Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik
Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik installieren, prüfen und reparieren elektrische Anlagen in Wohn- und Gewerbegebäuden – von der Steckdose über den Zählerschrank bis zur Wärmepumpe und Photovoltaikanlage.
34 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.850 € | 3.200 € | 34.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.400 € | 3.900 € | 40.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.500 € | 4.100 € | 5.200 € | 49.200 € |
Entscheidend ist, ob der Betrieb dem Tarifvertrag der Elektro- und Informationstechnischen Handwerke des jeweiligen Bundeslandes folgt – dort liegen die Löhne verlässlicher, im Süden deutlich über dem Osten. Höhere Werte erreichen vor allem Industrieinstandhalter nach IG-Metall-Tarif, Meister sowie Spezialisten für Gebäudeautomation; Montagezuschläge, Rufbereitschaft und Überstunden kommen häufig hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik?
Der Beruf beginnt meist im Rohbau: Schlitze fräsen, Leerrohre setzen, Leitungen ziehen, Verteilerdosen platzieren. Später kommen Schalter, Steckdosen, Leuchten, Rauchwarnmelder und Netzwerkdosen dazu. Ein großer Teil der Arbeit spielt sich am Zählerschrank ab – Verteilungen aufbauen, Leitungsschutzschalter und Fehlerstromschutzschalter setzen, Stromkreise auflegen und beschriften.
Dazu kommt die Messtechnik. Vor der Übergabe einer Anlage werden Schutzleiter, Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und Auslösezeiten gemessen und protokolliert. Wer im Bestand arbeitet, sucht Fehler: Warum fällt der FI-Schalter, warum flackert eine Leuchte, warum ist eine Zuleitung heiß geworden. Ein wachsender Bereich sind Photovoltaikanlagen, Speicher, Wallboxen und Wärmepumpen sowie Gebäudeautomation – KNX, Bussysteme, Präsenzmelder, Jalousiesteuerungen. Auch Sprechanlagen, Brandmelde- und Alarmtechnik gehören dazu. Die Arbeit findet auf Baustellen, in bewohnten Wohnungen, in Betriebsgebäuden und in Technikräumen statt, im Team mit Kollegen oder allein im Servicewagen.
Wie wird man Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik?
Über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Elektrohandwerk, mit Berufsschule und Betrieb. Verkürzung auf drei Jahre ist bei guten Leistungen oder mit Abitur möglich. Rechtlich vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss, in der Praxis stellen Betriebe meist mit Mittlerem Abschluss oder gutem Hauptschulabschluss ein; Mathematik und Physik werden gebraucht. Die Prüfung ist in zwei Teile geteilt, am Ende steht ein Kundenauftrag mit Fachgespräch.
Quereinstieg ist über eine Umschulung möglich, oft in zwei bis zweieinhalb Jahren und über die Arbeitsagentur gefördert. Ohne Ausbildung darf man an elektrischen Anlagen nur unter Aufsicht und in engen Grenzen arbeiten – als "elektrotechnisch unterwiesene Person" etwa Leuchten tauschen, aber keine Anlage abnehmen.
Was der Beruf verlangt
Körperlich fordernd: Arbeiten über Kopf, auf Leitern und Gerüsten, in Kriechkellern und auf Dächern, Staub beim Fräsen, Lärm, Kälte im Rohbau. Rücken und Knie merken das nach Jahren. Farbfehlsichtigkeit kann ein Problem sein, weil Leitungen über Farben unterschieden werden.
Die Verantwortung ist hoch. Ein falsch aufgelegter Schutzleiter oder eine nicht durchgeführte Messung kann Menschen gefährden. Die fünf Sicherheitsregeln, die anerkannten Regeln der Technik und die Normenwelt der DIN VDE sind nicht Theorie, sondern täglich anzuwenden. Dazu kommt Dokumentation: Messprotokolle, Stundenzettel, Materiallisten.
Die Arbeitszeiten sind meist regulär, aber Baustellen bedeuten frühe Anfänge, wechselnde Einsatzorte und Termindruck, wenn andere Gewerke warten. Im Störungsdienst gibt es Rufbereitschaft. Wer im Kundendienst arbeitet, hat viel Kontakt mit Menschen in ihren Wohnungen und muss auch Reklamationen aushalten.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur, Photovoltaik und Gebäudeautomation binden Fachkräfte, gleichzeitig gehen geburtenstarke Jahrgänge in Rente. Fachkräfte finden in nahezu jeder Region eine Stelle, oft mit Verhandlungsspielraum.
Entwicklungswege gibt es mehrere: Meisterprüfung mit der Möglichkeit, einen Betrieb zu führen und auszubilden, Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker, Spezialisierung auf Gebäudeautomation, Photovoltaik oder Brandmeldetechnik. Auch der Wechsel in die Bauleitung, in den technischen Vertrieb, in das Facility Management oder in die Instandhaltung eines Industriebetriebs ist üblich. Mit Meisterbrief ist ein Studium ohne Abitur möglich.
Aufgaben
- Leitungen verlegen, Dosen setzen, Wanddurchbrüche und Schlitze herstellen
- Verteilungen und Zählerschränke aufbauen und Stromkreise auflegen
- Schalter, Steckdosen, Leuchten und Rauchwarnmelder montieren und anschließen
- Anlagen prüfen, Messwerte aufnehmen und Protokolle erstellen
- Störungen in Bestandsanlagen suchen und beheben
- Photovoltaikanlagen, Speicher, Wallboxen und Wärmepumpen elektrisch anbinden
- Gebäudeautomation mit KNX oder Bussystemen installieren und parametrieren
- Kunden einweisen, Aufmaß nehmen und Arbeiten dokumentieren
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung im Elektrohandwerk oder gleichwertige Umschulung
- Kenntnis der fünf Sicherheitsregeln und der einschlägigen DIN-VDE-Normen
- technisches Verständnis, Rechnen mit Formeln, Lesen von Schaltplänen
- körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit, Arbeiten über Kopf und auf Leitern
- normales Farbsehen zur Unterscheidung von Adern
- Sorgfalt und Bereitschaft zur Dokumentation
- Führerschein Klasse B für Montage- und Servicefahrten
Wo man arbeitet
- Elektroinstallationsbetriebe im Handwerk
- Anlagenbauer und Errichter von Photovoltaik- und Ladeinfrastruktur
- Facility-Management- und Gebäudedienstleister
- Instandhaltungsabteilungen von Industrie- und Gewerbebetrieben
- Bauunternehmen und technische Gebäudeausrüster
- Stadtwerke, Wohnungsgesellschaften und öffentliche Bauämter
Der Weg in den Beruf
Übliche Weg ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik im Handwerk, abgeschlossen mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Eine Verkürzung auf drei Jahre ist bei guten Leistungen oder mit Hochschulreife möglich. Für Umsteiger gibt es geförderte Umschulungen von rund zwei bis zweieinhalb Jahren mit demselben Abschluss.
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