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Handwerk & Produktion

Instandhaltungstechniker

Instandhaltungstechniker halten Maschinen und Anlagen in Betrieb: Sie warten, suchen Fehler, tauschen Bauteile und beheben Störungen im laufenden Produktionsbetrieb. Sie arbeiten meist in Industriebetrieben, häufig im Schichtdienst oder in Rufbereitschaft.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Instandhaltungstechniker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.000 € 4.700 € 5.800 € 56.400 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder dem Chemie-Tarif liegen die Werte deutlich über denen kleiner, nicht tarifgebundener Servicefirmen. Schicht-, Nacht- und Rufbereitschaftszulagen erhöhen das reale Monatseinkommen oft um mehrere hundert Euro und sind hier nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Instandhaltungstechniker?

Instandhaltungstechniker sorgen dafür, dass Produktionsanlagen laufen. Ein Teil der Arbeit ist geplant: Wartungsintervalle abarbeiten, Filter und Dichtungen wechseln, Lager schmieren, Antriebsriemen und Ketten spannen, Verschleißteile messen und tauschen, Schaltschränke prüfen, Prüfprotokolle ausfüllen. Der andere Teil ist ungeplant und bestimmt den Rhythmus des Tages: Eine Anlage steht, die Produktion wartet, und die Ursache muss gefunden werden. Das heißt Fehlerspeicher der Steuerung auslesen, Sensorsignale messen, Pneumatikleitungen abdrücken, Hydraulikdrücke prüfen, Stromlaufpläne lesen und der Frage nachgehen, ob ein Bauteil defekt ist oder eine mechanische Ursache dahintersteckt.

Dazu kommen Aufgaben, die weniger sichtbar sind: Ersatzteilbestand pflegen und Bestellungen anstoßen, Störungen im Instandhaltungssystem dokumentieren, wiederkehrende Ausfälle analysieren und Verbesserungen an der Anlage umsetzen. In vielen Betrieben begleiten Instandhaltungstechniker auch Umbauten, Inbetriebnahmen neuer Maschinen und Prüfungen durch Sachverständige.

Wie wird man Instandhaltungstechniker?

Der übliche Weg führt über eine gewerblich-technische Ausbildung, meist Industriemechaniker, Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik oder Anlagenmechaniker. Nach einigen Berufsjahren wechseln viele in die Instandhaltung, weil die Arbeit dort Erfahrung mit unterschiedlichen Technologien verlangt. Der Titel Instandhaltungstechniker ist keine geschützte Bezeichnung: Manche Betriebe setzen eine Weiterbildung zum Industriemeister oder staatlich geprüften Techniker voraus, andere stellen Facharbeiter direkt ein.

Für Arbeiten an elektrischen Anlagen wird eine elektrotechnische Qualifikation oder eine Befähigung als elektrotechnisch unterwiesene Person benötigt. Quereinstiege gibt es aus dem Kfz-Handwerk, der Bundeswehr oder dem Maschinenbau; ohne technische Ausbildung ist der Einstieg allerdings schwer.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet dort statt, wo die Anlage steht: in Lärm, Staub, Öl, manchmal in Kälte oder Hitze, oft in beengten Zugängen. Gearbeitet wird stehend, kniend, über Kopf, mit Gewichten. Viele Betriebe fahren Wechselschicht oder Rufbereitschaft am Wochenende, weil Störungen sich nicht an Bürozeiten halten. Wartungsarbeiten fallen häufig in Produktionspausen, also nachts, an Feiertagen oder in Betriebsferien.

Belastend ist vor allem der Zeitdruck: Bei einem Stillstand kostet jede Minute Geld, und der Druck aus der Produktion kommt direkt an. Wer Fehler nur nach Schema sucht, kommt hier nicht weit; verlangt wird systematisches Denken auch dann, wenn drei Leute daneben stehen und fragen, wann es weitergeht. Zugleich ist die Technik im Wandel, Steuerungen, Antriebe und Diagnosesysteme verlangen laufendes Nachlernen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Produzierende Betriebe finden schwer Personal für die Instandhaltung, weil die Kombination aus Mechanik, Elektrik und Steuerungstechnik selten ist und der Schichtdienst abschreckt. Das verbessert die Verhandlungsposition erheblich.

Entwicklungswege gibt es in Richtung Schichtführer oder Instandhaltungsleitung, über den Industriemeister oder Techniker, in die Anlagenplanung, in den technischen Einkauf oder in den Außendienst von Maschinenherstellern. Spezialisierungen auf Hydraulik, Kältetechnik, Robotik oder zustandsorientierte Instandhaltung mit Sensordaten sind gefragt und werden besser bezahlt als die reine Störungsbehebung.

Aufgaben

  • Wartungspläne abarbeiten und Verschleißteile tauschen
  • Störungen an Produktionsanlagen eingrenzen und beheben
  • Fehler in Steuerungen und Antrieben mit Messgeräten suchen
  • Mechanische, pneumatische und hydraulische Bauteile instand setzen
  • Ersatzteile verwalten und Bestellungen veranlassen
  • Störungen und Wartungen im Instandhaltungssystem dokumentieren
  • Umbauten und Inbetriebnahmen neuer Maschinen begleiten
  • Sicherheitsprüfungen und Sachverständigentermine vorbereiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene technische Ausbildung, etwa Industriemechaniker, Mechatroniker oder Elektroniker für Betriebstechnik
  • Lesen von Stromlauf-, Hydraulik- und Pneumatikplänen
  • Elektrotechnische Befähigung für Arbeiten an Anlagen unter Spannung
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit und Rufbereitschaft
  • Körperliche Belastbarkeit, Arbeiten in Zwangshaltungen und Höhen
  • Systematisches Vorgehen bei der Fehlersuche unter Zeitdruck
  • Grundkenntnisse in Steuerungstechnik, häufig SPS

Wo man arbeitet

  • Industriebetriebe der Metall- und Elektroindustrie
  • Lebensmittel- und Getränkeproduktion
  • Chemie- und Pharmaanlagen
  • Automobilwerke und Zulieferbetriebe
  • Technische Dienstleister und Servicefirmen
  • Energieversorger und Wasserwerke

Der Weg in den Beruf

Grundlage ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in einem industriellen Metall- oder Elektroberuf mit IHK-Abschluss. Nach einigen Jahren in Produktion oder Montage erfolgt der Wechsel in die Instandhaltung, meist begleitet von betrieblichen Schulungen zu Steuerungs-, Hydraulik- und Sicherheitstechnik. Wer weiterkommen will, absolviert in zwei bis vier Jahren nebenberuflich den Industriemeister oder staatlich geprüften Techniker.

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