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Technik & Ingenieurwesen

Servicetechniker Heizungstechnik

Servicetechniker für Heizungstechnik warten, reparieren und nehmen Heizungsanlagen in Betrieb – von der Gastherme im Reihenhaus bis zur Wärmepumpe oder Großkesselanlage. Sie arbeiten überwiegend im Außendienst beim Kunden.

25 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Servicetechniker Heizungstechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.500 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.700 € 4.300 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.400 € 5.300 € 52.800 €

In tarifgebundenen Betrieben gilt der Rahmentarifvertrag des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks, dessen Sätze regional stark auseinanderliegen – Süddeutschland zahlt deutlich mehr als der Osten. Werkskundendienste großer Hersteller und Energieversorger zahlen meist über Handwerksniveau; Rufbereitschaft, Überstunden und Fahrzeitpauschalen erhöhen das tatsächliche Monatseinkommen oft erheblich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Servicetechniker Heizungstechnik?

Der Arbeitstag beginnt meist mit einer Tourenliste: fünf bis acht Adressen, dazwischen Fahrzeit. An jeder Anlage steht etwas anderes an. Bei der Wartung wird der Brenner gereinigt, die Zündelektrode geprüft, die Abgaswerte gemessen, der Anlagendruck kontrolliert und das Ausdehnungsgefäß nachgefüllt. Bei Störungsmeldungen ist die Arbeit eine Fehlersuche: Fehlercode am Regler auslesen, Sensoren und Pumpen durchmessen, Gasarmatur oder Umwälzpumpe tauschen, Heizkurve neu einstellen. Bei Neuanlagen übernehmen Servicetechniker die Inbetriebnahme, richten die Regelung ein und weisen die Kunden in die Bedienung ein.

Dazu kommt die Dokumentation: Wartungsprotokoll, Messwerte, verbaute Ersatzteile, Arbeitszeit. Vieles läuft heute über Tablet und Serviceapp. Ein Teil des Jobs ist Kundengespräch – erklären, warum ein Bauteil getauscht werden muss, was eine Reparatur kostet, wann eine alte Anlage nicht mehr wirtschaftlich ist. Wärmepumpen, Solarthermie, Hybridanlagen und Fernwärmeübergabestationen gehören zunehmend zum Alltag; damit wachsen Kältetechnik, Hydraulik und Elektrotechnik in den Beruf hinein.

Wie wird man Servicetechniker Heizungstechnik?

Der übliche Weg ist die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Danach folgen ein bis drei Jahre Montageerfahrung, bevor jemand allein auf Tour geschickt wird, denn Servicearbeit verlangt eigenständige Entscheidungen. Hersteller und Fachverbände bieten Zertifikatskurse an: Gasgeräte, Ölbrenner, Wärmepumpen, Kältemittel-Sachkunde nach Kategorie I, Fernwärme.

Quereinstieg ist möglich, etwa aus der Elektro-, Kälte- oder Kfz-Technik oder als Gas- und Wasserinstallateur. Ohne technische Ausbildung ist der Einstieg schwierig, weil Gasarbeiten an Sachkunde und Eintragung im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers gebunden sind. Wer weiterkommen will, macht die Meisterprüfung im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk oder eine Weiterbildung zum Techniker.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Heizungskeller sind eng, Kessel stehen an Wänden, Rohre verlaufen über Kopf. Knien, Bücken, Heben von Bauteilen und Werkzeugkisten gehört dazu, ebenso Schmutz, Ruß und Öl. Wer keinen Führerschein hat, kommt nicht in Frage – das Servicefahrzeug ist der Arbeitsplatz.

Die Heizperiode bestimmt den Takt. Von Oktober bis März reißen die Störungsmeldungen nicht ab, Überstunden sind dann Regel, nicht Ausnahme. Viele Betriebe fahren Rufbereitschaft an Wochenenden und Feiertagen, weil ein Heizungsausfall im Winter keine Sache für den nächsten Werktag ist. Im Sommer verlagert sich die Arbeit auf Wartungen und Anlagenerneuerung.

Hinzu kommt Kundenkontakt in fremden Wohnungen, oft mit ungeduldigen oder frierenden Menschen. Wer Termindruck, Fahrzeit im Stau und eigenverantwortliche Fehlersuche nicht mag, wird in diesem Beruf nicht glücklich. Sauberes Arbeiten mit Gas und Strom verlangt Sorgfalt, weil Fehler hier gefährlich werden.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird es bleiben. Millionen Bestandsanlagen müssen gewartet oder ersetzt werden, gleichzeitig kommen jedes Jahr Zehntausende Wärmepumpen dazu, für die es zu wenig geschultes Personal gibt. Betriebe, Hersteller-Kundendienste, Energieversorger und Contracting-Anbieter suchen durchgehend.

Entwicklungswege gibt es mehrere: Spezialisierung auf Wärmepumpen und Kältetechnik, Servicekoordination und Disposition, Technische Leitung, Kundendienstleitung beim Hersteller oder der eigene Betrieb nach dem Meister. Auch der Wechsel in Planung, Inbetriebnahme großer Anlagen oder technischen Vertrieb ist üblich.

Aufgaben

  • Wartung von Gas-, Öl-, Pellet- und Wärmepumpenanlagen
  • Störungssuche mit Fehlerspeicher, Messgerät und Schaltplan
  • Austausch von Pumpen, Sensoren, Gasarmaturen und Brennerbauteilen
  • Abgasmessung und Einstellung der Verbrennungswerte
  • Inbetriebnahme neuer Anlagen und Einstellung der Regelung
  • Einweisung der Kunden in Bedienung und Betrieb
  • Wartungsprotokolle und Arbeitsberichte digital erfassen
  • Ersatzteilbestand im Servicefahrzeug pflegen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Anlagenmechaniker SHK oder vergleichbare technische Ausbildung
  • Führerschein Klasse B
  • Kenntnisse in Hydraulik, Elektrotechnik und Regelungstechnik
  • Sachkunde für Gasgeräte, für Wärmepumpen zusätzlich Kältemittel-Zertifikat
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeit in engen Kellern und über Kopf
  • Sicheres, freundliches Auftreten beim Kunden
  • Bereitschaft zu Rufbereitschaft und Überstunden in der Heizperiode

Wo man arbeitet

  • SHK-Handwerksbetriebe
  • Werkskundendienst von Heizungsherstellern
  • Energieversorger und Contracting-Unternehmen
  • Facility-Management und technischer Gebäudebetrieb
  • Wohnungsbaugesellschaften mit eigener Technikabteilung

Der Weg in den Beruf

Grundlage ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Nach ein bis drei Jahren Praxis und herstellerspezifischen Schulungen folgt der Einsatz im eigenverantwortlichen Kundendienst. Aufbauend sind Meisterprüfung oder staatlich geprüfter Techniker für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik möglich.

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