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Bau & Immobilien

Vermessungsingenieur

Vermessungsingenieure erfassen und berechnen die Lage, Höhe und Form von Grundstücken, Bauwerken und Geländeoberflächen. Sie liefern die Daten, auf denen Bauplanung, Katasterwesen und Landkarten beruhen.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vermessungsingenieur verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.800 € 4.400 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 4.000 € 4.700 € 5.500 € 56.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 5.800 € 7.500 € 69.600 €

Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach dem TVöD beziehungsweise TV-L, meist Entgeltgruppe 10 bis 12, im höheren Dienst nach der Besoldung; die Spannen sind dort eng und planbar. In der Privatwirtschaft entscheiden Betriebsgröße, Branche und Projektverantwortung, spürbar mehr zahlen Bau-, Bahn- und Energieprojekte, dazu kommen Auslösen und Zulagen für Montage- und Nachtarbeit.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vermessungsingenieur?

Vermessungsingenieure bestimmen Punkte im Raum und leiten daraus Grenzen, Höhen, Volumen und Baukoordinaten ab. Im Außendienst arbeiten sie mit Tachymeter, GNSS-Empfänger, Nivelliergerät, Laserscanner oder Drohne, richten Messpunkte ein, stecken Achsen und Bauwerkskanten ab und kontrollieren, ob ein Rohbau dort steht, wo er nach Plan stehen soll. Im Innendienst werden die Rohdaten ausgeglichen, auf Fehler geprüft und in CAD- oder GIS-Systeme übertragen. Daraus entstehen Lagepläne, Höhenprofile, Massenberechnungen für den Erdbau, digitale Geländemodelle oder Punktwolken für die Bestandsdokumentation.

Ein großer Teil der Arbeit ist Ingenieurvermessung für Bauprojekte: Straßen, Brücken, Bahnstrecken, Hochbau, Windkraftanlagen. Dazu kommen Deformationsmessungen an Brücken und Talsperren, Absteckungen im Tunnelbau und Bauüberwachung. In der amtlichen Vermessung geht es um Liegenschaftskataster, Grenzfeststellungen, Teilungen und die Fortführung der Geobasisdaten. Wer für ein Öffentlich bestelltes Vermessungsbüro arbeitet, hat außerdem mit Eigentümern, Notariaten und Grundbuchämtern zu tun.

Wie wird man Vermessungsingenieur?

Üblich ist ein Studium der Geodäsie, des Vermessungswesens oder der Geoinformatik an einer Hochschule oder Universität, Bachelor in sechs bis sieben Semestern, häufig gefolgt von einem Master. Zugang über Abitur oder Fachhochschulreife, mit einer abgeschlossenen Ausbildung als Vermessungstechniker auch ohne Abitur möglich. Mathematik, Physik und räumliches Denken sind während des Studiums die härtesten Hürden, Statistik und Ausgleichungsrechnung ziehen sich durch.

Wer in die amtliche Vermessung oder in den höheren Vermessungsdienst will, absolviert nach dem Studium ein Referendariat beziehungsweise eine Ausbildung zum Vermessungsassessor mit Staatsprüfung. Die Bestellung zum Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur setzt zusätzlich mehrjährige Berufspraxis voraus. Ein echter Quereinstieg ist selten; am nächsten kommen erfahrene Vermessungstechniker, die berufsbegleitend studieren.

Was der Beruf verlangt

Der Wechsel zwischen Baustelle und Büro prägt den Alltag. Außendienst heißt Arbeit bei Regen, Hitze und Kälte, auf unebenem Gelände, im Verkehrsraum, teils mit Warnkleidung und schwerem Gerät. Bei Bahn- und Straßenprojekten kommen Nacht- und Wochenendeinsätze in Sperrpausen vor, bei überregionalen Projekten Montagetätigkeit mit Übernachtungen. Baustellen sind kein rücksichtsvolles Umfeld: Termindruck, kurzfristige Planänderungen und Diskussionen mit Bauleitungen gehören dazu.

Gefordert ist Genauigkeit über Stunden hinweg. Ein Zahlendreher in einer Absteckung kann eine Wand um Zentimeter verschieben und teure Nacharbeit auslösen. Verantwortung, Dokumentationspflichten und rechtliche Bindung sind besonders in der Katastervermessung hoch. Wer digital arbeitet, muss sich laufend in neue Software, Scanverfahren und BIM-Prozesse einarbeiten.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Infrastrukturprojekte, Netzausbau, Bahnsanierung, Windenergie und die Digitalisierung von Gebäudebeständen erzeugen dauerhaft Vermessungsbedarf, während viele Büros und Behörden altersbedingt Stellen kaum besetzt bekommen. Entwicklungswege führen in die Projektleitung, in die Bauüberwachung, in die Leitung eines Vermessungsbüros, in den höheren Vermessungsdienst oder in Spezialgebiete wie Laserscanning, Geoinformatik, Monitoring und BIM-Koordination. Auch die Selbstständigkeit als Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur ist ein realistischer Weg, allerdings mit langer Vorlaufzeit.

Aufgaben

  • Lage- und Höhenmessungen mit Tachymeter, GNSS und Nivelliergerät durchführen
  • Bauachsen, Gebäudekanten und Trassen auf der Baustelle abstecken
  • Messdaten auswerten, ausgleichen und auf Genauigkeit prüfen
  • Lagepläne, Geländemodelle und Punktwolken in CAD und GIS erstellen
  • Massen für Erdbau und Aushub berechnen
  • Grenzen feststellen und Katasterunterlagen fortführen
  • Deformations- und Kontrollmessungen an Bauwerken dokumentieren
  • Bauausführung gegen Planung prüfen und Abweichungen melden

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium in Geodäsie, Vermessungswesen oder Geoinformatik
  • Sichere Mathematik, Statistik und Ausgleichungsrechnung
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und hohe Genauigkeit
  • Bereitschaft zu Außendienst bei jedem Wetter, teils mit Montageeinsätzen
  • Führerschein Klasse B
  • Kenntnisse in CAD-, GIS- und Auswertesoftware
  • Für die amtliche Vermessung zusätzlich Staatsprüfung beziehungsweise Bestellung

Wo man arbeitet

  • Vermessungs- und Ingenieurbüros
  • Kataster- und Vermessungsämter
  • Bauunternehmen und Tiefbaufirmen
  • Bahn-, Energie- und Netzbetreiber
  • Ingenieur- und Planungsgesellschaften
  • Baustellen und Außendienst im Gelände

Der Weg in den Beruf

Der Regelweg ist ein Bachelorstudium in Geodäsie oder Vermessungswesen mit sechs bis sieben Semestern, oft ergänzt durch einen zweijährigen Master. Für den höheren Vermessungsdienst und die Bestellung als Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur folgt ein etwa zweijähriges Referendariat mit Staatsprüfung. Vermessungstechniker mit Berufserfahrung können berufsbegleitend studieren und so aufsteigen.

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