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Vertrieb & Kundenservice

Vertriebsmitarbeiter Innendienst

Vertriebsmitarbeiter im Innendienst betreuen Kunden vom Schreibtisch aus: Sie erstellen Angebote, erfassen Aufträge, klären Liefertermine und unterstützen den Außendienst. Der Beruf verbindet kaufmännische Sachbearbeitung mit Kundenkontakt am Telefon und per E-Mail.

21 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vertriebsmitarbeiter Innendienst verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.800 € 3.300 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.500 € 4.200 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 4.300 € 5.500 € 51.600 €

Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: In der Metall- und Elektroindustrie oder Chemie liegen die Gehälter nach Tarifvertrag deutlich über denen im Groß- und Außenhandel oder bei kleinen mittelständischen Betrieben ohne Tarif. Variable Anteile wie Provision oder Zielbonus machen häufig fünf bis fünfzehn Prozent des Jahresverdienstes aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vertriebsmitarbeiter im Innendienst?

Der Innendienst ist die Schaltstelle zwischen Kunde, Außendienst, Lager und Buchhaltung. Ein typischer Tag beginnt mit dem Posteingang: Anfragen von Bestandskunden, Reklamationen, Terminverschiebungen. Daraus entstehen Angebote, die kalkuliert, geschrieben und nachverfolgt werden. Kommt der Auftrag, wird er im ERP-System erfasst, auf Verfügbarkeit geprüft und mit Produktion oder Logistik abgestimmt. Dazwischen klingelt das Telefon: Ein Kunde will wissen, wo seine Lieferung bleibt, ein anderer braucht eine technische Auskunft zum Produkt, ein dritter verhandelt über Staffelpreise.

Je nach Branche verschiebt sich der Schwerpunkt. In technischen Betrieben geht es viel um Produktdetails, Zeichnungen und Ersatzteilnummern. Im Handel dominieren Preislisten, Rabattstaffeln und Bestellmengen. Manche Stellen enthalten aktive Verkaufsarbeit, etwa Nachfassen bei Angeboten oder Telefonakquise; andere sind reine Auftragsabwicklung. Wer sich bewirbt, sollte im Gespräch klären, welcher Anteil überwiegt.

Wie wird man Vertriebsmitarbeiter im Innendienst?

Der übliche Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, meist Kaufmann für Büromanagement, Industriekaufmann, Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder eine branchenspezifische Variante. Drei Jahre duale Ausbildung, danach direkter Einstieg. Auch Absolventen eines betriebswirtschaftlichen Studiums finden hier eine Einstiegsposition, allerdings oft mit dem Ziel, später in Key-Account-Management oder Außendienst zu wechseln.

Quereinstieg ist realistisch und verbreitet. Wer aus dem Einzelhandel, aus einem technischen Beruf, aus Hotellerie oder Kundenservice kommt und Kundengespräche gewohnt ist, wird eingearbeitet. Entscheidend sind sicheres Auftreten am Telefon, sauberes schriftliches Deutsch und die Bereitschaft, sich in ein ERP-System und ein Produktsortiment einzuarbeiten. Bei technischen Produkten ist eine handwerkliche oder technische Vorbildung oft mehr wert als ein kaufmännischer Abschluss.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit läuft überwiegend im Büro und zu üblichen Geschäftszeiten, oft mit Gleitzeit und in Teilen mobil. Das macht sie planbar, anders als Schichtberufe. Belastend ist etwas anderes: die Gleichzeitigkeit. Telefon, Mail, Kollege am Schreibtisch und ein dringender Auftrag konkurrieren um Aufmerksamkeit. Wer nicht priorisieren kann, arbeitet abends nach.

Dazu kommt der Umgang mit unzufriedenen Kunden. Verzögerungen, Fehllieferungen und Preiserhöhungen verantwortet der Innendienst nicht, muss sie aber erklären und aushalten. Monatsende und Quartalsende bringen Auftragsspitzen. Wo Vertriebsziele hinterlegt sind, gibt es Druck über Kennzahlen, allerdings meist weniger scharf als im Außendienst. Langes Sitzen und Bildschirmarbeit gehören zum Alltag.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und breit gestreut, weil praktisch jedes produzierende und handelnde Unternehmen einen Innendienst braucht. Routinetätigkeiten wie Auftragserfassung werden zunehmend automatisiert, Kundenportale nehmen einfache Bestellungen ab. Der Bedarf verlagert sich damit auf Beratung, Klärungsfälle und aktiven Verkauf, was Anforderungen und Verdienstmöglichkeiten eher hebt.

Entwicklungswege führen zum Key-Account-Management, in den Außendienst, in die Teamleitung Innendienst, in Auftragsabwicklung und Export oder ins Produktmanagement. Fachwirt-Weiterbildungen, Fremdsprachen und Kenntnisse in CRM-Systemen wie Salesforce oder SAP erhöhen die Auswahl an Stellen deutlich.

Aufgaben

  • Angebote kalkulieren, erstellen und telefonisch nachfassen
  • Aufträge im ERP- oder CRM-System erfassen und prüfen
  • Liefertermine mit Produktion, Lager und Spedition abstimmen
  • Bestandskunden telefonisch und schriftlich beraten
  • Reklamationen aufnehmen und Lösungen abstimmen
  • Den Außendienst mit Unterlagen, Terminen und Auswertungen unterstützen
  • Stammdaten, Preislisten und Rabattstaffeln pflegen
  • Vertriebszahlen auswerten und Berichte vorbereiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Berufserfahrung
  • Sicheres Deutsch in Wort und Schrift, häufig Englisch für Auslandskunden
  • Sicherer Umgang mit Excel und Bereitschaft, sich in ERP- und CRM-Systeme einzuarbeiten
  • Freundliches, belastbares Auftreten am Telefon
  • Genauigkeit bei Preisen, Mengen und Terminen
  • Organisationstalent für parallel laufende Vorgänge
  • Technisches Verständnis bei erklärungsbedürftigen Produkten

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Produktionsbetriebe
  • Groß- und Außenhandelsunternehmen
  • Handwerksbetriebe mit eigenem Vertrieb
  • IT- und Dienstleistungsunternehmen
  • Vertriebsniederlassungen internationaler Konzerne

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung im kaufmännischen Bereich, etwa als Industriekaufmann, Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Kaufmann für Büromanagement. Danach folgt der direkte Einstieg in den Innendienst, meist mit mehrmonatiger Einarbeitung in Sortiment und System. Quereinsteiger mit Kundenerfahrung werden vielfach ohne passenden Abschluss eingestellt und intern qualifiziert.

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