Landschaftsarchitekt
Landschaftsarchitekten planen und gestalten Freiräume: Parks, Wohnumfeld, Schulhöfe, Plätze, Uferzonen und Firmengelände. Sie entwerfen, berechnen Kosten, schreiben Bauleistungen aus und überwachen die Ausführung auf der Baustelle.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Landschaftsarchitekt verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.400 € | 3.900 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.300 € | 5.100 € | 51.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.400 € | 5.300 € | 6.800 € | 63.600 € |
Entscheidend ist, ob man im öffentlichen Dienst nach TVöD oder TV-L arbeitet - dort meist Entgeltgruppe 10 bis 12, mit klaren Stufen und Zusatzversorgung - oder in einem privaten Planungsbüro, wo die Bezahlung frei verhandelt wird und in kleinen Büros deutlich niedriger liegt. Selbstständige Büroinhaber verdienen stark projektabhängig, nach unten wie nach oben offen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Landschaftsarchitekt?
Landschaftsarchitekten planen den Raum zwischen den Gebäuden. Das beginnt mit einer Bestandsaufnahme: Welche Bäume stehen da, wie fällt das Gelände, wo liegen Leitungen, wie wird die Fläche heute genutzt. Daraus entsteht ein Entwurf, zunächst als Skizze und Konzept, später als maßstäbliche Planzeichnung in CAD, dazu Pflanzpläne mit Artenlisten, Höhenplanung, Entwässerung und Details für Wegeaufbauten, Mauern oder Treppen.
Ein großer Teil der Arbeit ist nicht Entwurf, sondern Abwicklung. Kostenschätzungen und Kostenberechnungen nach den Leistungsphasen der HOAI, Leistungsverzeichnisse für die Vergabe, Prüfung der Angebote von Garten- und Landschaftsbaubetrieben, dann Bauleitung: Aufmaße kontrollieren, Pflanzqualitäten prüfen, Nachträge bewerten, Abnahmen protokollieren. Wer im Bereich Landschaftsplanung arbeitet, erstellt stattdessen Grünordnungspläne, Umweltberichte, Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzen und artenschutzrechtliche Prüfungen für Bauvorhaben und Bauleitplanung.
Dazu kommt Kommunikation: Abstimmung mit Bauherren, Stadtverwaltungen, Naturschutzbehörden, Tiefbauämtern, Statikern und Hochbauarchitekten, Präsentationen in Ausschüssen, Bürgerbeteiligung bei öffentlichen Projekten. Wettbewerbe sind für viele Büros der wichtigste Weg zu größeren Aufträgen und bedeuten wochenlange, unbezahlte Vorarbeit.
Wie wird man Landschaftsarchitekt?
Über ein Studium der Landschaftsarchitektur, Landschaftsplanung oder Landschaftsbau und Freiraumplanung an einer Fachhochschule oder Universität. Der Bachelor dauert sechs bis sieben Semester, der Master weitere drei bis vier. Für die geschützte Berufsbezeichnung und den Eintrag in die Architektenkammer sind je nach Bundesland ein bestimmter Studienumfang und zwei Jahre praktische Tätigkeit nachzuweisen. Ohne Kammereintrag darf man planen, aber keine bauvorlageberechtigten Leistungen erbringen und sich nicht Landschaftsarchitekt nennen.
Ein klassischer Quereinstieg existiert kaum. Häufig ist der Weg über eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau mit anschließendem Studium; Pflanzenkenntnis und Baustellenerfahrung sind dabei ein deutlicher Vorteil. Praktika während des Studiums entscheiden oft über die erste Stelle.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Bürotätigkeit am Bildschirm, unterbrochen von Baustellenterminen bei jedem Wetter. Termindruck vor Abgaben, Wettbewerben und Vergabefristen führt regelmäßig zu Überstunden, gerade in kleinen Büros. Die Bezahlung liegt unter dem, was Ingenieure vergleichbarer Ausbildung in der Industrie verdienen, und viele Einstiegsstellen sind zunächst befristet.
Gefordert sind räumliches Vorstellungsvermögen, sichere Pflanzenkenntnis, Genauigkeit bei Vermaßung und Kostenrechnung und die Bereitschaft, sich in Vergaberecht, Normen und Regelwerke einzuarbeiten. Ein Entwurf überlebt selten unverändert: Budgets, Behördenauflagen und Bauherrenwünsche verändern ihn, und wer damit nicht umgehen kann, wird in diesem Beruf unglücklich.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und teils steigend. Klimaanpassung in Städten, Regenwassermanagement, Entsiegelung, Baumstandorte im Straßenraum und die Umgestaltung von Schul- und Wohnhöfen sind politische Daueraufgaben. Kommunen haben Personal in ihren Grünflächen- und Stadtplanungsämtern schwer zu besetzen. Private Büros hängen dagegen an der Baukonjunktur und an öffentlichen Haushalten; sinkende Investitionsmittel schlagen dort schnell durch.
Entwicklungswege führen zur Projektleitung, zur Spezialisierung auf Freianlagenplanung, Umweltplanung, Vegetationstechnik oder Sportplatzbau, in den öffentlichen Dienst oder in die eigene Bürogründung, die allerdings Akquisitionsfähigkeit und Ausdauer bei Wettbewerben verlangt.
Aufgaben
- Entwürfe für Freianlagen zeichnen und in CAD ausarbeiten
- Pflanz-, Höhen- und Entwässerungspläne erstellen
- Kosten schätzen und berechnen, Leistungsverzeichnisse schreiben
- Angebote von Landschaftsbaubetrieben prüfen und Vergaben vorbereiten
- Bauleitung übernehmen, Aufmaße und Pflanzqualitäten kontrollieren
- Genehmigungen mit Bau- und Naturschutzbehörden abstimmen
- Umweltberichte und Ausgleichsbilanzen für Bauvorhaben erarbeiten
- Entwürfe in Ausschüssen und Bürgerversammlungen präsentieren
Voraussetzungen
- Bachelor oder Master in Landschaftsarchitektur, Landschaftsplanung oder Freiraumplanung
- Sichere Kenntnis von Stauden, Gehölzen und deren Standortansprüchen
- Umgang mit CAD, GIS und Ausschreibungssoftware
- Räumliches Vorstellungsvermögen und zeichnerische Darstellungsfähigkeit
- Kenntnisse in HOAI, VOB und einschlägigen Normen
- Führerschein und Bereitschaft zu Baustellenterminen bei jedem Wetter
- Für die Berufsbezeichnung: Eintrag in die Architektenkammer nach zwei Jahren Praxis
Wo man arbeitet
- Landschaftsarchitektur- und Planungsbüros
- Grünflächen-, Stadtplanungs- und Umweltämter der Kommunen
- Straßenbau- und Wasserwirtschaftsverwaltungen der Länder
- Große Garten- und Landschaftsbaubetriebe mit eigener Planungsabteilung
- Projektentwickler und Wohnungsbaugesellschaften
- Ingenieurbüros für Umwelt- und Infrastrukturplanung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelorstudium der Landschaftsarchitektur an einer Fachhochschule oder Universität, sechs bis sieben Semester, oft mit integriertem Praxissemester. Ein Master von drei bis vier Semestern ist für den öffentlichen Dienst und für anspruchsvolle Entwurfsaufgaben verbreitet. Die geschützte Berufsbezeichnung setzt zusätzlich zwei Jahre berufspraktische Tätigkeit und den Eintrag in die Architektenkammer voraus.
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Landschaftsarchitekt (m/w/d)
Landschaftsarchitekt/in (m/w/d)
Landschaftsarchitekt - Freianlagen / HOAI / Stadtraum (m/w/d)
Landschaftsarchitekt - Umweltplanung / Biotoptypen / Verkehrsplanung (m/w/d)
Landschaftsarchitekt/in – Leistungsphase 5-7
Verwandte Berufe
Architekt
Architektinnen und Architekten planen Gebäude von der ersten Skizze bis zur fertigen Baustelle, koordinieren Fachplaner und Handwerksbetriebe und tragen dabei Verantwortung für Kosten, Termine und die Einhaltung des Baurechts.
- Offene Stellen
- 19
- Monatsbrutto
- 2.900 – 8.000 €
Landschaftsgärtner
Landschaftsgärtner legen Gärten, Parks, Spielplätze und Verkehrsgrünflächen an und pflegen sie. Die Arbeit findet überwiegend im Freien statt, bei jedem Wetter und mit körperlichem Einsatz.
- Offene Stellen
- 7
- Monatsbrutto
- 2.350 – 4.600 €
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