Vermessungstechniker
Vermessungstechniker erfassen Geländeformen, Grundstücksgrenzen und Bauwerke mit Tachymeter, GNSS-Empfänger und Nivelliergerät und bereiten die Messdaten zu Plänen, Karten und Absteckungen auf. Sie arbeiten abwechselnd im Gelände und am Rechner.
17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Vermessungstechniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.500 € | 4.100 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.200 € | 5.200 € | 50.400 € |
Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach dem TVöD beziehungsweise TV-L, meist in den Entgeltgruppen 6 bis 9; die Spanne ist dort eng und planbar. In privaten Ingenieurbüros und in der Bauwirtschaft wird frei verhandelt, dafür kommen häufig Auslösen, Montage- und Schichtzulagen hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Vermessungstechniker?
Vermessungstechniker bestimmen Lage und Höhe von Punkten auf der Erdoberfläche. Im Gelände bauen sie Tachymeter auf, richten Prismen ein, setzen GNSS-Antennen über Vermessungspunkten und nivellieren Höhenzüge. Sie stecken Achsen für Straßen, Kanäle und Gebäude ab, markieren Bohrpunkte, prüfen, ob eine Bodenplatte in der geplanten Höhe liegt, und dokumentieren Bauzustände. In der Katastervermessung suchen sie Grenzsteine, messen Gebäude nach dem Bau ein und bereiten Grenzniederschriften vor.
Der zweite Teil der Arbeit findet im Büro statt. Messdaten werden ausgewertet, ausgeglichen und in CAD- oder GIS-Systeme übernommen. Daraus entstehen Lagepläne, Höhenpläne, Massenberechnungen für Erdarbeiten, digitale Geländemodelle und Bestandsdokumentationen. Wer mit Laserscannern oder Drohnen arbeitet, verarbeitet Punktwolken und Bildflüge. Auch das Führen von Punktverzeichnissen, das Prüfen von Genauigkeiten und das Schreiben von Messprotokollen gehört dazu.
Wie wird man Vermessungstechniker?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Vermessungstechniker mit den Fachrichtungen Vermessung oder Bergvermessung. Ausbildungsbetriebe sind Katasterämter, kommunale Vermessungsstellen, Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure, Ingenieur- und Bauunternehmen sowie Netz- und Bahnbetreiber. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss; gute Noten in Mathematik sind wichtiger als in jedem anderen Fach, weil trigonometrische Berechnungen und Fehlerrechnung den Kern bilden.
Quereinstieg ist möglich, aber selten formal geregelt. Bauzeichner, Tiefbaufacharbeiter oder Geomatiker können mit Einarbeitung Messgehilfen- und später Messtruppaufgaben übernehmen. Wer weiter will, schließt eine Weiterbildung zum Vermessungstechniker mit Meister- oder Technikerabschluss an oder studiert Geodäsie, Geoinformatik oder Vermessungswesen. Im öffentlichen Dienst führt der Weg über eine Laufbahnausbildung im mittleren technischen Verwaltungsdienst.
Was der Beruf verlangt
Die Außenarbeit findet bei jedem Wetter statt, im Winter wie im Hochsommer, oft auf Baustellen mit Lärm, Staub und Verkehr. Instrumente und Stative müssen getragen werden, Geländeaufnahmen bedeuten viele Kilometer zu Fuß, teils in Böschungen, Wald oder Gräben. Auf Verkehrswegen und Bahnstrecken wird auch nachts oder in Sperrpausen gemessen, dann fallen unregelmäßige Arbeitszeiten und Wochenendeinsätze an. Wer bei einem privaten Ingenieurbüro arbeitet, ist häufig auf Montage unterwegs.
Fehler kosten Geld: eine falsch abgesteckte Achse kann Bauteile unbrauchbar machen. Deshalb sind Genauigkeit, Kontrollmessungen und saubere Dokumentation Pflicht, auch wenn der Bauleiter drängt. Verlangt wird zudem ein sicherer Umgang mit Software, räumliches Vorstellungsvermögen und ein Führerschein, weil der Messtrupp mit dem Dienstfahrzeug zu wechselnden Einsatzorten fährt.
Aussichten
Vermessungstechniker werden gesucht. Infrastrukturprojekte, Netzausbau, Bahnsanierung, Windkraft und die Digitalisierung von Bestandsdaten erzeugen dauerhaft Arbeit, gleichzeitig gehen viele erfahrene Fachkräfte in den Ruhestand. Der Arbeitsmarkt ist regional breit gestreut, weil Vermessung überall gebraucht wird.
Entwicklungswege führen zur Leitung eines Messtrupps, zur Spezialisierung auf Ingenieurvermessung, Laserscanning, Maschinensteuerung oder GIS-Datenmanagement, zum Techniker- oder Meisterabschluss und über ein Studium bis zur Projektleitung oder zum Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur. Wer Softwarekenntnisse ausbaut, verschiebt den Arbeitsschwerpunkt mit den Jahren vom Gelände ins Büro.
Aufgaben
- Messpunkte im Gelände aufsuchen, sichern und einmessen
- Tachymeter, GNSS-Empfänger und Nivelliergerät aufbauen und bedienen
- Achsen, Höhen und Bauwerkspunkte auf Baustellen abstecken
- Messdaten auswerten, berechnen und auf Genauigkeit prüfen
- Lage- und Höhenpläne in CAD erstellen und fortführen
- Massen und Volumen für Erdbau berechnen
- Bestandsaufnahmen und Bauzustände dokumentieren
- Punktwolken aus Laserscans oder Drohnenbefliegungen verarbeiten
Voraussetzungen
- mittlerer Schulabschluss, gute Kenntnisse in Mathematik und Geometrie
- abgeschlossene Ausbildung als Vermessungstechniker oder vergleichbare Qualifikation
- Sorgfalt und Sinn für Genauigkeit, auch unter Zeitdruck
- Bereitschaft zur Arbeit im Freien bei jedem Wetter
- körperliche Belastbarkeit für Tragen von Geräten und Geländebegehungen
- Führerschein Klasse B
- sicherer Umgang mit Vermessungs- und CAD-Software
Wo man arbeitet
- Katasterämter und kommunale Vermessungsstellen
- Ingenieurbüros für Vermessung und Geodäsie
- Bau- und Tiefbauunternehmen
- Bahn-, Energie- und Netzbetreiber
- Bergbau- und Rohstoffbetriebe
- Landesvermessungsverwaltungen
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Vermessungstechniker, Fachrichtung Vermessung oder Bergvermessung, mit Abschluss vor der zuständigen Kammer oder Verwaltung. Danach sind Weiterbildungen zum Vermessungstechnikermeister oder staatlich geprüften Techniker möglich, ebenso ein Studium der Geodäsie oder Geoinformatik.
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