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Vertrieb & Kundenservice

Vertriebsmitarbeiter im Innendienst

Vertriebsmitarbeiter im Innendienst betreuen Kunden vom Büro aus: Sie erstellen Angebote, erfassen Aufträge, klären Liefertermine und halten dem Außendienst den Rücken frei. Der Beruf verbindet kaufmännische Sachbearbeitung mit Verkaufsgesprächen am Telefon und per E-Mail.

17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vertriebsmitarbeiter im Innendienst verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.600 € 4.300 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.500 € 5.800 € 54.000 €

Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: In der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie liegen die Gehälter nach Tarifvertrag deutlich über denen im tariflosen Kleinhandel. Hinzu kommen in vielen Betrieben umsatz- oder zielabhängige Prämien, die zehn bis zwanzig Prozent des Jahresbruttos ausmachen können.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vertriebsmitarbeiter im Innendienst?

Der Innendienst ist die Schaltstelle zwischen Kunde, Außendienst, Lager und Buchhaltung. Ein typischer Tag beginnt mit dem Posteingang: Anfragen von Kunden, Bestellungen, Reklamationen, Rückfragen zu Lieferterminen. Daraus entstehen Angebote, die kalkuliert, im ERP-System erfasst und nachgefasst werden. Wer im technischen Handel oder Maschinenbau arbeitet, klärt vorher mit der Konstruktion oder dem Produktmanagement, ob eine Sonderausführung überhaupt machbar ist und was sie kostet.

Dazu kommt die laufende Kundenbetreuung: Bestandskunden anrufen, Rahmenverträge verlängern, auf Ergänzungsprodukte hinweisen, bei stockenden Abrufen nachhaken. Reklamationen laufen fast immer über den Innendienst - Gutschriften, Ersatzlieferungen, Ursachenklärung mit der Qualitätssicherung. Vieles wird im CRM dokumentiert, Umsätze und offene Angebote werden ausgewertet und an die Vertriebsleitung berichtet.

Wie wird man Vertriebsmitarbeiter im Innendienst?

Der übliche Weg ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, Industriekaufmann oder Kaufmann für Büromanagement. In technischen Branchen sind auch Technische Produktdesigner oder Facharbeiter mit kaufmännischer Weiterbildung gefragt, weil Produktkenntnis oft schwerer wiegt als der Abschluss. Der Beruf ist nicht geschützt, entsprechend häufig sind Quereinsteiger: aus dem Einzelhandel, aus der Hotellerie, aus Callcentern. Wer Kundenkontakt gewohnt ist und sich in ein ERP-System einarbeiten kann, hat gute Chancen. Ein betriebswirtschaftliches Studium ist möglich, aber keine Voraussetzung; es hilft eher beim späteren Aufstieg.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist selten hektikfrei. Mehrere Kunden warten gleichzeitig auf Antwort, der Außendienst meldet kurzfristige Sonderwünsche, das Lager kann den zugesagten Termin nicht halten. Unangenehme Nachrichten überbringt der Innendienst, nicht der Verkäufer draußen. Wer schlecht mit Unterbrechungen umgeht oder Kritik persönlich nimmt, tut sich schwer.

Gearbeitet wird meist zu Bürozeiten, oft mit Kernzeitregelung und Gleitzeit; Schichtdienst ist unüblich, Bereitschaft am Monats- oder Quartalsende dagegen normal. Der Job ist sitzend und bildschirmintensiv. In manchen Häusern hängt ein Teil der Vergütung an Umsatzzielen, auf die der Innendienst nur begrenzt Einfluss hat. Sorgfalt zählt: Ein Zahlendreher im Angebot oder eine falsche Artikelnummer kostet Geld und Vertrauen.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und breit gestreut, weil praktisch jedes produzierende und handelnde Unternehmen einen Innendienst braucht. Routineaufgaben wie Auftragserfassung werden zunehmend automatisiert, was den Anteil beratender und koordinierender Tätigkeit erhöht - Produktkenntnis und Verhandlungsgeschick werden dadurch wichtiger, reine Tipparbeit weniger.

Entwicklungswege gibt es mehrere: Wechsel in den Außendienst, Spezialisierung auf Key Accounts oder Exportmärkte, Teamleitung im Innendienst, Übergang ins Produktmanagement oder in die Auftragsabwicklung. Weiterbildungen zum Fachwirt für Vertrieb oder zum Betriebswirt sind gängige Sprungbretter. Fremdsprachen, vor allem Englisch, erweitern die Auswahl an Arbeitgebern deutlich.

Aufgaben

  • Angebote kalkulieren, erstellen und nachfassen
  • Aufträge im ERP-System erfassen und Liefertermine überwachen
  • Bestandskunden telefonisch und per E-Mail betreuen
  • Reklamationen bearbeiten und Gutschriften veranlassen
  • Den Außendienst mit Unterlagen, Terminen und Auswertungen unterstützen
  • Preise und Konditionen im Rahmen der Vorgaben verhandeln
  • Kundendaten und Vertriebsaktivitäten im CRM pflegen
  • Mit Lager, Produktion und Buchhaltung Rückfragen klären

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Praxiserfahrung
  • Sicherer Umgang mit ERP- und CRM-Systemen sowie Excel
  • Freundliches und belastbares Auftreten am Telefon
  • Sorgfalt bei Zahlen, Preisen und Artikeldaten
  • Organisationsfähigkeit bei parallelen Vorgängen
  • Englischkenntnisse, in exportierenden Betrieben Pflicht
  • Technisches Grundverständnis je nach Branche

Wo man arbeitet

  • Großhandels- und Handelsunternehmen
  • Industriebetriebe und Maschinenbau
  • Dienstleistungs- und Softwareunternehmen
  • Handwerksbetriebe mit eigener Auftragsabwicklung
  • Logistik- und Speditionsunternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung im kaufmännischen Bereich, etwa als Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement oder Industriekaufmann, mit IHK-Abschluss. Danach folgt die Einarbeitung im Betrieb, die je nach Produktsortiment mehrere Monate dauert. Quereinstieg aus anderen kundennahen Berufen ist verbreitet und wird oft mit internen Produktschulungen begleitet.

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