Kundenberater im Außendienst
Kundenberater im Außendienst besuchen Kunden vor Ort, beraten zu Produkten und Dienstleistungen und schließen Verträge ab. Sie sind überwiegend im Auto unterwegs und arbeiten mit Umsatzzielen.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kundenberater im Außendienst verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.200 € | 3.900 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.400 € | 4.200 € | 5.200 € | 50.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 5.300 € | 7.500 € | 63.600 € |
Das Einkommen setzt sich meist aus Festgehalt und variablem Anteil zusammen, der je nach Unternehmen zehn bis vierzig Prozent ausmacht und stark schwankt. Entscheidend sind Branche und Produktwert: technischer Investitionsgütervertrieb und Pharma zahlen deutlich mehr als Konsumgüter- oder Dienstleistungsvertrieb; ein Firmenwagen ist branchenüblich und im Bruttogehalt nicht enthalten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kundenberater im Außendienst?
Kundenberater im Außendienst betreuen ein festes Verkaufsgebiet. Sie fahren zu Bestandskunden, um Bedarf abzufragen, Nachbestellungen auszulösen oder neue Produkte vorzustellen, und sie sprechen potenzielle Neukunden an. Ein typischer Tag beginnt früh mit der ersten Terminfahrt, umfasst vier bis sechs Gespräche und endet abends mit der Dokumentation im CRM-System: Besuchsberichte, Angebote, Wiedervorlagen.
Der Inhalt der Gespräche hängt vom Produkt ab. Im Verbrauchsgüterbereich geht es um Sortiment, Platzierung und Preise, im technischen Vertrieb um Anwendungsfragen, Muster und Testläufe, in der Versicherungs- und Finanzbranche um Bedarfsanalysen und Vertragsanpassungen. Dazu kommen Reklamationen, Preisverhandlungen im Rahmen vorgegebener Spielräume, Übergaben an den Innendienst und die Teilnahme an Messen. Die eigenen Zahlen werden wöchentlich oder monatlich mit der Vertriebsleitung besprochen.
Wie wird man Kundenberater im Außendienst?
Es gibt keinen einheitlichen Weg. Häufig ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement, als Industriekaufmann oder im Einzelhandel. Im technischen Vertrieb steigen auch Handwerker und Techniker ein, weil Produktverständnis dort schwerer wiegt als Verkaufstheorie. Für erklärungsintensive Investitionsgüter verlangen Unternehmen oft ein Studium in Wirtschaftsingenieurwesen oder Betriebswirtschaft.
Der Quereinstieg ist verbreitet und in einigen Branchen die Regel. Wer aus dem Innendienst, aus dem Handwerk oder aus einer Servicefunktion kommt und die Produkte kennt, wird eingearbeitet und begleitet zunächst erfahrene Kollegen. In der Versicherungsvermittlung ist ein Sachkundenachweis nach Gewerbeordnung vorgeschrieben. Ein Führerschein der Klasse B ist praktisch immer Voraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Die Fahrzeit ist der bestimmende Teil des Alltags. Wer ein Flächengebiet betreut, sitzt leicht zwei bis drei Stunden täglich im Auto, bei Reisegebieten kommen Übernachtungen dazu. Termine liegen dort, wo der Kunde Zeit hat, also auch früh morgens oder am späten Nachmittag; die Büroarbeit verschiebt sich dadurch in den Abend. Feste Arbeitszeiten gibt es selten, Zeiterfassung ist unüblich.
Der Druck kommt über Ziele. Umsatz, Besuchsfrequenz und Neukundenzahl werden gemessen, und ein schwacher Monat ist sichtbar. Bei variabler Vergütung wirkt sich das direkt aufs Einkommen aus. Absagen und abgesprungene Aufträge gehören dazu, ebenso Kunden, die unfreundlich reagieren. Wer Alleinarbeit schlecht erträgt oder Struktur von außen braucht, tut sich schwer. Umgekehrt ist die Freiheit in der Tagesplanung für viele der Hauptgrund, im Außendienst zu bleiben.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, in technischen Branchen und im Handwerkszuliefergeschäft eher hoch, weil Unternehmen Fachleute mit Produktwissen und Verkaufserfahrung schwer finden. Im standardisierten Geschäft ersetzen Onlineshops und Telefonvertrieb dagegen Besuche, dort schrumpfen die Gebiete oder werden zusammengelegt.
Entwicklungswege führen zum Key-Account-Manager mit wenigen großen Kunden, zur Regional- oder Vertriebsleitung mit Personalverantwortung oder ins Produktmanagement. Wer nicht mehr reisen will, wechselt in den Innendienst, in die Vertriebssteuerung oder in die Anwendungsberatung. Selbstständigkeit als Handelsvertreter ist möglich, verlagert aber das Umsatzrisiko vollständig auf die eigene Person.
Aufgaben
- Bestandskunden im zugewiesenen Gebiet regelmäßig besuchen
- Bedarf ermitteln und passende Produkte oder Tarife vorstellen
- Angebote kalkulieren und Preise im vorgegebenen Rahmen verhandeln
- Neukunden akquirieren, telefonisch und vor Ort
- Besuchsberichte und Kundendaten im CRM-System pflegen
- Reklamationen aufnehmen und mit dem Innendienst klären
- Messen und Kundenveranstaltungen betreuen
- Umsatzzahlen und Zielerreichung an die Vertriebsleitung berichten
Voraussetzungen
- kaufmännische oder technische Ausbildung, je nach Branche auch Studium
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu täglichen Fahrten
- sicheres Auftreten und Ausdauer im Gespräch mit ablehnenden Kunden
- selbstständige Tages- und Tourenplanung
- Produktverständnis und Bereitschaft, sich technisches Wissen anzueignen
- Sachkundenachweis nach § 34d GewO bei Versicherungsvermittlung
Wo man arbeitet
- Großhandels- und Handelsunternehmen
- Industriebetriebe mit eigenem Vertrieb
- Versicherungen und Finanzdienstleister
- Hersteller von Bau- und Handwerksprodukten
- Dienstleistungsunternehmen im B2B-Bereich
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder als Industriekaufmann, mit anschließendem Einstieg in den Innendienst und späterem Wechsel in den Außendienst. Für erklärungsintensive technische Produkte ist ein Studium in Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsingenieurwesen verbreitet. Quereinsteiger aus Handwerk und Service werden häufig eingearbeitet und mehrere Monate von erfahrenen Kollegen begleitet.
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- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.800 €
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