Servicetechniker
Servicetechnikerinnen und Servicetechniker warten, reparieren und installieren technische Anlagen und Maschinen beim Kunden vor Ort oder in der Werkstatt. Sie suchen Fehler, tauschen Bauteile und dokumentieren jeden Einsatz.
167 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Servicetechniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.200 € | 3.700 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.400 € | 3.900 € | 4.600 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.700 € | 5.800 € | 56.400 € |
Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Grundgehälter deutlich über denen kleiner Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Hinzu kommen Auslöse, Reisezeitvergütung, Rufbereitschafts- und Überstundenzuschläge, die im Außendienst mehrere hundert Euro im Monat ausmachen können.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Servicetechniker?
Servicetechniker halten Maschinen und Anlagen in Betrieb. Das kann eine Abfüllanlage in einer Molkerei sein, ein Aufzug, eine Heizungsanlage, ein CT-Gerät im Krankenhaus, eine Kaffeemaschine in der Gastronomie oder eine Windkraftanlage. Der Alltag besteht aus geplanten Wartungen nach Checkliste und aus Störungseinsätzen, bei denen die Anlage steht und der Kunde wartet.
Ein typischer Einsatz beginnt mit der Fehlersuche: Fehlerspeicher auslesen, Messwerte prüfen, mit dem Bedienpersonal sprechen, Hydraulik, Pneumatik, Mechanik und Steuerung nacheinander durchgehen. Dann wird repariert, ein Bauteil getauscht, eine Software aktualisiert, eine Achse neu justiert. Am Ende stehen Funktionsprüfung, Einweisung des Bedieners und der Servicebericht, der die Grundlage für die Rechnung ist. Viele Servicetechniker arbeiten im Außendienst mit einem Servicefahrzeug, das Werkzeug und ein Ersatzteillager enthält, und fahren zwei bis fünf Kunden am Tag an. Andere sitzen im Innendienst, reparieren eingeschickte Geräte oder unterstützen Kollegen per Telefon und Fernwartung.
Wie wird man Servicetechniker?
Der übliche Weg führt über eine technische Ausbildung, meist zum Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik oder Geräte und Systeme, Industriemechaniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder Kälteanlagenbauer. Servicetechniker ist keine geschützte Berufsbezeichnung, sondern eine Funktion. Nach der Ausbildung folgen die produktspezifischen Schulungen des Herstellers, oft mehrere Wochen verteilt über das erste Jahr.
Quereinstieg ist möglich, wenn eine verwandte technische Qualifikation vorliegt, etwa aus dem Kfz-Handwerk, der Bundeswehr oder dem Anlagenbau. Ohne technische Grundausbildung ist der Einstieg schwierig, weil die Verantwortung für Sicherheit und Elektroarbeiten formale Nachweise verlangt. Weiterqualifizierungen zum staatlich geprüften Techniker oder Industriemeister öffnen den Weg in Serviceleitung und Projektarbeit.
Was der Beruf verlangt
Der größte Faktor ist die Reisetätigkeit. Regionale Einsatzgebiete bedeuten lange Fahrzeiten, überregionale oder internationale Einsätze bedeuten Übernachtungen, teils wochenweise. Wer Familie hat, sollte das vorher durchrechnen. Dazu kommt Rufbereitschaft: viele Serviceorganisationen sichern Anlagen rund um die Uhr ab, Wochenend- und Nachteinsätze gehören dazu.
Körperlich ist die Arbeit fordernd. Arbeiten über Kopf, in engen Maschinenräumen, auf Leitern und Gerüsten, bei Lärm, Hitze oder im Freien. Belastend ist auch der Druck: Wenn eine Produktionslinie steht, kostet jede Stunde Geld, und der Techniker steht allein vor dem Problem. Diplomatie gehört dazu, weil der Kunde oft verärgert ist und die Ursache manchmal bei ihm liegt. Dokumentation und Zeiterfassung nehmen mehr Raum ein, als viele erwarten.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Anlagen werden komplexer, gleichzeitig gehen erfahrene Techniker in Rente, und der Nachwuchs reicht nicht. Besonders gesucht sind Fachkräfte für Medizintechnik, Kälte- und Klimatechnik, Windenergie, Aufzugstechnik und Automatisierung. Wer Steuerungstechnik, Netzwerke und Englisch beherrscht, hat gute Auswahl.
Entwicklungswege führen in die Serviceleitung, in die Anwendungstechnik, in den technischen Vertrieb, in die Inbetriebnahme neuer Anlagen oder in die Schulung von Kunden und Kollegen. Fernwartung und Ferndiagnose verlagern einen Teil der Arbeit an den Bildschirm, ersetzen den Einsatz vor Ort aber nicht.
Aufgaben
- Störungen an Maschinen und Anlagen eingrenzen und beheben
- Geplante Wartungen und Inspektionen nach Herstellervorgaben durchführen
- Neue Anlagen installieren und in Betrieb nehmen
- Ersatzteile tauschen, Baugruppen instand setzen
- Steuerungssoftware aktualisieren und Parameter einstellen
- Sicherheits- und Funktionsprüfungen abnehmen und protokollieren
- Serviceberichte schreiben und Einsätze im System erfassen
- Bedienpersonal des Kunden einweisen und beraten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene technische Berufsausbildung, etwa Mechatronik, Elektrotechnik oder Anlagenmechanik
- Führerschein Klasse B, häufig Voraussetzung für den Außendienst
- Verständnis für Mechanik, Elektrik, Hydraulik und Steuerungstechnik
- Bereitschaft zu Reisen, Rufbereitschaft und Einsätzen außerhalb der Regelarbeitszeit
- Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit je nach Einsatzgebiet
- Kundenumgang und die Fähigkeit, technische Sachverhalte verständlich zu erklären
- Englischkenntnisse für Dokumentationen und internationale Einsätze
Wo man arbeitet
- Maschinen- und Anlagenbauunternehmen mit eigener Serviceorganisation
- Hersteller von Medizin-, Labor- oder Gebäudetechnik
- Handwerksbetriebe für Heizung, Kälte und Klima
- Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
- Technische Dienstleister und Wartungsfirmen
- Betreiber von Windenergie- und Energieanlagen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in einem technischen Beruf wie Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik oder Industriemechaniker mit IHK-Abschluss. Darauf folgen produktspezifische Herstellerschulungen und eine Einarbeitung in Begleitung erfahrener Kollegen, meist über sechs bis zwölf Monate. Wer später Führungsaufgaben übernehmen will, hängt eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder Industriemeister an.
Offene Stellen als Servicetechniker
In der Suche fortsetzen
Servicetechniker (w/m/d) in Rostock
Servicetechniker:in (m/w/d) - HKLS
Servicetechniker (m/w/d) - Wägetechnik
Servicetechniker (w/m/d)
Servicetechniker Niederlassung München/ Moosburg (m/w/d)
Servicetechniker - Drucksysteme / IT / Netzwerk (m/w/d)
Servicetechniker (w/m/x)
Verwandte Berufe
Elektroniker für Betriebstechnik
Elektroniker für Betriebstechnik installieren, warten und reparieren elektrische Anlagen in Industriebetrieben und Gebäuden. Sie sorgen dafür, dass Maschinen, Schaltanlagen und Steuerungen zuverlässig laufen.
- Offene Stellen
- 75
- Monatsbrutto
- 2.700 – 5.500 €
Instandhaltungstechniker
Instandhaltungstechniker halten Maschinen und Anlagen in Betrieb: Sie warten, suchen Fehler, tauschen Bauteile und beheben Störungen im laufenden Produktionsbetrieb. Sie arbeiten meist in Industriebetrieben, häufig im Schichtdienst oder in Rufbereitschaft.
- Offene Stellen
- 6
- Monatsbrutto
- 2.900 – 5.800 €
Mechatroniker
Mechatroniker bauen, warten und reparieren Anlagen und Maschinen, in denen Mechanik, Elektrik und Steuerungstechnik zusammenwirken. Sie montieren Bauteile, verdrahten Schaltschränke, programmieren Steuerungen und suchen Fehler in komplexen Systemen.
- Offene Stellen
- 136
- Monatsbrutto
- 2.700 – 5.500 €
Technischer Vertriebsmitarbeiter
Technische Vertriebsmitarbeiter verkaufen erklärungsbedürftige Produkte wie Maschinen, Bauteile, Software oder Anlagentechnik. Sie verbinden technisches Verständnis mit Beratung, Angebotserstellung und Preisverhandlung.
- Offene Stellen
- 11
- Monatsbrutto
- 2.900 – 8.000 €
Passend dazu im Ratgeber
- Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht, Angebot, Wunsch Vorsorge ist keine Eignungsprüfung und kein Test, den man bestehen muss. Welche drei Arten...
- Bildschirmarbeitsplatz einrichten: die Reihenfolge Ein Bildschirmarbeitsplatz wird von unten nach oben eingerichtet: erst der Stuhl, dann der...
- Quereinstieg: wie ein Wechsel in einen anderen Beruf gelingt Ein Berufswechsel scheitert selten an der Fähigkeit und oft an der Darstellung. Welche Weg...