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Bau & Immobilien

Architekt

Architektinnen und Architekten planen Gebäude von der ersten Skizze bis zur fertigen Baustelle, koordinieren Fachplaner und Handwerksbetriebe und tragen dabei Verantwortung für Kosten, Termine und die Einhaltung des Baurechts.

19 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Architekt verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.400 € 4.000 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.700 € 4.500 € 5.400 € 54.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 5.900 € 8.000 € 70.800 €

Entscheidend sind Bürogröße und Region: Kleine Büros in strukturschwachen Gegenden zahlen deutlich weniger als große Planungsgesellschaften oder Bauabteilungen der Industrie. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 11 bis 13; in privaten Büros gilt der Tarifvertrag für Architekturbüros nur in wenigen Bundesländern und häufig wird frei verhandelt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Architekt?

Der Beruf umfasst deutlich mehr als Entwerfen. Nach den Vorgaben der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure gliedert sich ein Projekt in neun Leistungsphasen, von der Grundlagenermittlung über Entwurf und Genehmigungsplanung bis zur Objektüberwachung und Dokumentation. In den frühen Phasen entstehen Konzepte, Grundrisse, Schnitte und Modelle, meist mit CAD- und BIM-Software. Danach folgt die Ausführungsplanung mit Details im Maßstab 1:5, Abstimmungen mit Tragwerksplanern, Haustechnikern und Brandschutzsachverständigen sowie der Bauantrag bei der Behörde.

In der Bauphase verlagert sich die Arbeit auf die Baustelle: Ausschreibungen schreiben, Angebote prüfen, Aufträge vergeben, Bautenstand kontrollieren, Mängel dokumentieren, Rechnungen freigeben. Viele Architektinnen arbeiten nie über alle Phasen hinweg, sondern spezialisieren sich auf Entwurf, Ausschreibung oder Bauleitung. Ein erheblicher Teil des Alltags besteht aus Telefonaten, E-Mails, Protokollen und dem Nachhalten von Terminen.

Wie wird man Architekt?

Über ein Studium der Architektur an einer Universität oder Hochschule für angewandte Wissenschaften. Üblich ist die Kombination aus Bachelor und Master, zusammen meist fünf Jahre. Die Berufsbezeichnung ist geschützt: Wer sich Architekt nennen und Bauvorlagen unterschreiben will, muss in die Architektenkammer eines Bundeslandes eingetragen sein. Dafür sind neben dem Studium in der Regel zwei Jahre praktische Tätigkeit und der Nachweis von Fortbildungen erforderlich. Ein Quereinstieg ohne einschlägiges Studium ist praktisch ausgeschlossen; verwandte Studiengänge wie Bauingenieurwesen führen in andere Rollen. Vor dem Studium hilft ein Praktikum auf dem Bau oder in einem Büro, weil viele die Realität des Berufs unterschätzen.

Was der Beruf verlangt

Die Ausbildung ist lang, der Einstieg vergleichsweise schlecht bezahlt, gemessen an der Qualifikation. Kleine Büros zahlen häufig unter dem, was Ingenieure in der Industrie verdienen. Abgabetermine für Wettbewerbe und Bauanträge führen zu Phasen mit langen Arbeitstagen, Überstunden sind in vielen Büros normal und werden nicht immer ausgeglichen. Wer Bauleitung macht, ist bei jedem Wetter draußen, in Rohbauten ohne Heizung, und muss Konflikte mit Handwerksbetrieben aushalten.

Rechtliche Verantwortung spielt eine große Rolle: Fehler in der Planung oder mangelhafte Überwachung können Haftungsfälle auslösen. Gleichzeitig verlangt der Beruf ständiges Nachlernen, weil sich Energiestandards, Brandschutzvorschriften und Landesbauordnungen laufend ändern. Der gestalterische Anteil, der viele zum Studium bringt, macht im Berufsalltag oft nur einen kleinen Teil aus.

Aussichten

Die Lage schwankt stark mit der Baukonjunktur. Nach den Zinserhöhungen ist der Wohnungsneubau eingebrochen, viele Büros haben Aufträge verloren. Stabiler sind Sanierung, Umbau im Bestand, energetische Modernisierung und öffentliche Bauten wie Schulen und Kitas. Wer sich in Bestandsarbeit, Bauen im Denkmal, Brandschutz oder BIM-Koordination auskennt, findet leichter Stellen. Entwicklungswege führen zur Projektleitung, zur eigenen Büropartnerschaft, in Bauabteilungen von Unternehmen und Wohnungsgesellschaften, in Bauämter oder in die Immobilienprojektentwicklung. Die Selbstständigkeit ist verbreitet, bringt aber Auftragsrisiko und Haftpflichtkosten mit sich.

Aufgaben

  • Entwürfe, Grundrisse und Details in CAD- oder BIM-Software erstellen
  • Bauanträge zusammenstellen und mit der Genehmigungsbehörde abstimmen
  • Fachplaner für Statik, Haustechnik und Brandschutz koordinieren
  • Leistungsverzeichnisse schreiben und Angebote der Gewerke prüfen
  • Baustellen begehen, Bautenstand und Qualität kontrollieren
  • Kosten, Termine und Nachträge über die Projektlaufzeit verfolgen
  • Mängel dokumentieren und die Abnahme vorbereiten
  • Bauherren beraten und Entwürfe präsentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Architekturstudium, in der Regel Bachelor und Master
  • Eintragung in die Architektenkammer für die Bauvorlageberechtigung, mit zwei Jahren Praxis
  • Sicherer Umgang mit CAD- und BIM-Programmen sowie Ausschreibungssoftware
  • Kenntnisse in Landesbauordnung, HOAI, VOB und Energierecht
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und Sorgfalt bei Details
  • Durchsetzungsfähigkeit gegenüber Handwerksbetrieben und Bauherren
  • Bereitschaft zu Baustellenterminen bei jedem Wetter, Führerschein meist erwartet

Wo man arbeitet

  • Architektur- und Planungsbüros
  • Bauunternehmen mit eigener Planungsabteilung
  • Projektentwickler und Wohnungsbaugesellschaften
  • Bauämter und Hochbauämter der öffentlichen Verwaltung
  • Bauabteilungen von Industrie-, Handels- und Klinikkonzernen
  • Selbstständige Tätigkeit im eigenen Büro

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Architekturstudium mit Bachelor und darauf aufbauendem Master, zusammen etwa fünf Jahre, an einer Universität oder Hochschule für angewandte Wissenschaften. Nach dem Abschluss folgen mindestens zwei Jahre Berufspraxis in einem Büro, danach ist die Eintragung in die Architektenkammer möglich. Erst diese Eintragung berechtigt zum Führen der Berufsbezeichnung und zur Unterschrift unter Bauvorlagen.

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