Mechatroniker
Mechatroniker bauen, warten und reparieren Anlagen und Maschinen, in denen Mechanik, Elektrik und Steuerungstechnik zusammenwirken. Sie montieren Bauteile, verdrahten Schaltschränke, programmieren Steuerungen und suchen Fehler in komplexen Systemen.
132 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Mechatroniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.100 € | 3.600 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.800 € | 4.400 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 4.500 € | 5.500 € | 54.000 € |
Am stärksten hängt das Gehalt von der Tarifbindung ab: in der Metall- und Elektroindustrie nach IG-Metall-Tarif liegt es deutlich über dem, was kleine Servicebetriebe ohne Tarifvertrag zahlen. Schicht-, Nacht- und Rufbereitschaftszulagen sowie Montagepauschalen erhöhen das reale Einkommen oft spürbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Mechatroniker?
Mechatronik verbindet drei Bereiche: Mechanik, Elektrotechnik und Informationstechnik. Wer in diesem Beruf arbeitet, montiert etwa eine Produktionsanlage aus Einzelteilen, verlegt und verdrahtet Leitungen, baut Sensoren und Antriebe ein und nimmt die Anlage anschließend in Betrieb. Dazu gehört das Prüfen von Signalen mit dem Messgerät, das Anpassen von Parametern in einer speicherprogrammierbaren Steuerung und das Protokollieren der Ergebnisse.
Ein großer Teil der Arbeit ist Instandhaltung. Wenn eine Abfüllanlage stehenbleibt, ein Roboterarm falsch greift oder ein Antrieb Fehlermeldungen wirft, muss die Ursache gefunden werden - und zwar zügig, weil Stillstand Geld kostet. Dazu liest man Schaltpläne und Hydraulikschemata, grenzt systematisch ein und entscheidet, ob ein Bauteil getauscht, eine Software korrigiert oder eine mechanische Justage nötig ist. Hinzu kommen geplante Wartungen, Umbauten an bestehenden Linien und die Einweisung von Bedienpersonal.
Wie wird man Mechatroniker?
Der übliche Weg ist die duale Ausbildung zum Mechatroniker, die dreieinhalb Jahre dauert und mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer endet. Betriebe erwarten meist einen guten Realschulabschluss, teils auch Abitur; mit Hauptschulabschluss und überzeugenden Mathematik- und Physiknoten ist ein Einstieg möglich. Verwandte Ausbildungen sind Elektroniker für Automatisierungstechnik oder Industriemechaniker; wer daraus umsteigt, arbeitet sich über Weiterbildungen in den fehlenden Bereich ein. Ein echter Quereinstieg ohne technische Grundausbildung ist selten, weil Arbeiten an elektrischen Anlagen an Qualifikationsnachweise gebunden sind. Nach der Ausbildung stehen Weiterbildungen zum Industriemeister oder Techniker offen, ebenso ein Studium der Mechatronik.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet oft in Produktionshallen statt: laut, warm, staubig oder ölig. Man arbeitet über Kopf, kniend, in engen Maschinenrahmen, hebt Bauteile und steht viel. In der Instandhaltung ist Schichtdienst verbreitet, dazu Rufbereitschaft an Wochenenden, weil Anlagen auch nachts laufen. Im Anlagenbau und Service kommen Montagereisen dazu, teils wochenlang und international.
Der Stoff ist anspruchsvoll. Wer Schaltpläne nicht sicher liest oder sich vor Steuerungsprogrammierung scheut, tut sich schwer. Fehlersuche unter Zeitdruck, während Vorgesetzte auf den Anlagenstart warten, verlangt Nerven. Sorgfalt ist Pflicht: ein falsch angeschlossener Sicherheitskreis kann Menschen gefährden. Fortbildung endet nicht, weil Steuerungen, Bussysteme und Diagnosewerkzeuge sich laufend ändern.
Aussichten
Mechatroniker werden gesucht, quer durch Maschinenbau, Automobilindustrie, Lebensmittelproduktion, Verpackungs- und Medizintechnik, Energieversorgung und Gebäudeautomation. Der Bedarf steigt, weil Anlagen stärker automatisiert und vernetzt werden und gleichzeitig viele erfahrene Fachkräfte in Rente gehen. Wer bereit ist, Schicht zu fahren oder auf Montage zu gehen, findet fast überall eine Stelle.
Entwicklungswege gibt es mehrere: Spezialisierung auf Robotik, Antriebstechnik oder Anlagenprogrammierung, Wechsel in den technischen Kundendienst, Aufstieg zum Schichtführer, Meister oder Techniker mit Verantwortung für ein Instandhaltungsteam. Mit einem anschließenden Studium sind Aufgaben in Konstruktion, Projektierung oder Inbetriebnahmeleitung erreichbar.
Aufgaben
- Mechanische, elektrische und pneumatische Bauteile zu Anlagen montieren
- Schaltschränke aufbauen, verdrahten und prüfen
- Steuerungen parametrieren, Programme anpassen und Anlagen in Betrieb nehmen
- Störungen an Maschinen eingrenzen und Bauteile austauschen
- Wartungs- und Inspektionsplänen folgen und Verschleißteile erneuern
- Messungen an elektrischen Systemen durchführen und dokumentieren
- Umbauten und Nachrüstungen an bestehenden Produktionslinien ausführen
- Bedienpersonal einweisen und Prüfprotokolle erstellen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Mechatroniker oder vergleichbare technische Ausbildung
- Sicheres Lesen von Schalt-, Hydraulik- und Pneumatikplänen
- Grundkenntnisse in Steuerungstechnik, häufig SPS
- Sorgfalt und Verständnis für elektrische Sicherheitsvorschriften
- Bereitschaft zu Schichtarbeit, Rufbereitschaft oder Montageeinsätzen
- Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit bei Arbeiten an hohen Anlagen
- Führerschein Klasse B für Service- und Montagetätigkeiten
Wo man arbeitet
- Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
- Maschinen- und Anlagenbauunternehmen
- Technischer Kundendienst und Servicefirmen
- Automobil- und Zulieferindustrie
- Energieversorger und Betreiber technischer Gebäudeanlagen
Der Weg in den Beruf
Übliche Grundlage ist die duale Ausbildung zum Mechatroniker über dreieinhalb Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, abgeschlossen mit der Facharbeiterprüfung vor der IHK. Danach sind Weiterbildungen zum Industriemeister Mechatronik oder zum staatlich geprüften Techniker möglich, ebenso ein Bachelorstudium Mechatronik oder Automatisierungstechnik.
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