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Bau & Immobilien

Immobilienkaufmann

Immobilienkaufleute verwalten, vermieten und verkaufen Wohnungen, Häuser und Gewerbeflächen. Sie betreuen Mietverhältnisse, rechnen Betriebskosten ab und koordinieren Instandhaltung und Modernisierung.

9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Immobilienkaufmann verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 3.000 € 3.400 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.800 € 4.500 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 5.200 € 7.500 € 62.400 €

Viele Wohnungsunternehmen und Genossenschaften zahlen nach dem Tarifvertrag für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, kommunale Gesellschaften teils nach TVöD; dort sind die Spannen eng. In Maklerbüros und im Vertrieb hängt das Einkommen stark von Provisionen und damit von der Marktlage ab, in der freien Hausverwaltung liegt es oft unter Tarifniveau.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Immobilienkaufmann?

Immobilienkaufleute betreuen Gebäude über deren gesamten Lebenszyklus hinweg kaufmännisch. Bei einer Wohnungsgenossenschaft oder einem kommunalen Wohnungsunternehmen bedeutet das vor allem Bestandsverwaltung: Mietverträge abschließen und kündigen, Wohnungsübergaben protokollieren, Mieterhöhungen prüfen und begründen, Betriebskosten abrechnen, Mahnwesen bearbeiten, bei Nachbarschaftsstreit und Zahlungsverzug vermitteln. Reparaturmeldungen laufen über den Schreibtisch, Handwerkerangebote werden eingeholt, Aufträge erteilt, Rechnungen geprüft.

In der WEG-Verwaltung kommt die Arbeit für Eigentümergemeinschaften dazu: Eigentümerversammlungen vorbereiten, leiten und protokollieren, Wirtschaftspläne und Jahresabrechnungen erstellen, Beschlüsse umsetzen, Instandhaltungsrücklagen im Blick behalten. Wer im Vertrieb oder in der Vermittlung arbeitet, bewertet Objekte, erstellt Exposés, führt Besichtigungen durch, verhandelt Preise und begleitet Kunden bis zum Notartermin. Andere Schwerpunkte liegen in der Projektentwicklung, im Asset Management oder in der technischen Bestandsbetreuung, wo Modernisierungsvorhaben kalkuliert und mit Architekten und Baufirmen abgestimmt werden.

Der Alltag ist stark schriftlich und juristisch geprägt. Mietrecht, Wohnungseigentumsgesetz, Betriebskostenverordnung und Heizkostenverordnung sind Handwerkszeug. Dazwischen liegen Ortstermine, Telefonate und Gespräche mit Menschen, die verärgert sind.

Wie wird man Immobilienkaufmann?

Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Immobilienkaufmann oder zur Immobilienkauffrau in einem Wohnungsunternehmen, einer Genossenschaft, einer Hausverwaltung oder bei einem Makler. Betriebe erwarten meist die Mittlere Reife oder das Abitur; bei Verkürzung auf zweieinhalb Jahre spielt der Schulabschluss eine Rolle. Alternativ führen ein Studium der Immobilienwirtschaft, der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Real Estate oder eine Weiterbildung zum Immobilienfachwirt in den Beruf.

Quereinstiege sind verbreitet, besonders aus kaufmännischen Berufen, aus dem Bankwesen und aus dem Handwerk. Für die Verwaltung fremden Eigentums und für die Vermittlung ist eine Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung nötig, wenn selbstständig gearbeitet wird; für Angestellte gilt eine Weiterbildungspflicht von zwanzig Stunden in drei Jahren.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten sind überwiegend regulär, aber Eigentümerversammlungen und Besichtigungen liegen abends und samstags. Im Vertrieb richtet sich der Kalender nach den Kunden, nicht umgekehrt. Belastend ist weniger der Umfang als die Reibung: Mieter, die auf eine Reparatur warten, Eigentümer mit gegensätzlichen Interessen, Zahlungsklagen, Räumungen, gelegentlich auch Beschimpfungen. Wer Konflikte schlecht aushält oder Entscheidungen nicht sachlich vertreten kann, hat es schwer.

Dazu kommt eine hohe Zahl gleichzeitig laufender Vorgänge. Verwalter betreuen oft mehrere hundert Einheiten, Fristen im Mietrecht sind unerbittlich, Fehler in Abrechnungen werden teuer. Ordnung, Genauigkeit und Belastbarkeit sind keine Floskeln, sondern die Bedingung dafür, den Beruf länger auszuhalten.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Verwaltungsbestände müssen unabhängig von der Marktlage betreut werden, und in der WEG- und Bestandsverwaltung fehlt Personal deutlich. Konjunkturabhängig ist vor allem der Vertrieb: In Phasen hoher Zinsen und schwacher Transaktionszahlen brechen provisionsabhängige Einkommen ein.

Entwicklungswege führen über den Immobilienfachwirt oder ein Studium in die Teamleitung, in das Asset oder Property Management, in die Projektentwicklung oder in die technische Bestandssteuerung. Energetische Sanierung und gesetzliche Vorgaben zum Gebäudebestand schaffen zusätzliche Spezialgebiete. Der Schritt in die eigene Verwaltung oder ein Maklerbüro ist möglich, verlangt aber Kapital, Kunden und Erfahrung.

Aufgaben

  • Mietverträge abschließen, ändern und beenden
  • Wohnungen übergeben und abnehmen, Zustand protokollieren
  • Betriebs- und Heizkostenabrechnungen erstellen und prüfen
  • Reparaturaufträge vergeben, Handwerkerleistungen abrechnen
  • Eigentümerversammlungen vorbereiten, leiten und Beschlüsse umsetzen
  • Mietrückstände verfolgen, Mahn- und Klageverfahren einleiten
  • Objekte bewerten, Exposés erstellen und Besichtigungen durchführen
  • Wirtschaftspläne und Jahresabrechnungen aufstellen

Voraussetzungen

  • Mittlere Reife oder Abitur für die duale Ausbildung
  • Sicheres Deutsch in Wort und Schrift, formulierungsstarke Korrespondenz
  • Grundkenntnisse in Mietrecht, WEG-Recht und Betriebskostenrecht
  • Rechen- und Zahlensicherheit für Abrechnungen und Wirtschaftspläne
  • Konfliktfähigkeit und ruhiges Auftreten gegenüber Mietern und Eigentümern
  • Führerschein Klasse B für Ortstermine
  • Erlaubnis nach § 34c GewO bei selbstständiger Verwaltung oder Vermittlung

Wo man arbeitet

  • Wohnungsgenossenschaften und kommunale Wohnungsunternehmen
  • Hausverwaltungen und WEG-Verwaltungen
  • Maklerbüros und Immobilienvertriebe
  • Projektentwickler und Bauträger
  • Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften mit Immobilienbestand
  • Facility-Management-Unternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Immobilienkaufmann mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer, verkürzbar auf zweieinhalb Jahre. Alternativ führen ein Studium der Immobilienwirtschaft oder Betriebswirtschaft sowie die Weiterbildung zum Immobilienfachwirt in den Beruf. Quereinsteiger aus kaufmännischen Berufen werden häufig eingestellt und intern eingearbeitet.

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