Technischer Vertriebsmitarbeiter
Technische Vertriebsmitarbeiter verkaufen erklärungsbedürftige Produkte wie Maschinen, Bauteile, Software oder Anlagentechnik. Sie verbinden technisches Verständnis mit Beratung, Angebotserstellung und Preisverhandlung.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Technischer Vertriebsmitarbeiter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.400 € | 4.100 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.800 € | 4.600 € | 5.600 € | 55.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.800 € | 6.000 € | 8.000 € | 72.000 € |
Der variable Anteil aus Provision oder Zielbonus macht oft 10 bis 30 Prozent des Jahreseinkommens aus und schwankt mit Auftragslage und Branche. In tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie greift der Tarifvertrag der IG Metall mit engeren Spannen und Sonderzahlungen, im technischen Handel wird meist frei verhandelt; Außendienst mit Firmenwagen liegt in der Regel über dem Innendienst.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein technischer Vertriebsmitarbeiter?
Im technischen Vertrieb geht es um Produkte, die man nicht aus dem Katalog heraus verkauft: Pumpen, Antriebstechnik, Sensorik, Werkzeugmaschinen, Industriesoftware, Verpackungsanlagen. Der Kunde ist meist ein anderes Unternehmen, oft ein Einkäufer zusammen mit einem Konstrukteur oder Betriebsleiter. Die Arbeit beginnt damit, die Anwendung des Kunden zu verstehen: Welcher Durchfluss, welches Material, welche Taktzeit, welche Norm muss eingehalten werden. Daraus entsteht ein technischer Lösungsvorschlag, dann eine Kalkulation, dann ein Angebot.
Der Alltag ist eine Mischung aus Schreibtisch und Kundenbesuch. Im Innendienst überwiegen Anfragen, Angebote, Preislistenpflege, Rückfragen zu Lieferzeiten und Abstimmung mit Konstruktion, Produktion und Einkauf. Im Außendienst kommen Fahrten zu Kunden, Werksbesuche, Messen und Vorführungen dazu. Reklamationen landen ebenfalls im Vertrieb, auch wenn der Fehler in der Fertigung passiert ist. Dokumentation im CRM-System gehört dazu, ebenso das Verfolgen von Umsatzzielen und Angebotsquoten.
Wie wird man technischer Vertriebsmitarbeiter?
Es gibt keinen einzigen festen Weg. Häufig ist der Einstieg über eine technische Ausbildung, etwa als Industriemechaniker, Mechatroniker oder Elektroniker, mit anschließender Weiterbildung zum Techniker oder Industriefachwirt. Ebenso verbreitet ist der Weg über die Ausbildung zum Industriekaufmann mit späterer Einarbeitung in die Produktwelt. Ein Studium in Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Verfahrenstechnik führt oft direkt in den technischen Vertrieb, besonders bei Anlagen im höheren Preissegment.
Quereinstiege sind realistisch, vor allem aus der Produktion, dem Service oder der Anwendungstechnik. Wer eine Maschine jahrelang instand gehalten hat, kann sie glaubwürdig verkaufen. Umgekehrt lernen Vertriebsleute mit kaufmännischem Hintergrund die Technik über Produktschulungen, Werksaufenthalte und Begleitung erfahrener Kollegen. Die Einarbeitung dauert selten unter einem halben Jahr, bei komplexen Anlagen deutlich länger.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf lebt von Zielen, und Ziele werden gemessen. Wer keine Abschlüsse bringt, spürt das in Gesprächen mit der Vertriebsleitung, teils auch im variablen Gehaltsanteil. Absagen sind Alltag: Ein großer Teil der Angebote führt zu keinem Auftrag, oft aus Preisgründen, auf die man selbst keinen Einfluss hat.
Im Außendienst kommen Reisetage, Übernachtungen und lange Fahrten dazu; ein Führerschein ist praktisch Pflicht. Erreichbarkeit über die Kernarbeitszeit hinaus ist verbreitet, besonders bei internationalen Kunden mit anderen Zeitzonen. Zugleich verlangt der Beruf Geduld für Details: falsch übertragene Maße oder eine übersehene Zertifizierungspflicht kosten das Unternehmen Geld. Wem Small Talk schwerfällt oder wer Konflikte über Preise und Verzögerungen als persönlich empfindet, wird sich hier unwohl fühlen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis gut. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau, die Elektroindustrie und die Automatisierungstechnik suchen dauerhaft Leute, die Technik erklären und gleichzeitig verkaufen können; diese Kombination ist knapp. Entwicklungswege führen zum Key-Account-Management für große Kunden, zur Gebiets- oder Vertriebsleitung, ins Produktmanagement oder in den Export mit Auslandsverantwortung. Wer eine Fremdsprache sicher beherrscht und Branchenwissen aufbaut, hat spürbar mehr Auswahl. Konjunkturelle Einbrüche in der Industrie schlagen allerdings recht direkt auf Aufträge und variable Vergütung durch.
Aufgaben
- technische Anforderungen von Kunden aufnehmen und bewerten
- Produkte und Lösungen vorführen und erklären
- Kalkulationen und Angebote erstellen
- Preis- und Vertragsverhandlungen führen
- Bestandskunden betreuen und Neukunden ansprechen
- mit Konstruktion, Produktion und Einkauf abstimmen
- Reklamationen bearbeiten und Lösungen abstimmen
- Kundendaten und Vorgänge im CRM-System pflegen
- Messen und Kundenveranstaltungen begleiten
Voraussetzungen
- technische Ausbildung, Techniker- oder Ingenieurabschluss oder kaufmännische Ausbildung mit technischem Interesse
- Verständnis für technische Zeichnungen, Datenblätter und Normen
- sicheres Auftreten und Freude an Gesprächen mit unterschiedlichen Menschen
- Verhandlungsgeschick und Belastbarkeit bei Absagen
- Englischkenntnisse, in vielen Firmen verhandlungssicher
- Führerschein Klasse B und Reisebereitschaft im Außendienst
- sorgfältige Arbeitsweise bei Kalkulationen und Spezifikationen
Wo man arbeitet
- Maschinen- und Anlagenbauunternehmen
- Zulieferer der Elektro- und Automobilindustrie
- Handelsunternehmen für technische Produkte
- Softwarehäuser mit Industrieprodukten
- Hersteller von Mess-, Regel- und Automatisierungstechnik
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige technische Ausbildung oder eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, gefolgt von einer Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker, Fachwirt oder Fachberater im Vertrieb. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Maschinenbau, Elektrotechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen in sechs bis sieben Semestern direkt in den Einstieg. In beiden Fällen folgt eine betriebliche Einarbeitung von mehreren Monaten mit Produktschulungen.
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