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Handwerk & Produktion

Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker

Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker richten beschädigte Fahrzeugkarosserien wieder her, bauen Aufbauten für Nutzfahrzeuge und montieren Anhänger, Kofferaufbauten oder Sonderfahrzeuge. Sie arbeiten mit Blech, Aluminium, Kunststoff und zunehmend mit Elektronik.

16 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.750 € 3.100 € 33.000 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 3.900 € 4.800 € 46.800 €

Entscheidend ist, ob der Betrieb tarifgebunden ist: im Kfz-Handwerk gelten regionale Tarifverträge der Innungen, in der Fahrzeugbauindustrie oft der Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie, der deutlich höher liegt. Kleine, nicht tarifgebundene Werkstätten zahlen am unteren Rand, Meistertitel, Hochvoltqualifikation und Montagezulagen heben das Einkommen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker?

Der Beruf hat zwei Gesichter. In der Fachrichtung Karosserieinstandhaltungstechnik geht es um Unfallschäden: Fahrzeug vermessen, verzogene Bodengruppen auf der Richtbank zurückziehen, Beulen ausbeulen oder Bleche ausschneiden und neue einschweißen, Klebeverbindungen an hochfesten Stählen setzen, Scheiben tauschen, Türen und Spaltmaße einstellen. Dazu gehört der Ausbau von Elektronik, Airbags und Sensoren, das anschließende Kalibrieren von Assistenzsystemen und die Übergabe an die Lackiererei.

In der Fachrichtung Fahrzeugbautechnik entstehen Aufbauten: Kofferaufbauten für Lkw, Kipper, Tankfahrzeuge, Anhänger, Feuerwehr- und Kommunalfahrzeuge, Verkaufswagen. Hier werden Profile zugeschnitten, Rahmen geschweißt, Hydraulik und Pneumatik verlegt, Bordwände montiert, Beleuchtung und Bremsanlagen angeschlossen. Häufig sind es Einzelstücke nach Kundenwunsch, was viel Lesen von Zeichnungen und eigenes Mitdenken erfordert.

In beiden Richtungen gehören Prüf- und Dokumentationsarbeiten dazu: Schadensumfang aufnehmen, Kalkulationssysteme bedienen, Fotos für die Versicherung anfertigen, Sicht- und Funktionsprüfungen protokollieren.

Wie wird man Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker?

Über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Handwerk oder in der Industrie, mit Abschluss als Gesellin oder Geselle beziehungsweise Facharbeiter. Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit mittlerem Schulabschluss ein, gute Hauptschulabschlüsse mit stimmigen Noten in Mathematik und Physik werden ebenfalls genommen. Die Fachrichtung wird im Ausbildungsvertrag festgelegt und richtet sich nach dem Betrieb. Ein Quereinstieg ist möglich, wenn Vorerfahrung aus Metallbau, Schweißerei oder Kfz-Technik vorliegt; ohne Abschluss bleibt man meist auf Hilfsarbeiten beschränkt. Wer bereits einen Beruf hat, kann die Ausbildung verkürzen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Über Kopf schweißen, unter dem Fahrzeug liegen, schwere Bordwände und Blechteile heben, stundenlang stehen. Lärm, Schleifstaub, Schweißrauch und Lösemittel gehören zum Alltag; Gehörschutz, Absaugung und Schutzkleidung sind Pflicht und werden auch getragen. Rückenprobleme und Gelenkbeschwerden sind in älteren Jahrgängen verbreitet. Wer an Nickel oder Chromaten allergisch reagiert oder unter starkem Asthma leidet, sollte den Beruf medizinisch abklären lassen.

Die Arbeitszeit ist meist geregelt, Montag bis Freitag, in Werkstätten mit Unfallreparatur aber häufig mit Überstunden, wenn Kunden auf ihr Fahrzeug warten. Im Nutzfahrzeugbau kommen Montageeinsätze beim Kunden und saisonale Spitzen dazu. Präzision ist gefordert: Spaltmaße im Millimeterbereich, Karosserien mit definierten Verformungszonen, die nicht beliebig repariert werden dürfen. Herstellervorgaben ändern sich häufig, Weiterbildung ist keine Kür.

Aussichten

Fachkräfte werden gesucht, besonders in der Unfallinstandsetzung und im Nutzfahrzeugbau, wo viele Betriebe Stellen lange nicht besetzen können. Elektroautos verändern die Arbeit: Hochvoltschulungen, Umgang mit Batteriegehäusen und Klebetechnik gewinnen an Bedeutung, klassisches Ausbeulen an Stahlblech verliert etwas. Wer weiterkommen will, macht die Meisterprüfung, wird Werkstattleiter, geht in die Schadenkalkulation, zu einem Sachverständigenbüro oder zur Prüforganisation. Möglich sind auch Weiterbildungen zum Techniker oder ein Studium im Fahrzeugbau. Die Selbstständigkeit mit eigener Karosseriewerkstatt bleibt ein realistischer, aber kapitalintensiver Weg.

Aufgaben

  • Unfallschäden aufnehmen und Karosserien auf der Richtbank vermessen
  • Blechteile ausbeulen, trennen, schweißen, kleben und nieten
  • Aufbauten, Anhänger und Sonderfahrzeuge nach Zeichnung fertigen
  • Hydraulik-, Pneumatik- und Elektroleitungen verlegen und anschließen
  • Scheiben, Anbauteile und Karosserieelemente aus- und einbauen
  • Fahrerassistenzsysteme nach der Reparatur kalibrieren
  • Fahrzeuge für die Lackierung vorbereiten und Korrosionsschutz auftragen
  • Reparaturschritte dokumentieren und Kosten kalkulieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker oder vergleichbarer Metallberuf
  • Technisches Verständnis und sicheres Lesen technischer Zeichnungen
  • Körperliche Belastbarkeit, Beweglichkeit und gutes Augenmaß
  • Sorgfalt bei Maßtoleranzen und Sicherheitsvorgaben
  • Schweißkenntnisse in MAG, WIG oder Punktschweißen
  • Führerschein Klasse B, im Nutzfahrzeugbau oft C oder CE von Vorteil
  • Keine Allergien gegen Metallstäube, Kleber oder Lösemittel

Wo man arbeitet

  • Karosserie- und Lackierfachbetriebe
  • Kfz-Werkstätten und Markenautohäuser
  • Fahrzeug- und Aufbauhersteller für Nutzfahrzeuge
  • Anhänger- und Sonderfahrzeugbau
  • Werkstätten von Speditionen, Kommunen und Feuerwehren

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker mit den Fachrichtungen Karosserieinstandhaltungstechnik, Fahrzeugbautechnik oder Caravan- und Reisemobiltechnik. Sie endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer beziehungsweise der Abschlussprüfung der Industrie- und Handelskammer. Danach sind Meisterprüfung, Technikerschule oder Spezialisierungen wie Hochvolttechnik und Schadengutachten möglich.

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