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Bau & Immobilien

Bauingenieur

Bauingenieure planen, berechnen und überwachen Bauwerke – von Wohnhäusern über Brücken bis zu Kläranlagen. Sie arbeiten in Ingenieurbüros, Bauunternehmen oder Behörden und verbinden Statik, Baurecht und Kostenkontrolle.

45 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Bauingenieur verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €
Mit Berufserfahrung 4.200 € 5.000 € 6.000 € 60.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.300 € 6.500 € 8.500 € 78.000 €

Entscheidend sind Branche und Betriebsgröße: Große Baukonzerne und die Industrie zahlen nach Bautarifvertrag oder darüber deutlich mehr als kleine Ingenieurbüros ohne Tarifbindung. Im öffentlichen Dienst richtet sich das Gehalt nach TVöD oder TV-L, üblich sind die Entgeltgruppen 10 bis 13; Bauleitung auf Baustellen bringt oft Zulagen und Dienstwagen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Bauingenieur?

Bauingenieure sorgen dafür, dass Bauwerke halten, genehmigt werden und im Budget bleiben. Ein Tragwerksplaner rechnet nach, welche Querschnitte eine Stahlbetondecke braucht, welche Bewehrung eingelegt wird und wie Lasten in den Baugrund abgeleitet werden. In der Bauleitung dagegen beginnt der Tag auf der Baustelle: Absteckungen prüfen, Betonlieferscheine kontrollieren, mit dem Rohbauunternehmer über verzögerte Lieferungen sprechen, Bautagebuch führen, Nachträge bewerten. Andere arbeiten im Straßen- und Verkehrswegebau, in der Wasserwirtschaft, im Baustoff- oder Projektmanagement oder in einer Bauaufsichtsbehörde, wo sie Bauanträge prüfen.

Gemeinsam ist allen Richtungen der Wechsel zwischen Rechnen, Zeichnen und Verhandeln. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Kommunikation: mit Architekten, Fachplanern für Elektro und Haustechnik, Prüfingenieuren, Behörden und Bauherren. Software gehört dazu – Statikprogramme, CAD und zunehmend BIM-Modelle, in denen alle Fachplanungen zusammenlaufen.

Wie wird man Bauingenieur?

Über ein Studium des Bauingenieurwesens an einer Hochschule oder Universität. Der Bachelor dauert sechs bis sieben Semester, der Master weitere drei bis vier. Für die Tragwerksplanung und für den öffentlichen Dienst in höheren Positionen ist der Master üblich, in der Bauleitung reicht häufig der Bachelor. Praktische Vorerfahrung hilft erheblich: Wer vor dem Studium eine Bauausbildung gemacht hat oder wer während des Studiums auf Baustellen gearbeitet hat, versteht Abläufe schneller. Duale Studiengänge in Zusammenarbeit mit Bauunternehmen sind verbreitet. Ein Quereinstieg ohne einschlägiges Studium ist praktisch ausgeschlossen; wer als Bautechniker oder Meister arbeitet, kann berufsbegleitend studieren. Die Bezeichnung Ingenieur ist geschützt, für Bauvorlageberechtigung ist zusätzlich die Eintragung in die Ingenieurkammer erforderlich.

Was der Beruf verlangt

Mathematik und Mechanik sind kein Nebenfach, sondern das Fundament – im Studium scheitern viele daran. Im Berufsalltag zählt weniger die Formel als die Sorgfalt: Ein Rechenfehler in der Statik oder eine übersehene Frist im Bauablauf hat Folgen, die Geld und im Extremfall Menschenleben kosten. Bauleiter tragen Verantwortung für Arbeitssicherheit und stehen unter Termindruck, den sie selten selbst verursacht haben. Der Ton auf Baustellen ist direkt, Konflikte um Nachträge und Mängel gehören zum Alltag.

Die Arbeitszeiten sind in der Bauleitung lang und beginnen früh, Wochenendeinsätze kommen in kritischen Bauphasen vor. Wer projektweise wechselnde Baustellen betreut, ist viel unterwegs oder zieht mit dem Projekt um. Im Büro ist die Belastung planbarer, dafür konzentrierter am Bildschirm. Wetter, Schmutz und Lärm sind auf der Baustelle Normalzustand.

Aussichten

Bauingenieure werden seit Jahren gesucht, besonders in der Tragwerksplanung, im Infrastrukturbau und in Kommunalverwaltungen, wo Stellen oft monatelang unbesetzt bleiben. Der Sanierungsbedarf bei Brücken, Schienen und Kanalnetzen sichert Arbeit über Jahrzehnte, auch wenn der Wohnungsneubau konjunkturell schwankt und Ingenieurbüros in schwachen Phasen Personal abbauen.

Entwicklungswege führen in die Projektleitung, in die Büroleitung, in die Prüfingenieurtätigkeit oder in die Selbständigkeit mit eigenem Ingenieurbüro. Spezialisierungen in Brandschutz, Geotechnik, Bauphysik oder BIM-Koordination sind gut bezahlt und knapp besetzt.

Aufgaben

  • Statische Berechnungen für Tragwerke erstellen und prüfen
  • Bauzeichnungen, Schal- und Bewehrungspläne bearbeiten
  • Bauabläufe planen, Termine und Kosten überwachen
  • Baustellen betreuen, Ausführungsqualität und Arbeitssicherheit kontrollieren
  • Leistungsverzeichnisse schreiben und Angebote von Nachunternehmern bewerten
  • Aufmaße prüfen, Nachträge verhandeln und Abrechnungen freigeben
  • Genehmigungsunterlagen zusammenstellen und mit Behörden abstimmen
  • Bestandsbauwerke begutachten und Sanierungskonzepte entwickeln

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium im Bauingenieurwesen (Bachelor oder Master)
  • Sichere Grundlagen in Mechanik, Mathematik und Baustofftechnik
  • Kenntnisse in Normen und Regelwerken, insbesondere Eurocodes und VOB
  • Umgang mit CAD-, Statik- und Ausschreibungssoftware, zunehmend BIM
  • Durchsetzungsfähigkeit und Verhandlungsgeschick gegenüber Firmen und Bauherren
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu wechselnden Einsatzorten
  • Belastbarkeit bei Termindruck und Sorgfalt bei sicherheitsrelevanten Berechnungen

Wo man arbeitet

  • Ingenieur- und Planungsbüros
  • Bau- und Rohbauunternehmen
  • Bauämter und Straßenbauverwaltungen
  • Projektentwickler und Bauträger
  • Prüfämter und Sachverständigenbüros
  • Industrie- und Infrastrukturbetriebe mit eigener Bauabteilung

Der Weg in den Beruf

Der Weg führt über ein Studium des Bauingenieurwesens: Bachelor in sechs bis sieben Semestern, häufig gefolgt von einem Master über drei bis vier Semester. Duale Varianten verbinden das Studium mit Praxisphasen im Bauunternehmen. Für Bauvorlageberechtigung und den Titel Beratender Ingenieur folgen mehrere Jahre Berufspraxis und die Eintragung in die Ingenieurkammer.

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