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Finanzen & Controlling

Steuerfachangestellte/r

Steuerfachangestellte bearbeiten in Steuerberatungskanzleien die Buchhaltung, Lohnabrechnung und Steuererklärungen von Mandanten. Der Beruf verbindet Zahlenarbeit mit Kenntnissen des Steuerrechts und regelmäßigem Mandantenkontakt.

96 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Steuerfachangestellte/r verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.600 € 4.200 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.400 € 5.500 € 52.800 €

Es gibt keinen flächendeckenden Tarifvertrag; die Kanzleien zahlen frei, orientiert an Region, Kanzleigröße und Mandantenstruktur. Wer Jahresabschlüsse eigenständig erstellt oder die Lohnabrechnung komplett verantwortet, liegt deutlich über reinen Buchhaltungskräften, ein Abschluss als Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter hebt das Gehalt zusätzlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Steuerfachangestellte?

Steuerfachangestellte arbeiten fast immer in Steuerberatungs- oder Wirtschaftsprüfungskanzleien und betreuen dort einen festen Kreis von Mandanten: Handwerksbetriebe, Arztpraxen, Einzelhändler, Freiberufler, gelegentlich größere Gesellschaften. Der größte Teil der Arbeit ist Finanzbuchhaltung. Belege werden geprüft, kontiert und gebucht, Konten abgestimmt, offene Posten geklärt, monatlich die Umsatzsteuervoranmeldung erstellt und elektronisch übermittelt. Dazu kommen Lohn- und Gehaltsabrechnungen mit Meldungen an Krankenkassen und Finanzamt, die Erstellung von Einnahmenüberschussrechnungen und Jahresabschlüssen sowie Einkommensteuer-, Gewerbesteuer- und Körperschaftsteuererklärungen. Wer länger dabei ist, prüft auch Steuerbescheide, formuliert Einspruchsbegründungen und begleitet Betriebsprüfungen. Gearbeitet wird nahezu vollständig in Kanzleisoftware, meist DATEV, seltener Addison oder Lexware. Mandanten rufen an, weil eine Frist naht, eine Nachzahlung überrascht oder ein Beleg fehlt.

Wie wird man Steuerfachangestellte?

Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Steuerfachangestellten, ausgebildet wird in der Kanzlei, unterrichtet an der Berufsschule. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen Kanzleien überwiegend Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Abitur ein. Die Abschlussprüfung nimmt die Steuerberaterkammer ab. Häufig ist auch der Quereinstieg: Wer aus dem Rechnungswesen, aus der Bankkaufmannsausbildung oder aus einem kaufmännischen Beruf kommt, wird eingearbeitet und qualifiziert sich über Lehrgänge zur Finanzbuchhalterin oder Lohnbuchhalterin nach. Wichtiger als der Ursprungsberuf ist die Bereitschaft, sich dauerhaft in Steuerrecht einzulesen, denn Gesetze und Grenzwerte ändern sich jährlich.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist ruhiger als viele Bürojobs, aber nicht gleichmäßig. Zwischen Januar und Juli, wenn Jahresabschlüsse und Steuererklärungen fällig sind, arbeiten viele Kanzleien mit Überstunden; Fristverlängerungen verschieben den Druck, sie nehmen ihn nicht weg. Monatlich wiederkehrend sind die Termine für Umsatzsteuervoranmeldung und Lohnabrechnung, die keinen Aufschub kennen. Genauigkeit ist keine Tugend, sondern Pflicht: Falsch gebuchte Vorsteuer oder eine übersehene Sozialversicherungsmeldung kostet Mandanten Geld. Wer Zahlenkolonnen und Formularlogik langweilig findet, wird hier unglücklich. Belastend empfinden viele die Verantwortung bei knapper Personaldecke und die Bildschirmarbeit über den ganzen Tag. Positiv: Der Beruf lässt sich gut in Teilzeit ausüben, Homeoffice ist inzwischen weit verbreitet, und körperliche Anforderungen gibt es kaum.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und seit Jahren stabil, weil viele Kanzleien Nachwuchs suchen und gleichzeitig eine große Generation in Rente geht. Wer die Arbeit beherrscht, findet nahezu überall eine Stelle. Digitalisierung nimmt einfaches Kontieren ab, verschiebt die Arbeit aber in Richtung Prüfung, Beratung und Prozessbetreuung, statt sie abzuschaffen. Entwicklungswege führen über die Prüfung zum Steuerfachwirt, zum Bilanzbuchhalter oder mit einigen Jahren Praxis zur Steuerberaterprüfung, die den Zugang zur eigenen Kanzlei öffnet. Auch Wechsel in die Buchhaltung oder das Controlling eines Unternehmens sind üblich, oft mit geregelteren Arbeitszeiten.

Aufgaben

  • Belege kontieren und Finanzbuchhaltungen laufend erstellen
  • Umsatzsteuervoranmeldungen erstellen und elektronisch übermitteln
  • Lohn- und Gehaltsabrechnungen samt Meldungen bearbeiten
  • Einnahmenüberschussrechnungen und Jahresabschlüsse vorbereiten
  • Einkommen-, Gewerbe- und Körperschaftsteuererklärungen anfertigen
  • Steuerbescheide prüfen und Fristen überwachen
  • Mandanten telefonisch und schriftlich zu Unterlagen und Rückfragen betreuen
  • bei Betriebsprüfungen Unterlagen zusammenstellen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Steuerfachangestellte oder vergleichbare kaufmännische Qualifikation
  • sicherer Umgang mit Zahlen und Freude an gesetzlichen Regeln
  • Kenntnisse in DATEV oder vergleichbarer Kanzleisoftware
  • sorgfältige, fristbewusste Arbeitsweise
  • Bereitschaft zur laufenden Fortbildung im Steuerrecht
  • gutes schriftliches und mündliches Deutsch für den Mandantenkontakt
  • Verschwiegenheit im Umgang mit sensiblen Daten

Wo man arbeitet

  • Steuerberatungskanzleien
  • Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
  • Buchhaltungs- und Lohnbüros
  • Rechnungswesen und Steuerabteilungen von Unternehmen
  • Verbände und Genossenschaften mit eigener Steuerabteilung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Steuerfachangestellten in einer Kanzlei mit Berufsschulunterricht und Abschlussprüfung vor der Steuerberaterkammer. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich. Quereinsteiger aus kaufmännischen Berufen qualifizieren sich häufig über Lehrgänge zur Finanz- oder Lohnbuchhalterin.

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