Mitarbeiter Qualitätssicherung
Mitarbeiter in der Qualitätssicherung prüfen Bauteile, Materialien und Produktionsabläufe darauf, ob sie den festgelegten Vorgaben entsprechen. Sie dokumentieren Abweichungen, sperren fehlerhafte Ware und arbeiten an der Ursachenklärung mit.
17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Mitarbeiter Qualitätssicherung verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.400 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.600 € | 4.200 € | 43.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.400 € | 5.500 € | 52.800 € |
Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemieindustrie liegen die Werte deutlich über denen kleiner, nicht tarifgebundener Zulieferer. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen erhöhen das tatsächliche Monatsentgelt zusätzlich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Mitarbeiter Qualitätssicherung?
Die Qualitätssicherung entscheidet, ob ein Produkt das Werk verlassen darf. Dazu werden Maße mit Messschieber, Bügelmessschraube, Höhenmessgerät oder auf der 3D-Koordinatenmessmaschine geprüft, Oberflächen und Schweißnähte sichtgeprüft, Härte, Schichtdicke oder Dichtheit gemessen. Die Ergebnisse werden in Prüfprotokolle und in das ERP- oder CAQ-System eingetragen.
Ein großer Teil der Arbeit ist Routine: Erstmusterprüfung nach Rüstvorgang, fortlaufende Stichproben aus der Serie, Wareneingangsprüfung angelieferter Teile. Wird eine Abweichung gefunden, sperrt die Qualitätssicherung das Los, informiert Fertigung und Fertigungsleitung und legt eine Reklamation oder einen Fehlerbericht an. Häufig gehört auch die Mitarbeit an Ursachenanalysen dazu, etwa im Rahmen einer 8D-Bearbeitung, sowie das Führen von Regelkarten und die Vorbereitung interner Audits. In vielen Betrieben kommen Kalibrierung und Verwaltung der Prüfmittel hinzu.
Wie wird man Mitarbeiter Qualitätssicherung?
Der typische Weg führt über eine abgeschlossene gewerblich-technische Ausbildung, etwa als Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Werkzeugmechaniker, Elektroniker oder Produktionsfachkraft Chemie. Wer aus der Fertigung kommt und die Produkte kennt, wechselt oft betriebsintern in die Prüfung. Für anspruchsvollere Stellen wird eine Weiterbildung zum Qualitätsfachmann, Qualitätsbeauftragten oder QM-Auditor erwartet, angeboten von IHK, TÜV oder der Deutschen Gesellschaft für Qualität. In der Automobilzulieferindustrie sind Kenntnisse in IATF 16949, FMEA und Messsystemanalyse gefragt, in der Medizintechnik ISO 13485.
Ein Quereinstieg als Prüfer ohne technische Ausbildung ist möglich, meist als angelernte Sicht- und Sortierprüfung, und wird entsprechend niedriger bezahlt. Wer aufsteigen will, braucht technisches Grundwissen und Sicherheit im Lesen technischer Zeichnungen samt Form- und Lagetoleranzen.
Was der Beruf verlangt
Geprüft wird, wo produziert wird - also in vielen Betrieben im Zwei- oder Dreischichtsystem, teils am Wochenende. Die Arbeit findet in der Halle statt, mit Lärm, Öl und wechselnden Temperaturen, oder im klimatisierten Messraum. Stehen, Bücken und das Heben von Prüflosen kommen vor. Sehvermögen und Farbsehen sind bei Sichtprüfungen wichtig, ebenso Konzentration über Stunden bei gleichförmigen Aufgaben.
Der unangenehme Teil ist der Konflikt: Wer Ware sperrt, hält die Lieferung auf und bekommt Druck von Fertigung, Vertrieb und manchmal vom Kunden. Man muss eine Entscheidung sachlich begründen und dabei bleiben können. Sorgfalt in der Dokumentation ist keine Nebensache, sondern bei Rückverfolgbarkeit und Produkthaftung der Kern der Aufgabe.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil Kundenaudits, Normen und Haftungsfragen den Prüfaufwand hoch halten. Automatisierte Messtechnik und Kamerasysteme ersetzen einfache Sichtprüfung zunehmend, verlagern die Arbeit aber auf Bedienung, Programmierung und Bewertung der Systeme - reine Anlerntätigkeiten stehen unter Druck, qualifizierte Prüfer nicht.
Entwicklungswege führen über den Qualitätstechniker zum Qualitätsingenieur, in die Lieferantenentwicklung, ins interne Auditwesen oder in die Leitung einer Prüfabteilung. Wer eine Techniker- oder Meisterprüfung oder ein Studium im Wirtschaftsingenieurwesen anschließt, kommt in Positionen mit Budget- und Personalverantwortung.
Aufgaben
- Maß- und Sichtprüfungen an Bauteilen nach Zeichnung durchführen
- Erstmuster nach Rüst- und Werkzeugwechsel freigeben
- Wareneingangs- und Stichprobenprüfungen dokumentieren
- fehlerhafte Ware sperren und Fehlerberichte anlegen
- Prüfmittel überwachen, kalibrieren und verwalten
- bei Ursachenanalysen und 8D-Reports mitarbeiten
- Prüfprotokolle und Regelkarten im CAQ-System führen
- interne und Kundenaudits vorbereiten und begleiten
Voraussetzungen
- abgeschlossene technische Ausbildung oder Erfahrung in der Fertigung
- technische Zeichnungen lesen, Toleranzen und Passungen verstehen
- sicherer Umgang mit Messmitteln, oft auch mit Koordinatenmessmaschinen
- Sorgfalt und Ausdauer bei gleichförmigen Prüfaufgaben
- Bereitschaft zur Schichtarbeit
- gutes Sehvermögen und Farbsehen für Sichtprüfungen
- Standfestigkeit in Konflikten mit Fertigung und Vertrieb
Wo man arbeitet
- Industriebetriebe der Metall- und Elektroindustrie
- Automobilzulieferer
- Kunststoff- und Chemiebetriebe
- Medizintechnik- und Pharmaunternehmen
- Lebensmittelverarbeitung
- Prüf- und Zertifizierungsdienstleister
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in einem technischen Beruf, etwa Industrie- oder Zerspanungsmechaniker, mit anschließendem Wechsel in die Prüfabteilung. Darauf aufbauend qualifiziert eine Weiterbildung zum Qualitätsfachmann oder Qualitätsbeauftragten, die je nach Anbieter wenige Wochen bis mehrere Monate dauert. Angelernte Prüftätigkeiten sind auch ohne Ausbildung zugänglich, begrenzen aber die Aufstiegsmöglichkeiten.
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