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Handwerk & Produktion

Elektroniker für Betriebstechnik

Elektroniker für Betriebstechnik installieren, warten und reparieren elektrische Anlagen in Industriebetrieben und Gebäuden. Sie sorgen dafür, dass Maschinen, Schaltanlagen und Steuerungen zuverlässig laufen.

75 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Elektroniker für Betriebstechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.500 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.500 € 5.500 € 54.000 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: In der Metall- und Elektroindustrie liegt die Bezahlung nach IG-Metall-Tarif deutlich über der eines nicht tarifgebundenen Elektrohandwerksbetriebs, wo der Tarifvertrag des Elektrohandwerks oder freie Vereinbarung gilt. Schichtzulagen, Rufbereitschaft und Montagezuschläge machen häufig mehrere hundert Euro im Monat aus und sind in den genannten Werten nicht enthalten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektroniker für Betriebstechnik?

Elektroniker für Betriebstechnik kümmern sich um alles, was in einem Betrieb unter Strom steht: Schaltschränke, Antriebe, Förderanlagen, Beleuchtung, Energieverteilung, Steuerungen von Produktionsmaschinen. Sie montieren Kabeltrassen, ziehen Leitungen ein, klemmen Schaltschränke nach Stromlaufplan auf, setzen Sensoren und Frequenzumrichter in Betrieb und programmieren oder parametrieren speicherprogrammierbare Steuerungen. Ein zweiter großer Teil der Arbeit ist Instandhaltung: turnusmäßige Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3, Austausch verschlissener Bauteile, Messungen an Motoren und Isolationen.

Wenn eine Anlage stillsteht, wird es hektisch. Dann geht es um Fehlersuche unter Zeitdruck, oft mit dem Schichtführer im Nacken, weil jede Stunde Stillstand Geld kostet. Messgerät, Schaltplan und systematisches Vorgehen sind dabei wichtiger als Bauchgefühl. Dokumentation gehört dazu: Prüfprotokolle, Anlagenpläne, Wartungsberichte.

Wie wird man Elektroniker für Betriebstechnik?

Üblich ist die duale Ausbildung im Handwerk oder in der Industrie, dreieinhalb Jahre lang, mit Abschluss vor der Handwerkskammer oder der Industrie- und Handelskammer. Betriebe stellen überwiegend mit mittlerem Schulabschluss ein, mit gutem Hauptschulabschluss und Interesse an Technik kommt man ebenfalls hinein. Mathematik und Physik sollten keine Feindbilder sein, weil Strom, Spannung und Leistung täglich gerechnet werden.

Quereinstieg ist möglich, aber nicht formlos: Wer als angelernte Kraft arbeitet, darf viele Tätigkeiten an Spannungsanlagen nicht selbst ausführen. Realistisch ist eine Umschulung über die Arbeitsagentur, meist rund zwei Jahre, oder eine Externenprüfung nach ausreichender einschlägiger Berufspraxis. Fachkraft für elektrotechnisch festgelegte Tätigkeiten ist eine Zwischenstufe, ersetzt aber den Gesellenbrief nicht.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet selten am Schreibtisch statt. Enge Schaltschränke, Leitern, Hallendächer, Kellergeschosse, Kälte im Winter, Lärm und Öl in der Produktion. Man arbeitet über Kopf, kniend, in Zwangshaltungen. Wer in der Instandhaltung eines Industriebetriebs arbeitet, macht in aller Regel Schicht, häufig auch Rufbereitschaft am Wochenende. Im Anlagenbau kommt Montagetätigkeit hinzu, teils wochenweise auswärts.

s Hinzu kommt die Verantwortung: Fehler an elektrischen Anlagen gefährden Menschen. Die fünf Sicherheitsregeln, Freischalten, Sichern gegen Wiedereinschalten, sind kein Formalismus, sondern Bedingung für die Arbeit. Farbtüchtigkeit und Schwindelfreiheit sind praktisch Voraussetzung. Technik verändert sich schnell, Busysteme, Antriebstechnik und Gebäudeautomation erfordern regelmäßige Weiterbildung.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und seit Jahren stabil. Industrie, Energieversorger, Gebäudetechnik, Rechenzentren und der Ausbau erneuerbarer Energien konkurrieren um dieselben Fachkräfte, unbesetzte Stellen sind die Regel. Wer den Gesellenbrief hat, findet in fast jeder Region Arbeit.

Entwicklungswege gibt es mehrere: Industriemeister Elektrotechnik oder Elektrotechnikermeister, staatlich geprüfter Techniker Elektrotechnik, Spezialisierung auf SPS-Programmierung, Antriebstechnik, Explosionsschutz oder Hochspannung. Der Meisterbrief eröffnet den Weg in die Selbstständigkeit und in die Ausbildung von Nachwuchs. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium der Elektrotechnik oder Automatisierungstechnik möglich, auch berufsbegleitend.

Aufgaben

  • Elektrische Anlagen und Schaltschränke nach Plan installieren
  • Maschinen und Steuerungen in Betrieb nehmen und parametrieren
  • Störungen an Produktionsanlagen suchen und beheben
  • Wartungen und wiederkehrende Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3 durchführen
  • Speicherprogrammierbare Steuerungen anpassen und testen
  • Kabeltrassen verlegen, Leitungen ziehen und anschließen
  • Prüfprotokolle, Schaltpläne und Wartungsberichte pflegen
  • Auszubildende und Hilfskräfte auf der Baustelle anleiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik oder vergleichbar
  • Kenntnis der einschlägigen Normen und der fünf Sicherheitsregeln
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und sicheres Lesen von Stromlaufplänen
  • Farbtüchtigkeit, Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit, Rufbereitschaft oder Montageeinsätzen
  • Führerschein Klasse B für Einsätze außer Haus
  • Sorgfalt und systematisches Vorgehen bei der Fehlersuche

Wo man arbeitet

  • Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
  • Elektrohandwerksbetriebe
  • Anlagen- und Maschinenbauunternehmen
  • Energieversorger und Netzbetreiber
  • Facility-Management und Gebäudetechnik
  • Rechenzentren und Krankenhäuser mit technischem Dienst

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist die duale Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik über dreieinhalb Jahre in Betrieb und Berufsschule, abgeschlossen mit der gestreckten Gesellen- oder Abschlussprüfung vor Handwerkskammer oder IHK. Eine Verkürzung auf drei Jahre ist bei guten Leistungen oder Vorbildung möglich. Für Umsteiger bietet sich eine geförderte Umschulung von rund zwei Jahren an.

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