAP-Berechtigungen, wird als Prüfer für genau dieses Feld gebraucht. Berufsbegleitend werden Zertifizierungen erworben, etwa der Certified Internal Auditor, der Certified Information Systems Auditor oder der Interne Revisor DIIR. Sie sind keine Pflicht, gelten aber als Ausweis von Qualifikation und werden von vielen Arbeitgebern erwartet oder finanziert.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit mit langen Phasen konzentrierter Aktenarbeit und Datenanalyse. Wer schnell sichtbare Ergebnisse braucht, wird sich damit schwertun. Anspruchsvoll ist die soziale Seite: Revisoren kommen als Prüfer, nicht als Kollegen, und stoßen auf Zurückhaltung, Rechtfertigungsdruck und gelegentlich offene Ablehnung. Feststellungen müssen sachlich belegt und auch gegenüber Führungskräften vertreten werden, die sie nicht hören wollen.
In Konzernen gehören Reisen zu Standorten und Auslandsgesellschaften dazu, bei manchen Stellen mehrere Wochen im Quartal. Zum Jahresabschluss und bei Sonderuntersuchungen kann es zu Überstunden kommen, Schichtdienst gibt es nicht. Verschwiegenheit ist Grundbedingung, ebenso Unabhängigkeit: Wer im Prüfgebiet Freundschaften oder frühere Zuständigkeiten hat, ist dort nicht einsetzbar.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und wächst eher. Regulatorische Anforderungen nehmen zu, etwa im Finanzsektor, bei Lieferketten, IT-Sicherheit und Nachhaltigkeitsberichterstattung, und jede neue Pflicht erzeugt Prüfbedarf. Erfahrene Prüfer mit IT- oder Datenanalysekenntnissen sind schwer zu finden.
Entwicklungswege führen zur Prüfungsleitung, zur Leitung der Internen Revision oder in verwandte Funktionen wie Compliance, Risikomanagement und Internes Kontrollsystem. Die Revision gilt in vielen Unternehmen zudem als Durchgangsstation: Wer breite Einblicke in alle Bereiche gesammelt hat, wechselt danach ins Controlling, in die Finanzabteilung oder in eine Fachleitung.