Was hier gearbeitet wird
Das Feld liegt zwischen Handwerk und Entwicklung und enthält von beidem etwas. Am häufigsten ausgeschrieben ist die Servicetechnik: Ein Servicetechniker fährt zu Anlagen beim Kunden, sucht Fehler, tauscht Baugruppen, nimmt in Betrieb und weist ein. Daneben stehen Konstruktion und Produktentwicklung, Projektleitung und Projektingenieurwesen, Elektrotechnik, Automatisierung, Qualitätssicherung und Prüftechnik sowie die Laborberufe der Werkstoffprüfung.
Der Alltag besteht zu einem großen Teil aus Dingen, die im Studium wenig Raum haben: Schaltpläne lesen, Messprotokolle schreiben, Abweichungen dokumentieren, Lieferanten bewerten, Änderungen freigeben, Kollegen in der Fertigung erklären, warum eine Toleranz eingehalten werden muss.
Der Weg hinein
Es gibt zwei gleichrangige Wege, und beide führen an denselben Stellen zusammen. Der eine ist das Studium – Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik, Wirtschaftsingenieurwesen –, der andere die Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung: staatlich geprüfter Techniker oder Industriemeister. Für Konstruktion, Berechnung und Entwicklung wird eher das Studium verlangt, für Service, Inbetriebnahme und Instandhaltung eher die Technikerlaufbahn mit Praxis.
Ein duales Studium ist in diesem Feld verbreitet und in den Anzeigen sichtbar. Ein Quereinstieg ohne einschlägige technische Grundlage ist dagegen schwierig: Die Arbeit setzt Wissen voraus, das sich nicht nebenbei aneignen lässt. Wer aus einem verwandten Gewerbe kommt, hat es leichter, wenn er die Brücke benennt – wie das geht, steht in Quereinstieg.
Wie die Arbeit aussieht
Die entscheidende Frage bei jeder Anzeige in diesem Feld lautet: Innendienst oder Außendienst. Servicestellen bedeuten Reisetätigkeit, häufig mit Übernachtungen, gelegentlich international, und der Anteil der Reisezeit steht selten in der Ausschreibung. Fragen Sie danach, und fragen Sie, wie Fahrzeit vergütet und ob ein Fahrzeug gestellt wird.
Konstruktion, Projektierung und Qualitätsplanung sind dagegen Bürotätigkeiten, und dort ist Homeoffice teilweise möglich – der Anteil in der Kennzahl darüber mischt beide Hälften und ist deshalb kein Versprechen für die einzelne Stelle. In der Inbetriebnahme und in der Instandhaltung kommen Schicht- und Wochenendeinsätze vor, weil an Anlagen gearbeitet wird, wenn die Produktion steht.
Zur Ehrlichkeit gehört auch: In der Industrie hängt die Auftragslage an Konjunktur und Investitionszyklen. Das Feld ist gut bezahlt und fachlich anspruchsvoll, aber es ist nicht so konjunkturunabhängig wie Pflege oder Bildung.
Was der Bestand zeigt
Die Tabelle über diesem Text zeigt die Servicetechnik als häufigste Bezeichnung, gefolgt von Projekt- und Elektrotechnikrollen. Auffällig ist der hohe Anteil an Ausbildungs- und Studienangeboten: Unternehmen dieses Feldes gewinnen ihren Nachwuchs überwiegend selbst. Befristungen sind selten, Festanstellung ist der Normalfall.
Vor der Bewerbung
Nennen Sie im Lebenslauf die Anlagen, Normen und Werkzeuge, mit denen Sie gearbeitet haben, statt allgemeiner Formulierungen über Projekterfahrung. Für das Fachgespräch, in dem meist eine konkrete Aufgabe besprochen wird, hilft Vorstellungsgespräch vorbereiten.
Klären Sie zusätzlich, wie viel Ihrer Arbeitszeit auf Dokumentation entfällt. In regulierten Branchen – Medizintechnik, Luftfahrt, Energietechnik – ist der Anteil erheblich und gehört zur Aufgabe; wer damit nicht rechnet, hält seinen eigenen Beruf für falsch beschrieben, obwohl er nur anders gewichtet ist.