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Handwerk & Produktion

Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik installieren und warten Heizungen, Bäder, Lüftungs- und Trinkwasseranlagen. Sie arbeiten auf Baustellen und in bewohnten Gebäuden, planen Leitungsführungen, montieren Rohre und nehmen Anlagen in Betrieb.

9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 4.000 € 5.000 € 48.000 €

In tarifgebundenen Betrieben richtet sich die Bezahlung nach dem Rahmentarifvertrag des SHK-Handwerks der jeweiligen Landesinnung, die Unterschiede zwischen West und Ost sind noch spürbar. Kleine Betriebe zahlen häufig übertariflich, um Fachkräfte zu halten; Montagezuschläge, Notdienst und Überstunden erhöhen das tatsächliche Monatseinkommen deutlich, ebenso ein Kälteschein oder eine Wärmepumpen-Spezialisierung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik?

Der Arbeitstag beginnt meist im Betrieb mit dem Beladen des Fahrzeugs und endet auf einer Baustelle, in einem Heizungskeller oder in einem Badezimmer, das entkernt wird. Zu den Aufgaben gehört das Ablängen, Biegen und Verbinden von Rohren aus Kupfer, Edelstahl, Stahl oder Kunststoff, das Setzen von Vorwandelementen, das Montieren von Waschtischen, WCs, Duschen und Heizkörpern sowie der Einbau von Wärmeerzeugern: Gas-Brennwertgeräten, Wärmepumpen, Pelletkesseln, Solarthermie und Speichern. Dazu kommen Lüftungskanäle, Klimasplitgeräte und Fußbodenheizungen.

Nach der Montage folgt die Inbetriebnahme. Anlagen werden gefüllt, entlüftet, auf Dichtheit geprüft, der hydraulische Abgleich wird durchgeführt, Regelungen werden parametriert. Ein großer Teil der Arbeit ist außerdem Wartung und Reparatur im Bestand: Störungen suchen, Ventile tauschen, Verstopfungen beseitigen, Abgaswerte messen, Kundinnen und Kunden erklären, wie ihre Anlage funktioniert. Bei Notdiensteinsätzen ist Improvisation gefragt, weil selten alles passt, was der Vorbesitzer eingebaut hat.

Wie wird man Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik?

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Handwerk, meist in einem SHK-Betrieb, teils auch in der Industrie oder im technischen Gebäudemanagement. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; die Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Wichtig sind Mathematik und Physik, weil Rohrnetze berechnet und Wärmemengen abgeschätzt werden. Quereinstieg ist möglich, häufig über Helfertätigkeiten und eine spätere Umschulung oder Externenprüfung; wer aus einem anderen Metallberuf kommt, kann die Ausbildung verkürzen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Knien, über Kopf montieren, Arbeiten in engen Schächten und ungeheizten Rohbauten, Heben von Kesseln und Speichern gehören dazu. Wer Rückenprobleme oder Knieschäden hat, kommt schwer durch ein Berufsleben. Schmutz, Staub, Lötrauch und im Bestand auch alte Abwasserleitungen sind Alltag. Fahrten zu wechselnden Einsatzorten kosten Zeit, Überstunden am Freitag sind nicht selten, weil ein Bad bis zum Wochenende fertig sein soll. Rufbereitschaft und Notdienste kommen in vielen Betrieben hinzu.

Dazu gehört ein zweiter Teil, den viele unterschätzen: Der Umgang mit Kunden. Es wird in Wohnungen gearbeitet, in denen Menschen leben; Termindruck, Ärger über Kosten und Bauverzögerungen landen zuerst beim Monteur. Sorgfalt ist Pflicht, weil ein undichter Anschluss hinter der Wand einen Wasserschaden bedeutet. Technisch bleibt es nicht stehen: Wärmepumpen, Regelungstechnik und Kältemittelvorschriften verlangen regelmäßige Fortbildung.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Der Heizungstausch, die Sanierung des Gebäudebestands und der Ausbau der Wärmepumpentechnik binden mehr Fachkräfte, als vorhanden sind; gleichzeitig gehen viele Beschäftigte in Rente. Fachkräfte finden nahezu überall eine Stelle, Betriebe suchen dauerhaft.

Entwicklungswege gibt es mehrere: Vorarbeiter und Baustellenleitung, Servicetechniker mit Spezialisierung auf Wärmepumpen oder Kältetechnik, Kundendienstmonteur, Aufstieg über die Meisterprüfung mit der Möglichkeit zur Selbstständigkeit oder zur Ausbildung von Nachwuchs. Wer weiter will, kann über die Techniker- oder Meisterschule ins Studium der Versorgungstechnik oder in die Planung wechseln, ebenso in Vertrieb und technische Beratung bei Herstellern.

Aufgaben

  • Rohrleitungen für Trinkwasser, Abwasser, Heizung und Gas verlegen
  • Sanitärobjekte wie Waschtische, WCs und Duschen montieren
  • Heizkessel, Wärmepumpen, Speicher und Solaranlagen einbauen
  • Lüftungs- und Klimaanlagen installieren und einregulieren
  • Anlagen befüllen, entlüften, auf Dichtheit prüfen und in Betrieb nehmen
  • Störungen im Kundendienst suchen und beheben
  • Wartungen durchführen und Messwerte dokumentieren
  • Kunden in die Bedienung der Anlage einweisen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Anlagenmechaniker SHK oder vergleichbare Qualifikation
  • handwerkliches Geschick und technisches Verständnis
  • körperliche Belastbarkeit, Arbeiten im Knien und über Kopf
  • Führerschein Klasse B für Fahrten zu Einsatzorten
  • Zuverlässigkeit und freundlicher Umgang mit Kunden in bewohnten Räumen
  • je nach Tätigkeit Kälteschein oder Nachweise für Arbeiten an Gasanlagen

Wo man arbeitet

  • Handwerksbetriebe für Sanitär, Heizung und Klima
  • Baustellen im Neubau und in der Sanierung
  • Kundendienst und Servicefirmen von Herstellern
  • technisches Gebäudemanagement und Facility-Dienstleister
  • Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung

Der Weg in den Beruf

Der Regelweg ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik in einem Betrieb mit Berufsschule. Sie endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Bei guten Leistungen oder einschlägiger Vorbildung ist eine Verkürzung möglich; danach stehen Meisterprüfung oder Weiterbildung zum Servicetechniker offen.

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