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Finanzen & Controlling

Baufinanzierungsberater / Bankkaufmann

Baufinanzierungsberater begleiten Menschen beim Kauf oder Bau von Wohneigentum: Sie prüfen die finanzielle Lage, rechnen Darlehensvarianten durch und vermitteln Kredite von Banken oder Bausparkassen. Der Beruf verbindet Beratung mit Vertrieb und setzt kaufmännisches Rechnen voraus.

34 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Baufinanzierungsberater / Bankkaufmann verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.500 € 5.500 € 7.500 € 66.000 €

Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken gelten Tarifverträge (TVöD-S beziehungsweise der Tarifvertrag für die Volksbanken und Raiffeisenbanken) mit engen Spannen und dreizehn Monatsgehältern. Bei freien Vermittlern und Vertrieben besteht ein großer Teil der Vergütung aus Provisionen und schwankt stark mit Zinsniveau und Immobilienmarkt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Baufinanzierungsberater?

Im Zentrum steht ein einzelnes, großes Geschäft im Leben der Kundschaft: der Kauf einer Wohnung, der Bau eines Hauses, die Umschuldung eines auslaufenden Darlehens. Der Berater erfasst Einkommen, Eigenkapital, laufende Verpflichtungen und die Unterlagen zum Objekt, ermittelt daraus die tragbare Rate und den Beleihungswert und stellt Finanzierungsvarianten gegenüber: Zinsbindung, Tilgungssatz, Sondertilgungsrechte, KfW-Mittel, Bausparkombinationen. Anschließend wird der Antrag aufbereitet, mit der Kreditentscheidung oder Marktfolge abgestimmt und bis zur Auszahlung begleitet, oft in Etappen nach Baufortschritt.

Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Dokumentation. Beratungsprotokolle, Selbstauskünfte, Objektunterlagen, Nachweise zur Kreditwürdigkeit nach den Vorgaben der Wohnimmobilienkreditrichtlinie – das alles muss vollständig und prüfbar sein. Dazu kommt Terminarbeit: Notartermine, Fristen für Kaufverträge, Zinsbindungen, die auslaufen. Wer bei einem Vermittler arbeitet, akquiriert zusätzlich selbst, über Leads, Makler, Bauträger oder Empfehlungen.

Wie wird man Baufinanzierungsberater?

Der klassische Weg führt über die dreijährige Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau, meist mit Abitur oder gutem Realschulabschluss. Danach folgen einige Jahre in der Privatkundenberatung, bevor die Spezialisierung auf Baufinanzierung möglich wird, häufig über interne Qualifizierungen, den Bankfachwirt oder eine Zertifizierung als Immobiliendarlehensvermittler nach Paragraf 34i der Gewerbeordnung. Auch Absolventen betriebswirtschaftlicher Studiengänge und dualer Bankstudiengänge landen hier.

Quereinstiege gibt es, vor allem bei freien Vermittlern und Vertrieben. Voraussetzung ist dann der Sachkundenachweis nach 34i sowie Vertriebserfahrung, etwa aus dem Versicherungs- oder Immobiliengeschäft. Ohne solide Kenntnisse in Bewertung, Grundbuch und Zinsrechnung wird die Einarbeitung allerdings lang.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten sind planbarer als in vielen Vertriebsberufen, aber Termine am frühen Abend und samstags gehören dazu, weil Kunden berufstätig sind. Der Druck kommt von zwei Seiten: Vertriebsziele auf der einen, Regulierung und Haftung auf der anderen. Fehler in der Bonitätsprüfung oder eine lückenhafte Beratungsdokumentation haben Folgen.

Belastend ist die Abhängigkeit vom Zinsniveau und vom Immobilienmarkt. Steigen die Zinsen, bricht das Neugeschäft ein, und variable Vergütungsanteile fallen weg. Dazu kommen Gespräche, in denen ein Wunsch abgelehnt werden muss, weil das Eigenkapital fehlt oder das Objekt den Preis nicht hergibt. Wer nur beraten und nicht verkaufen möchte, ist im Beruf falsch.

Aussichten

Der Bedarf ist da: Bestandsfinanzierungen laufen aus, Sanierungs- und Modernisierungskredite nehmen zu, und viele Banken suchen erfahrene Spezialisten, weil die Generation der Altgedienten in Rente geht. Gleichzeitig verlagert sich das Geschäft in Plattformen und Vergleichsportale, und Filialnetze werden dünner. Standardisierbare Teile der Prüfung übernehmen zunehmend Systeme.

Entwicklungswege führen in die Teamleitung, in die Kreditanalyse und Marktfolge, in die gewerbliche Immobilienfinanzierung oder in die Selbstständigkeit als Vermittler mit eigener Zulassung. Wer Immobilienbewertung oder Fördermittel vertieft, wird schwer ersetzbar.

Aufgaben

  • Einkommen, Eigenkapital und laufende Verpflichtungen erfassen
  • Finanzierungsvarianten mit unterschiedlichen Zinsbindungen durchrechnen
  • Objektunterlagen prüfen und Beleihungswert einschätzen
  • Fördermittel und Bausparlösungen in die Finanzierung einbauen
  • Kreditanträge aufbereiten und mit der Marktfolge abstimmen
  • Beratungsgespräche protokollieren und regulatorische Nachweise sichern
  • Auszahlungen nach Baufortschritt steuern und Fristen überwachen
  • Bestandskunden zu auslaufenden Zinsbindungen ansprechen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Bankkaufmann oder ein kaufmännisches Studium
  • Sachkundenachweis nach Paragraf 34i GewO bei Vermittlertätigkeit
  • sicheres Rechnen mit Zinsen, Tilgung und Annuitäten
  • Kenntnisse zu Grundbuch, Kaufvertrag und Objektbewertung
  • Bereitschaft zu Vertriebszielen und Abendterminen
  • Genauigkeit bei Dokumentation und Fristen

Wo man arbeitet

  • Sparkassen und Genossenschaftsbanken
  • Geschäftsbanken und Direktbanken
  • Bausparkassen
  • freie Finanzierungsvermittler und Vertriebe
  • Makler- und Bauträgerunternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau, verkürzbar auf zweieinhalb Jahre. Nach einigen Jahren in der Privatkundenberatung folgt die Spezialisierung über interne Programme, den Bankfachwirt oder die Zertifizierung nach Paragraf 34i GewO. Alternativ führt ein duales BWL- oder Bankstudium in den Beruf.

Offene Stellen als Baufinanzierungsberater / Bankkaufmann

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