Elektroniker
Elektroniker installieren, prüfen und reparieren elektrische Anlagen, Maschinen und Steuerungen – von der Hausinstallation bis zur Produktionsanlage. Je nach Fachrichtung liegt der Schwerpunkt auf Gebäudetechnik, Betriebstechnik oder Automatisierung.
299 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Elektroniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.500 € | 4.100 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.300 € | 5.200 € | 51.600 € |
Entscheidend ist die Branche: In Industriebetrieben mit Tarifbindung nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner Handwerksbetriebe, die sich am Tarif des Elektro- und Informationstechnischen Handwerks orientieren oder frei zahlen. Schicht-, Rufbereitschafts- und Montagezulagen können das Monatsentgelt erheblich erhöhen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Elektroniker?
Elektroniker bringen Strom dorthin, wo er gebraucht wird, und sorgen dafür, dass Anlagen zuverlässig laufen. Im Neubau werden Leitungen verlegt, Verteiler bestückt, Schalter und Steckdosen gesetzt, Netzwerk- und Antennentechnik installiert, Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen angeschlossen. In der Industrie geht es um Schaltschränke, Antriebe, Sensorik und Steuerungen: Ein Elektroniker für Betriebstechnik oder Automatisierungstechnik verdrahtet Schaltanlagen nach Plan, nimmt Maschinen in Betrieb, parametriert Frequenzumrichter und sucht Fehler in SPS-Programmen.
Ein großer Teil der Arbeit ist Instandhaltung. Wenn eine Fertigungslinie steht, muss der Fehler schnell gefunden werden – mit Messgerät, Stromlaufplan und Erfahrung. Dazu gehören wiederkehrende Prüfungen elektrischer Betriebsmittel, Dokumentation, Abstimmung mit anderen Gewerken und Übergaben an Kunden. Wer in der Fachrichtung Geräte und Systeme arbeitet, baut und prüft eher Baugruppen und Steuergeräte, oft in der Serienfertigung oder im Prototypenbau.
Wie wird man Elektroniker?
Über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Handwerk oder in der Industrie. Betriebe erwarten meist einen mittleren Schulabschluss, mit gutem Hauptschulabschluss und Interesse an Technik und Mathematik gelingt der Einstieg ebenfalls. Bei der Bewerbung wird auf die Fachrichtung geachtet: Energie- und Gebäudetechnik im Elektrohandwerk, Betriebstechnik und Automatisierungstechnik überwiegend in Industriebetrieben.
Quereinstieg ist möglich, aber nicht beliebig: Wer ohne Abschluss an elektrischen Anlagen arbeitet, bleibt auf Helfertätigkeiten beschränkt, weil viele Arbeiten nur von Elektrofachkräften ausgeführt werden dürfen. Eine Umschulung über die Arbeitsagentur oder eine verkürzte Ausbildung ist der realistische Weg. Nach der Gesellenzeit stehen Meister, Techniker oder Spezialisierungen offen, etwa Gebäudeautomation, Antriebstechnik oder Prüfung elektrischer Anlagen.
Was der Beruf verlangt
Körperlich ist die Arbeit fordernd: Überkopfarbeit, Knien, Leitern und Gerüste, Staub auf der Baustelle, Kabelkanäle in engen Schächten. In der Industrie kommt Schichtarbeit dazu, oft mit Rufbereitschaft, weil Anlagenstillstände teuer sind. Im Handwerk wechseln die Einsatzorte täglich, Montagetätigkeit mit Übernachtungen ist in manchen Betrieben Standard.
Sicherheit ist kein Formalismus. Die fünf Sicherheitsregeln, das Freischalten und Prüfen auf Spannungsfreiheit müssen sitzen, auch unter Zeitdruck. Farbtüchtigkeit ist Voraussetzung, ebenso Sorgfalt bei der Dokumentation. Wer nur schrauben will und keine Pläne lesen mag, kommt nicht weit: Der Anteil an Steuerungstechnik, Software und Normenwissen wächst. Zeitdruck durch Termine auf dem Bau und Materialengpässe gehören zum Alltag.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Netzausbau, Photovoltaik, Speicher, Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen und die Automatisierung der Fertigung binden Fachkräfte, gleichzeitig gehen geburtenstarke Jahrgänge in Rente. Elektroniker finden praktisch überall Arbeit, der Wechsel zwischen Handwerk und Industrie ist möglich.
Entwicklungswege führen zum Anlagenverantwortlichen, Servicetechniker mit Reisetätigkeit, Bauleiter, Meister mit eigenem Betrieb oder über den staatlich geprüften Techniker in Planung und Projektierung. Mit Meister oder Fachhochschulreife ist auch ein Studium der Elektrotechnik möglich. Wer sich in SPS-Programmierung, Gebäudeautomation oder Messtechnik spezialisiert, verhandelt deutlich besser.
Aufgaben
- elektrische Leitungen, Verteiler und Betriebsmittel nach Plan installieren
- Schaltschränke verdrahten und Steuerungen in Betrieb nehmen
- Fehler an Maschinen und Anlagen messtechnisch eingrenzen und beheben
- wiederkehrende Prüfungen und Messungen an Anlagen durchführen
- Photovoltaik-, Lade- und Gebäudetechnik anschließen und parametrieren
- Instandhaltungs- und Prüfprotokolle dokumentieren
- Anlagen an Kunden übergeben und Bedienung erklären
- mit anderen Gewerken auf der Baustelle abstimmen
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung in einem Elektroberuf, sonst nur Helfertätigkeit möglich
- technisches Verständnis, sicheres Lesen von Stromlauf- und Installationsplänen
- Farbtüchtigkeit und Schwindelfreiheit für Arbeiten auf Leitern und Gerüsten
- körperliche Belastbarkeit für Überkopf- und Knieearbeit
- Sorgfalt und Disziplin bei Arbeitssicherheit und Normen
- Führerschein Klasse B für Montage- und Serviceeinsätze
- Bereitschaft zu Schichtdienst oder Rufbereitschaft, je nach Betrieb
Wo man arbeitet
- Elektroinstallationsbetriebe im Handwerk
- Industrie- und Produktionsbetriebe mit eigener Instandhaltung
- Anlagen- und Maschinenbauunternehmen
- Energieversorger und Netzbetreiber
- Facility-Management und Gebäudetechnik
- Hersteller von Geräten und Steuerungssystemen
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, je nach Fachrichtung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, für Betriebstechnik, für Automatisierungstechnik oder für Geräte und Systeme. Sie endet mit der Gesellen- oder Facharbeiterprüfung vor der Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer. Danach sind Weiterbildungen zum Meister, staatlich geprüften Techniker oder Spezialisierungen in Automatisierung und Gebäudetechnik üblich.
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