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Handwerk & Produktion

Kfz-Mechatroniker

Kfz-Mechatroniker warten und reparieren Fahrzeuge, suchen Fehler in Mechanik und Elektronik und bauen Zubehör ein. Der Beruf verbindet Schrauben mit Diagnosetechnik am Computer.

179 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kfz-Mechatroniker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.650 € 3.000 € 31.800 €
Mit Berufserfahrung 2.700 € 3.150 € 3.700 € 37.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.800 € 4.800 € 45.600 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Region: In Betrieben mit Tarifvertrag des Kfz-Gewerbes oder der Metall- und Elektroindustrie liegen die Löhne deutlich über denen kleiner freier Werkstätten, im Süden über dem Osten. Zusatzqualifikationen für Hochvolt- und Diagnosetechnik, Meistertitel sowie Rufbereitschaft und Samstagszuschläge heben das Einkommen weiter.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kfz-Mechatroniker?

Der Arbeitstag beginnt meist mit der Auftragsliste: Inspektion an einem Kombi, Bremsen an einem Transporter, ein Fahrzeug mit unklarer Motorstörung. Kfz-Mechatroniker hängen das Diagnosegerät an die Fahrzeugelektronik, lesen Fehlerspeicher aus, prüfen Messwerte von Sensoren und grenzen ein, ob ein Bauteil defekt ist oder ein Kabel scheuert. Sie wechseln Bremsscheiben und Beläge, tauschen Zahnriemen, Kupplungen und Stoßdämpfer, füllen Öl und Kühlmittel, prüfen Abgaswerte und stellen Fahrwerke ein.

Dazu kommt die Arbeit an Assistenzsystemen und Hochvolttechnik: Kameras und Radarsensoren müssen nach einem Scheibentausch kalibriert werden, Batteriesysteme von Elektroautos dürfen nur mit entsprechender Qualifikation freigeschaltet werden. Ein Teil der Zeit geht in Dokumentation, Ersatzteilbestellung und Gespräche mit Kunden, die wissen wollen, warum die Reparatur mehr kostet als gedacht.

Wie wird man Kfz-Mechatroniker?

Über die dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Kfz-Handwerk, mit einem der Schwerpunkte Personenkraftwagentechnik, Nutzfahrzeugtechnik, System- und Hochvolttechnik, Karosserietechnik oder Motorradtechnik. Betriebe erwarten in der Regel einen mittleren Schulabschluss, nehmen aber auch Hauptschulabsolventen mit brauchbaren Noten in Mathematik und Physik. Die Prüfung wird vor der Handwerkskammer abgelegt.

Ein echter Quereinstieg ohne Abschluss ist selten möglich, weil Haftung und Herstellervorgaben nachgewiesene Qualifikation verlangen. Wer aus einem verwandten Metall- oder Elektroberuf kommt, kann die Ausbildung verkürzen oder über eine Umschulung mit externer Prüfung einsteigen. Nach der Gesellenzeit folgen Weiterbildungen zum Servicetechniker, zur Fachkraft für Hochvoltsysteme, zum Meister oder ein Studium im Fahrzeugbau.

Was der Beruf verlangt

Körperlich fordernd: viel Stehen, Arbeiten über Kopf an der Hebebühne, verdrehte Haltungen im Motorraum, Heben von Rädern und Getriebeteilen. Öl, Bremsstaub, Lösemittel und Lärm gehören dazu. Rücken, Knie und Schultern merken das über die Jahre.

Dazu kommt Zeitdruck. Werkstätten arbeiten mit Vorgabezeiten, und wer eine schwierige Fehlersuche hat, verliert Stunden, die niemand bezahlt. Die Technik verändert sich schnell; wer sich nicht regelmäßig fortbildet, kommt bei aktuellen Modellen nicht weit. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, in Autohäusern mit Samstagsdienst und in Pannen- oder Nutzfahrzeugdiensten auch mit Rufbereitschaft. Die Bezahlung liegt im Handwerksvergleich im Mittelfeld und bleibt in kleinen Betrieben ohne Tarifbindung häufig niedrig.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Werkstätten, Autohäuser und Flottenbetriebe finden seit Jahren nicht genug Fachkräfte, offene Stellen bleiben lange unbesetzt. Der Bestand an Fahrzeugen wird gewartet, unabhängig von der Konjunktur, auch wenn Elektroautos langfristig weniger mechanischen Verschleiß mitbringen.

Gefragt sind vor allem Leute, die Elektronik und Hochvolttechnik beherrschen; dort liegen die besseren Verdienstmöglichkeiten. Weitere Wege führen über den Meistertitel in die Werkstattleitung oder in einen eigenen Betrieb, über die Herstellerschulungen zum Diagnosespezialisten oder in Bereiche wie Kundendienstannahme, technischer Außendienst, Prüforganisationen und Sachverständigenwesen.

Aufgaben

  • Fehlerspeicher auslesen und Störungen in Mechanik und Elektronik eingrenzen
  • Inspektionen und Wartungsarbeiten nach Herstellervorgaben durchführen
  • Bremsen, Fahrwerk, Kupplung und Zahnriemen instand setzen
  • Assistenzsysteme kalibrieren und Steuergeräte programmieren
  • Arbeiten an Hochvoltsystemen von Hybrid- und Elektrofahrzeugen
  • Zubehör wie Anhängerkupplungen oder Standheizungen einbauen
  • Abgas- und Sicherheitsprüfungen vorbereiten und Fahrzeuge abnahmefertig machen
  • Arbeitsschritte dokumentieren und Kunden den Reparaturbedarf erklären

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker oder gleichwertige Qualifikation
  • technisches Verständnis für Mechanik, Elektrik und Elektronik
  • Bereitschaft, sich laufend in neue Fahrzeugtechnik einzuarbeiten
  • körperliche Belastbarkeit, Beweglichkeit und keine Allergien gegen Öle und Lösemittel
  • Führerschein Klasse B, für Nutzfahrzeuge zusätzlich C oder CE
  • sorgfältige Arbeitsweise und Sinn für Sicherheitsvorschriften
  • Grundkenntnisse in Deutsch und im Umgang mit Werkstattsoftware

Wo man arbeitet

  • Kfz-Werkstätten und freie Reparaturbetriebe
  • Autohäuser mit Markenwerkstatt
  • Nutzfahrzeug- und Speditionswerkstätten
  • Werkstätten von Verkehrsbetrieben, Behörden und Feuerwehren
  • Fuhrpark- und Flottenbetriebe großer Unternehmen
  • Prüforganisationen und Pannenhilfsdienste

Der Weg in den Beruf

Übliche Voraussetzung ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker im Betrieb und in der Berufsschule, abgeschlossen mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Wer bereits einen technischen Beruf gelernt hat, kann verkürzen oder über eine Umschulung einsteigen. Darauf aufbauend sind Servicetechniker, Hochvolt-Fachkraft und Kfz-Meister die gängigen Weiterbildungen.

Offene Stellen als Kfz-Mechatroniker

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