Zum Inhalt springen
Weitere Berufe

Kfz-Meister

Kfz-Meister leiten die Werkstatt: Sie diagnostizieren schwierige Fehler, prüfen Reparaturen ab, führen das Team und bilden Nachwuchs aus. Der Meisterbrief berechtigt außerdem zur Führung eines eigenen Betriebs.

28 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kfz-Meister verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.500 € 4.000 € 42.000 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 4.100 € 4.900 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 5.000 € 6.500 € 60.000 €

Entscheidend sind Betriebsart und Region: markengebundene Autohäuser und Betriebe mit Tarifbindung im Kfz-Gewerbe zahlen deutlich mehr als kleine freie Werkstätten, und im Süden liegt das Niveau über dem im Osten. Meisterzulage, Umsatzbeteiligung und Verantwortung als Werkstattleiter machen häufig mehrere Hundert Euro Unterschied aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kfz-Meister?

Kfz-Meister stehen zwischen Werkstatt und Büro. Sie nehmen Fahrzeuge an, hören sich Kundenbeschreibungen an und übersetzen sie in eine technische Diagnose, lesen Fehlerspeicher aus, messen mit Oszilloskop und Diagnosetester und entscheiden, ob ein Bauteil instand gesetzt oder getauscht wird. Sie schreiben Kostenvoranschläge, klären Gewährleistungs- und Kulanzfragen mit Herstellern und Versicherungen und begründen Rechnungen, wenn Kunden nachfragen.

Dazu kommt die Führung der Werkstatt: Aufträge auf Hebebühnen und Mitarbeiter verteilen, Termine so legen, dass die Kapazität passt, Ersatzteile bestellen, Prüftermine mit den Sachverständigen von TÜV oder DEKRA koordinieren. Kfz-Meister geben Arbeiten frei, für die sie mit ihrer Unterschrift haften - Bremsen, Lenkung, Achsvermessung, Arbeiten an Hochvoltsystemen. Sie unterweisen das Team in Arbeitssicherheit, betreuen Auszubildende und arbeiten selbst mit, wenn es eng wird. Viele übernehmen zusätzlich Aufgaben der Serviceleitung oder führen einen eigenen Betrieb mit allem, was dazugehört: Kalkulation, Personal, Werbung, Behörden.

Wie wird man Kfz-Meister?

Am Anfang steht die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker, meist mit einem Schwerpunkt wie Pkw-, Nutzfahrzeug- oder System- und Hochvolttechnik. Danach folgen einige Jahre Praxis, dann die Meisterprüfung im Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk vor der Handwerkskammer. Sie besteht aus vier Teilen: Fachpraxis, Fachtheorie, betriebswirtschaftlich-rechtlicher Teil und Berufs- und Arbeitspädagogik. Der Vorbereitungskurs dauert in Vollzeit etwa ein Jahr, in Teilzeit zwei bis drei Jahre und kostet mehrere Tausend Euro; Aufstiegs-BAföG und der Meisterbonus einzelner Länder mildern das ab. Wer aus einem verwandten Beruf kommt, kann über Berufserfahrung und eine Zulassung zur Prüfung einsteigen. Hochvoltschulungen, Herstellerzertifikate und die Bestellung als Werkstattleiter für Prüfungen nach Straßenverkehrszulassungsordnung kommen später hinzu.

Was der Beruf verlangt

Die Verantwortung ist real: Wer eine Bremsanlage freigibt, haftet dafür. Gleichzeitig ist der Druck im Tagesgeschäft hoch, weil Kunden auf ihr Auto warten, Ersatzteile fehlen und ein Mitarbeiter krank ist. Kfz-Meister arbeiten weiter körperlich - stehend, teils über Kopf, in Lärm, Öl und Kälte am offenen Hallentor. Samstagsdienste sind in vielen Autohäusern üblich, in Nutzfahrzeugbetrieben auch Bereitschaft. Schwierig wird es für viele, wenn zur Technik die Menschenführung kommt: Kritik aussprechen, Auszubildende motivieren, verärgerte Kunden ernst nehmen, ohne nachzugeben. Und die Technik läuft weiter - Assistenzsysteme, Elektroantriebe, Softwareupdates verlangen Weiterbildung, die häufig in der Freizeit stattfindet.

Aussichten

Meister werden gesucht. Viele Betriebe finden keinen Nachfolger, weil die Meistergeneration in den Ruhestand geht, und ohne Meister darf ein Kfz-Betrieb im Handwerk nicht selbstständig geführt werden. Wege gibt es mehrere: Werkstatt- oder Serviceleitung in einem Autohaus, Kundendienstberatung, technischer Trainer beim Hersteller, Sachverständiger nach weiterer Qualifikation, Prüfingenieur mit ergänzendem Studium oder der eigene Betrieb. Mit dem Meisterbrief ist außerdem ein Studium ohne Abitur möglich, etwa in Fahrzeugtechnik. Der Wandel zur Elektromobilität verändert die Arbeit, lässt sie aber nicht verschwinden: Wer Hochvolttechnik und Diagnose beherrscht, ist besonders gefragt.

Aufgaben

  • komplexe Fehler mit Diagnosetester und Messtechnik eingrenzen
  • Reparaturen abnehmen und sicherheitsrelevante Arbeiten freigeben
  • Kostenvoranschläge erstellen und Kunden beraten
  • Aufträge planen und Mitarbeiter auf Hebebühnen einteilen
  • Ersatzteile disponieren und Gewährleistungsfälle abwickeln
  • Auszubildende anleiten und Prüfungen begleiten
  • Arbeitssicherheit und Umweltvorschriften im Betrieb durchsetzen
  • Prüftermine mit TÜV, DEKRA oder GTÜ koordinieren

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Kraftfahrzeugmechatroniker oder vergleichbar
  • bestandene Meisterprüfung im Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk
  • mehrjährige Werkstatterfahrung, sicheres technisches Urteil
  • Führerschein Klasse B, oft auch C oder CE bei Nutzfahrzeugen
  • Bereitschaft zu laufender Weiterbildung, etwa Hochvolttechnik
  • körperliche Belastbarkeit, Stehen und Arbeiten über Kopf
  • Durchsetzungsvermögen und Geduld im Kundenkontakt

Wo man arbeitet

  • freie Kfz-Werkstätten
  • markengebundene Autohäuser und Servicebetriebe
  • Nutzfahrzeug- und Landmaschinenwerkstätten
  • Fuhrparks von Speditionen, Kommunen und Verkehrsbetrieben
  • Prüforganisationen und Sachverständigenbüros
  • Reifen- und Karosseriefachbetriebe

Der Weg in den Beruf

Zunächst dreieinhalb Jahre duale Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker, abgeschlossen mit der Gesellenprüfung. Nach einigen Jahren Praxis folgt die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer, vorbereitet durch Kurse von etwa einem Jahr in Vollzeit oder zwei bis drei Jahren in Teilzeit. Abschluss ist der Meisterbrief im Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk, der zur Betriebsführung und Ausbildung berechtigt.

Offene Stellen als Kfz-Meister

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Kraftfahrzeugmechatroniker

Kraftfahrzeugmechatroniker warten, prüfen und reparieren Autos, Transporter oder Nutzfahrzeuge. Sie arbeiten an Mechanik, Elektronik und Software gleichermaßen und suchen Fehler mit Diagnosegeräten.

Offene Stellen
6
Monatsbrutto
2.300 – 4.900 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz