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Technik & Ingenieurwesen

Messtechniker

Messtechniker prüfen und dokumentieren Maße, Werkstoffeigenschaften und physikalische Größen an Bauteilen, Anlagen oder Baustellen. Sie bedienen Messgeräte, bewerten Abweichungen und sorgen dafür, dass Toleranzen und Normen eingehalten werden.

9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Messtechniker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.000 € 4.700 € 5.800 € 56.400 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: In Betrieben mit Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Entgelte deutlich über denen kleiner Prüfdienstleister oder Ingenieurbüros. Schicht- und Auslösezulagen, im öffentlichen Dienst die Einordnung nach TVöD, können das Monatseinkommen zusätzlich merklich verändern.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Messtechniker?

Messtechniker ermitteln Zahlen, auf die sich andere verlassen müssen. In der Fertigung heißt das: Bauteile aus der Produktion auf Maßhaltigkeit prüfen, mit Bügelmessschraube, Messuhr, Höhenmessgerät oder auf der Koordinatenmessmaschine. Programme für 3D-Messtaster und optische Scanner werden erstellt, Prüfpläne abgearbeitet, Messprotokolle geschrieben. Weicht ein Maß ab, geht die Information an die Fertigung zurück, oft verbunden mit der Frage, ob Werkzeugverschleiß, Spannfehler oder Materialschwankung die Ursache ist.

Daneben gibt es Messtechnik außerhalb der Werkhalle. In der Gebäude- und Anlagentechnik werden Drücke, Durchflüsse, Temperaturen und Schwingungen erfasst, Sensoren montiert und kalibriert, Messketten in Betrieb genommen. In der Umwelt- und Emissionsmesstechnik werden Abgase, Lärm oder Staub gemessen, mit Protokollen, die vor Behörden Bestand haben müssen. In der Bauvermessung wiederum arbeitet man mit Tachymeter und GNSS im Gelände. Gemeinsam ist allen Feldern: Geräte müssen kalibriert sein, Messunsicherheiten bekannt, die Dokumentation lückenlos.

Wie wird man Messtechniker?

Der häufigste Weg führt über eine technische Ausbildung, etwa als Industriemechaniker, Werkstoffprüfer, Elektroniker für Geräte und Systeme oder Feinwerkmechaniker, gefolgt von Einarbeitung in der Qualitätssicherung. Wer weiterkommen will, macht die Aufstiegsfortbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Maschinentechnik, Elektrotechnik oder Werkstofftechnik, in Vollzeit rund zwei, in Teilzeit rund vier Jahre. Auch der Werkstoffprüfer bringt schon viel Messpraxis mit.

Spezielle Zusatzqualifikationen sind in einigen Bereichen Pflicht: Zertifikate für zerstörungsfreie Prüfung nach DIN EN ISO 9712, Nachweise für Emissionsmessungen, Schulungen auf Messsoftware wie Calypso, PolyWorks oder GOM. Ein Quereinstieg aus verwandten Metall- und Elektroberufen ist realistisch, ohne technische Grundausbildung dagegen selten.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit fordert Geduld und Genauigkeit über Stunden. Wer nach dem dritten identischen Bauteil unaufmerksam wird, produziert falsche Freigaben, und die kosten Geld oder gefährden Menschen. In der Serienfertigung gehört Schichtarbeit dazu, weil Messräume mit der Produktion mitlaufen. Klimatisierte Messräume sind angenehm, die Prüfung direkt an der Linie ist laut, ölig und zugig. Wer im Außeneinsatz messt, arbeitet bei jedem Wetter, auf Baustellen, Dächern oder an Schornsteinen, teils mit Höhentauglichkeit und Reisetätigkeit über Wochen.

Unangenehm ist oft die Rolle: Messtechniker liefern schlechte Nachrichten. Wer Ausschuss feststellt, stoppt Produktion und muss die eigenen Zahlen gegen Zeitdruck und Widerspruch verteidigen. Das braucht Standfestigkeit und die Fähigkeit, Messunsicherheit sauber zu erklären.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil. Solange Bauteile Toleranzen haben und Anlagen genehmigt werden müssen, braucht es Menschen, die messen und unterschreiben. Automatisierte Messzellen und Inline-Messtechnik verlagern die Arbeit von der Handmessung zur Programmierung und Auswertung, wer sich hier einarbeitet, wird schwer ersetzbar. Entwicklungswege führen in die Qualitätsplanung, zum Qualitätsbeauftragten oder Auditor, in die Kalibrierlabortätigkeit nach DIN EN ISO 17025 oder in die Leitung eines Messraums. Ein aufbauendes Studium in Maschinenbau oder Mechatronik öffnet den Weg in Entwicklung und Prüfplanung.

Aufgaben

  • Bauteile auf Maß-, Form- und Lagetoleranzen prüfen
  • Koordinatenmessmaschinen und optische Messsysteme programmieren und bedienen
  • Messmittel überwachen, kalibrieren und Prüfmittelfähigkeit nachweisen
  • Messprotokolle und Erstmusterprüfberichte erstellen
  • Abweichungen analysieren und Ursachen mit der Fertigung klären
  • Sensoren und Messketten in Anlagen einbauen und in Betrieb nehmen
  • Messungen im Feld durchführen, etwa an Anlagen, Gebäuden oder Baustellen
  • Prüfpläne nach Zeichnung, Norm und Kundenvorgabe erarbeiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossene technische Berufsausbildung, meist Metall-, Elektro- oder Werkstoffberuf
  • Sicherheit im Lesen technischer Zeichnungen und in geometrischer Produktspezifikation
  • sorgfältiges, konzentriertes Arbeiten über längere Zeit
  • Grundlagen in Statistik und Messunsicherheit
  • gutes Sehvermögen, Fingerfertigkeit, teils Höhentauglichkeit im Außeneinsatz
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit oder Reisetätigkeit je nach Einsatzfeld
  • Kenntnisse in Messsoftware und Bereitschaft, sich in neue Systeme einzuarbeiten

Wo man arbeitet

  • Messräume und Qualitätssicherung in Industriebetrieben
  • Kalibrier- und Prüflabore
  • technische Prüf- und Sachverständigenorganisationen
  • Anlagenbau und Instandhaltung
  • Ingenieur- und Vermessungsbüros
  • Hersteller von Mess- und Sensortechnik

Der Weg in den Beruf

Üblich ist zunächst eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in einem technischen Beruf, etwa Werkstoffprüfer, Industriemechaniker oder Elektroniker für Geräte und Systeme. Darauf folgt häufig die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker, in Vollzeit etwa zwei Jahre, in Teilzeit rund vier Jahre. Ergänzend werden je nach Einsatzgebiet Zertifikate für zerstörungsfreie Prüfung oder Emissionsmessungen erworben.

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