Elektroniker für Automatisierungstechnik
Elektroniker für Automatisierungstechnik bauen, programmieren und warten Steuerungsanlagen, die Maschinen und Produktionsprozesse selbsttätig ablaufen lassen. Sie arbeiten an der Schnittstelle von Elektrotechnik, Mechanik und Software.
15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Elektroniker für Automatisierungstechnik verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.100 € | 3.600 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.900 € | 4.500 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.600 € | 5.600 € | 55.200 € |
Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder dem Chemie-Tarif liegen die Grundgehälter deutlich über denen kleiner Handwerksbetriebe. Schicht-, Rufbereitschafts- und Montagezulagen kommen obendrauf und machen häufig mehrere hundert Euro im Monat aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Elektroniker für Automatisierungstechnik?
In Fabriken laufen Abfüllanlagen, Pressen, Förderstrecken und Roboterzellen weitgehend ohne menschliches Zutun. Dahinter stehen Sensoren, Antriebe, Schaltschränke und speicherprogrammierbare Steuerungen. Elektroniker für Automatisierungstechnik bringen diese Teile zusammen: Sie installieren Steuerungs- und Regelungseinrichtungen, verdrahten Schaltschränke nach Stromlaufplan, montieren Sensorik und Antriebstechnik und binden alles über Bussysteme wie Profinet oder EtherCAT an.
Ein großer Teil der Arbeit ist Inbetriebnahme und Fehlersuche. Wenn eine Anlage stillsteht, muss geklärt werden, ob ein Sensor defekt ist, ein Antrieb blockiert, ein Netzwerkteilnehmer nicht antwortet oder ein Programmschritt nicht das tut, was er soll. Dafür wird mit Multimeter, Oszilloskop und Diagnosesoftware gearbeitet, oft unter Zeitdruck, weil jede Stillstandsstunde Geld kostet. Dazu kommen Programmänderungen an SPS-Steuerungen, Anpassungen an Bedienoberflächen, Wartungsrundgänge, Prüfungen elektrischer Betriebsmittel und die Dokumentation von Änderungen.
Wie wird man Elektroniker für Automatisierungstechnik?
Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Elektrohandwerk oder in der Industrie. Betriebe erwarten meist einen mittleren Schulabschluss und ordentliche Noten in Mathematik und Physik; mit gutem Hauptschulabschluss und technischem Interesse gibt es ebenfalls Chancen. Die Ausbildung endet mit der Gesellen- oder Facharbeiterprüfung vor der Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer, aufgeteilt in zwei Prüfungsteile.
Quereinstieg ist möglich, aber selten ohne elektrotechnische Grundlage. Wer aus einem verwandten Elektroberuf kommt, kann über eine Umschulung oder eine Externenprüfung nachziehen. Ohne die Schaltberechtigung und die anerkannte Qualifikation als Elektrofachkraft darf man an Anlagen nicht selbstständig arbeiten - das ist keine Formalie, sondern Haftungsfrage.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet in Produktionshallen statt: laut, staubig, manchmal heiß oder zugig. Montage im Schaltschrank ist Feinarbeit, das Ziehen von Kabeltrassen und das Heben von Motoren ist es nicht. Arbeiten über Kopf, auf Leitern und in engen Anlagenteilen gehören dazu. Farbsehtüchtigkeit ist wegen der Aderfarben nötig.
Viele Betriebe fahren Schichtbetrieb, Instandhalter stehen häufig in Rufbereitschaft. Störungen kommen nachts und am Wochenende. Wer im Anlagenbau oder bei einem Maschinenhersteller arbeitet, ist zudem regelmäßig auf Montage, teils wochenlang und international. Der Umgang mit Spannung verlangt Disziplin bei den fünf Sicherheitsregeln; Nachlässigkeit ist hier gefährlich. Und die Technik bleibt nicht stehen: Steuerungsgenerationen, Antriebssysteme und Netzwerkprotokolle wechseln, ständiges Nachlernen ist Teil des Jobs.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und seit Jahren stabil. Automatisierung nimmt in nahezu allen Branchen zu, gleichzeitig gehen erfahrene Fachkräfte in Rente. Wer die Prüfung besteht, findet in der Regel schnell eine Stelle, besonders in Maschinenbau, Chemie, Lebensmittelindustrie, Automobilzulieferung und Energieversorgung.
Weiterentwickeln lässt sich in mehrere Richtungen: Industriemeister oder Techniker Elektrotechnik, Spezialisierung auf SPS-Programmierung, Robotik, Antriebstechnik oder Funktionale Sicherheit, Wechsel in den Servicebereich mit Kundenkontakt oder in die Projektierung. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium der Elektro- oder Automatisierungstechnik ein weiterer Weg, oft berufsbegleitend.
Aufgaben
- Schaltschränke nach Stromlauf- und Klemmenplan aufbauen und verdrahten
- Sensoren, Antriebe und Aktoren montieren und parametrieren
- SPS-Programme erstellen, ändern und testen
- Anlagen in Betrieb nehmen und Prozessabläufe optimieren
- Störungen an Produktionsanlagen eingrenzen und beheben
- Wartungen und wiederkehrende Prüfungen elektrischer Betriebsmittel durchführen
- Bediener und Instandhalter in neue Anlagenfunktionen einweisen
- Änderungen und Prüfergebnisse dokumentieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung im Bereich Automatisierungs- oder Elektrotechnik
- Status als Elektrofachkraft, oft zusätzlich Schaltberechtigung
- Verständnis für Schaltpläne, Steuerungslogik und Messtechnik
- Sorgfalt und konsequentes Einhalten der Sicherheitsvorschriften
- Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit und Farbsehtüchtigkeit
- Bereitschaft zu Schicht-, Rufbereitschafts- oder Montageeinsätzen
- Führerschein Klasse B bei Service- und Montagetätigkeit
Wo man arbeitet
- Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
- Maschinen- und Anlagenbauunternehmen
- Elektrohandwerks- und Schaltanlagenbaubetriebe
- Systemintegratoren und Automatisierungsdienstleister
- Energieversorger und Wasserwirtschaftsbetriebe
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, angeboten sowohl im Handwerk als auch in der Industrie. Sie endet mit der Gesellen- beziehungsweise Abschlussprüfung Teil 1 und Teil 2 vor der zuständigen Kammer. Bei guten Leistungen oder einschlägiger Vorbildung ist eine Verkürzung auf drei Jahre möglich.
Offene Stellen als Elektroniker für Automatisierungstechnik
In der Suche fortsetzenElektroniker für Automatisierungstechnik (m/w/d)
Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik (m/w/d)
Ausbildung zum Elektroniker (m/w/d) für Automatisierungstechnik
Ausbildung zur/zum Elektroniker:in für Automatisierungstechnik 2027
Ausbildung ElektronikerIn für Automatisierungstechnik (m/w/d)* 2027 in Mainz
Ausbildung als Elektroniker*in für Automatisierungstechnik
Elektroniker für Automatisierungstechnik (m/w/d)
Verwandte Berufe
Elektroniker für Betriebstechnik
Elektroniker für Betriebstechnik installieren, warten und reparieren elektrische Anlagen in Industriebetrieben und Gebäuden. Sie sorgen dafür, dass Maschinen, Schaltanlagen und Steuerungen zuverlässig laufen.
- Offene Stellen
- 75
- Monatsbrutto
- 2.700 – 5.500 €
Industrieelektriker
Industrieelektriker installieren, prüfen und warten elektrische Anlagen und Betriebsmittel in Produktionsbetrieben. Der Beruf wird in einer verkürzten zweijährigen Ausbildung erlernt und liegt zwischen Anlerntätigkeit und Elektroniker-Ausbildung.
- Offene Stellen
- 9
- Monatsbrutto
- 2.500 – 4.500 €
Mechatroniker
Mechatroniker bauen, warten und reparieren Anlagen und Maschinen, in denen Mechanik, Elektrik und Steuerungstechnik zusammenwirken. Sie montieren Bauteile, verdrahten Schaltschränke, programmieren Steuerungen und suchen Fehler in komplexen Systemen.
- Offene Stellen
- 136
- Monatsbrutto
- 2.700 – 5.500 €
Passend dazu im Ratgeber
- Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht, Angebot, Wunsch Vorsorge ist keine Eignungsprüfung und kein Test, den man bestehen muss. Welche drei Arten...
- Bildschirmarbeitsplatz einrichten: die Reihenfolge Ein Bildschirmarbeitsplatz wird von unten nach oben eingerichtet: erst der Stuhl, dann der...
- Quereinstieg: wie ein Wechsel in einen anderen Beruf gelingt Ein Berufswechsel scheitert selten an der Fähigkeit und oft an der Darstellung. Welche Weg...