Zum Inhalt springen
Handwerk & Produktion

Anlagenmechaniker

Anlagenmechaniker bauen, montieren und warten Rohrleitungssysteme, Behälter und technische Anlagen – im Industrieanlagenbau ebenso wie in der Versorgungstechnik. Sie schweißen, biegen, dichten ab und nehmen Anlagen in Betrieb.

52 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Anlagenmechaniker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 3.000 € 3.400 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.600 € 4.200 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.400 € 5.500 € 52.800 €

Am stärksten wirkt die Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) liegen die Grundgehälter deutlich über denen kleiner Handwerksbetriebe im SHK-Bereich. Montagezuschläge, Auslöse und Schichtzulagen erhöhen das tatsächliche Einkommen im Industrieservice oft spürbar.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Anlagenmechaniker?

Anlagenmechaniker stellen Bauteile für Rohrleitungssysteme, Kessel, Druckbehälter und Apparate her und setzen sie zu funktionierenden Anlagen zusammen. Der Arbeitstag beginnt oft mit dem Lesen einer Isometrie oder eines Rohrleitungsplans. Danach wird zugeschnitten, gebogen, angepasst, geschweißt und verschraubt. Auf der Baustelle richten sie Rohrtrassen aus, setzen Halterungen, montieren Pumpen, Ventile und Armaturen, führen Druckproben durch und dokumentieren die Ergebnisse.

Ein großer Teil der Arbeit findet in der Instandhaltung statt: Bei Anlagenstillständen in Chemiewerken, Kraftwerken oder Papierfabriken werden Rohrabschnitte getrennt, Dichtungen erneuert, Verschleißteile getauscht. Solche Stillstände laufen unter Zeitdruck, häufig im Mehrschichtbetrieb. Neben dem Industrieanlagenbau gibt es die verwandte Fachrichtung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, in der Heizungsanlagen, Wärmepumpen, Bäder und Lüftungssysteme installiert und gewartet werden.

Wie wird man Anlagenmechaniker?

Üblich ist die duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker, dreieinhalb Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, abgeschlossen mit der Gesellenprüfung beziehungsweise der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Betriebe erwarten meist einen mittleren Schulabschluss, nehmen aber auch Bewerber mit Hauptschulabschluss und solidem Verständnis für Mathematik und Technik. Während der Ausbildung werden Schweißverfahren gelernt, oft mit anschließenden Schweißerprüfungen nach Norm, die im Berufsleben regelmäßig wiederholt werden müssen.

Ein Quereinstieg ist möglich, aber selten ohne Vorkenntnisse. Wer aus einem anderen Metallberuf kommt – Konstruktionsmechaniker, Industriemechaniker, Rohrschlosser – kann sich über Schweißlehrgänge und betriebliche Einarbeitung annähern. Für Ungelernte gibt es Helferstellen in der Montage, der Weg zum vollwertigen Facharbeiter führt dann über eine Umschulung oder die Externenprüfung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Rohre und Armaturen sind schwer, gearbeitet wird in Zwangshaltungen, auf Gerüsten, in Rohrkellern und engen Behältern. Hitze, Lärm, Schweißrauch und Kühlschmierstoffe gehören dazu, ebenso persönliche Schutzausrüstung über die gesamte Schicht. Montageeinsätze bedeuten häufig Reisen und Wochen auswärts, in der Instandhaltung sind Wochenend- und Nachtarbeit während Revisionen normal.

Wichtig sind räumliches Vorstellungsvermögen, sauberes Arbeiten nach Zeichnung und Verantwortungsbewusstsein: Eine schlecht ausgeführte Schweißnaht an einer Druckleitung ist ein Sicherheitsrisiko. Schwer fällt vielen die Kombination aus Zeitdruck und Genauigkeit sowie die Belastung der Knie, Schultern und des Rückens über Jahrzehnte.

Aussichten

Fachkräfte werden gesucht, im Anlagenbau wie in der Gebäudetechnik. Der Umbau der Wärmeversorgung, Wasserstoffprojekte, Fernwärmenetze und die Instandhaltung alternder Industrieanlagen sorgen für stabile Auftragslage. Wer bereit ist zu reisen, findet nahezu überall Arbeit.

Entwicklungswege führen über den Industriemeister Metall oder den Installateur- und Heizungsbauermeister, über Weiterbildungen zum Schweißfachmann, zur Prüfaufsicht oder zum technischen Fachwirt. Möglich sind auch Positionen als Baustellenleiter, in der Qualitätssicherung, im technischen Einkauf oder als Servicetechniker beim Anlagenhersteller. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium des Maschinenbaus oder der Versorgungstechnik ein weiterer Weg.

Aufgaben

  • Rohrleitungspläne und Isometrien lesen und umsetzen
  • Rohre und Bleche zuschneiden, biegen und passgenau vorbereiten
  • Bauteile schweißen, verschrauben und abdichten
  • Pumpen, Armaturen und Behälter montieren und ausrichten
  • Druck- und Dichtheitsprüfungen durchführen und dokumentieren
  • Anlagen in Betrieb nehmen und einregeln
  • Wartung, Reparatur und Austausch von Verschleißteilen
  • Arbeiten bei Anlagenstillständen und Revisionen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Anlagenmechaniker oder in einem verwandten Metallberuf
  • Mindestens Hauptschulabschluss, häufig mittlerer Schulabschluss erwartet
  • Gültige Schweißerprüfungen je nach Einsatzgebiet
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und technisches Zeichnungsverständnis
  • Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit, Eignung für Arbeiten mit Atemschutz
  • Bereitschaft zu Montageeinsätzen, Schicht- und Wochenendarbeit
  • Führerschein Klasse B von Vorteil

Wo man arbeitet

  • Industrieanlagenbau und Rohrleitungsbau
  • Chemie-, Kraftwerks- und Papierindustrie
  • Betriebe für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
  • Instandhaltungs- und Industrieservicefirmen
  • Werften und Behälterbau
  • Kommunale Versorgungsbetriebe

Der Weg in den Beruf

Der Regelweg ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker, im Betrieb und in der Berufsschule, mit gestreckter Abschlussprüfung. Der Abschluss ist die Gesellen- oder Facharbeiterprüfung vor Handwerkskammer oder IHK. Darauf können Meisterprüfung, Schweißfachmann oder ein technisches Studium aufbauen.

Offene Stellen als Anlagenmechaniker

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik installieren und warten Heizungen, Bäder, Lüftungs- und Trinkwasseranlagen. Sie arbeiten auf Baustellen und in bewohnten Gebäuden, planen Leitungsführungen, montieren Rohre und nehmen Anlagen in Betrieb.

Offene Stellen
9
Monatsbrutto
2.500 – 5.000 €

Industriemechaniker

Industriemechaniker bauen, warten und reparieren Maschinen und Produktionsanlagen. Sie fertigen Bauteile, montieren Anlagen und halten die Produktion am Laufen.

Offene Stellen
192
Monatsbrutto
2.600 – 5.500 €

Konstruktionsmechaniker

Konstruktionsmechaniker fertigen und montieren Bauteile und Konstruktionen aus Stahl und anderen Metallen - von Behältern und Rohrleitungen über Stahlbauteile bis zu Maschinenrahmen. Sie schneiden, umformen, schweißen und richten Bleche und Profile nach technischen Zeichnungen aus.

Offene Stellen
31
Monatsbrutto
2.500 – 5.500 €

Rohrleitungsbauer

Rohrleitungsbauer verlegen und reparieren Leitungen für Wasser, Abwasser, Gas, Fernwärme und Industrieanlagen. Die Arbeit findet überwiegend im Freien statt, im Rohrgraben, bei jedem Wetter.

Offene Stellen
6
Monatsbrutto
2.700 – 5.400 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz