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Technik & Ingenieurwesen

Werkstoffprüfer

Werkstoffprüfer untersuchen Metalle, Kunststoffe und Bauteile auf Festigkeit, Gefüge und verborgene Fehler. Sie arbeiten in Prüflabors der Industrie und entscheiden mit, ob ein Werkstoff freigegeben wird.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Werkstoffprüfer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.800 € 4.400 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.600 € 5.600 € 55.200 €

In tarifgebundenen Betrieben richtet sich die Bezahlung nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder der chemischen Industrie und liegt deutlich über dem, was kleinere Prüfdienstleister zahlen. Zusätzlich fallen häufig Schicht-, Nacht- und Montagezulagen an, Zertifizierungen der Stufe 2 und 3 in der zerstörungsfreien Prüfung werden gesondert vergütet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Werkstoffprüfer?

Werkstoffprüfer stellen fest, ob ein Material hält, was es soll. Dazu spannen sie Proben in Zugprüfmaschinen ein und ziehen sie bis zum Bruch, schlagen Kerbschlagproben bei minus 40 Grad durch, drücken Prüfkörper in Oberflächen und lesen daraus Härtewerte ab. Ein zweiter großer Teil der Arbeit ist die Metallografie: Proben trennen, einbetten, schleifen, polieren, mit Säure anätzen und das Gefüge unter dem Mikroskop beurteilen. Wer in der zerstörungsfreien Prüfung arbeitet, durchstrahlt Schweißnähte mit Röntgen- oder Gammastrahlung, fährt Ultraschallköpfe über Bleche, sprüht Magnetpulver auf Wellen oder trägt Farbeindringmittel auf, um Risse sichtbar zu machen.

Zu jeder Prüfung gehört Papier. Proben werden gekennzeichnet und rückverfolgbar dokumentiert, Messwerte in Prüfsoftware erfasst, Ergebnisse gegen Normen und Kundenspezifikationen gehalten, Abweichungen gemeldet. Werkstoffprüfer betreuen außerdem ihre Geräte, kalibrieren, führen Kontrollproben und halten Laborvorschriften ein. Bei Schadensfällen suchen sie die Ursache: Ermüdungsbruch, Korrosion, Wärmebehandlungsfehler oder Materialverwechslung.

Wie wird man Werkstoffprüfer?

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Werkstoffprüfer, geregelt nach dem Berufsbildungsgesetz, mit Wahl einer Fachrichtung: Metalltechnik, Kunststofftechnik, Wärmebehandlungstechnik oder Systemtechnik. Betriebe erwarten in der Regel einen guten mittleren Abschluss, viele Auszubildende bringen Abitur mit. Physik, Chemie und Mathematik sollten nicht abschreckend wirken, weil Werkstoffkunde, Statistik und Normenlesen den Kern des Berufs bilden.

Ein Quereinstieg gelingt Facharbeitern aus Metallberufen, die im Betrieb ins Labor wechseln und Prüfverfahren über Zertifikatskurse nachholen. Für die zerstörungsfreie Prüfung sind Qualifizierungen nach DIN EN ISO 9712 in Stufen 1 bis 3 verbindlich, je Verfahren getrennt, mit regelmäßiger Rezertifizierung und Sehtest. Röntgenprüfer brauchen zusätzlich die Fachkunde im Strahlenschutz.

Was der Beruf verlangt

Genauigkeit über Stunden, auch wenn die zwanzigste Probe des Tages gleich aussieht wie die erste. Wer Ergebnisse schönt oder Proben verwechselt, gefährdet Bauteile, die später in Fahrzeugen, Rohrleitungen oder Kranen stecken. Der Umgang mit Ätzmitteln, Schleifstäuben, Lärm und ionisierender Strahlung ist Alltag und erfordert Disziplin bei Schutzausrüstung und Dosisüberwachung. Röntgenprüfungen in der Fertigung finden häufig nachts statt, weil dann die Halle leer ist; in Prüflabors der Serienproduktion wird im Zwei- oder Dreischichtsystem gearbeitet. Bei Dienstleistern kommt Montagearbeit dazu, mit Reisen zu Baustellen, Kraftwerken oder Werften.

Unangenehm empfinden viele den Druck aus der Produktion: Wenn eine Charge auf Freigabe wartet, wird das Ergebnis schnell gebraucht, und die Verantwortung für ein Nein liegt im Labor.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, weil Qualitätsnachweise gesetzlich und vertraglich gefordert sind und in Luftfahrt, Energietechnik, Bahn und Automobilbau nicht entfallen. Ausgebildete Werkstoffprüfer sind selten, die Ausbildungszahlen liegen niedrig, entsprechend gut sind die Chancen nach dem Abschluss. Weiterkommen lässt sich über die Stufe 3 in der zerstörungsfreien Prüfung, über den Werkstoffprüftechniker, den Qualitätsfachmann oder ein Studium der Werkstofftechnik. Wer sich auf Schadensanalyse oder Akkreditierungsmanagement spezialisiert, arbeitet später eher gutachterlich als am Gerät.

Aufgaben

  • Zug-, Druck- und Kerbschlagversuche an genormten Proben durchführen
  • Härteprüfungen nach Vickers, Brinell und Rockwell ausführen
  • metallografische Schliffe herstellen, ätzen und Gefüge beurteilen
  • Bauteile mit Ultraschall, Röntgen, Magnetpulver oder Farbeindringmittel prüfen
  • Prüfmittel kalibrieren, überwachen und instand halten
  • Messwerte dokumentieren und gegen Normen und Spezifikationen bewerten
  • Prüfberichte und Werkstoffzeugnisse erstellen
  • bei Schadensfällen Bruchflächen und Ursachen untersuchen

Voraussetzungen

  • mittlerer Schulabschluss, häufig Fachhochschulreife oder Abitur
  • solide Kenntnisse in Physik, Chemie und Mathematik
  • sorgfältiges, geduldiges Arbeiten und Sinn für Dokumentation
  • gutes Sehvermögen und Farbsehen, Nachweis für Zertifizierungen nach DIN EN ISO 9712
  • Bereitschaft zum Umgang mit Chemikalien und ionisierender Strahlung
  • je nach Stelle Schicht-, Nacht- und Reisebereitschaft

Wo man arbeitet

  • Prüflabors in Stahl-, Aluminium- und Gießereibetrieben
  • Qualitätssicherung im Maschinen-, Fahrzeug- und Anlagenbau
  • unabhängige Prüf- und Überwachungsdienstleister
  • Forschungsinstitute und Materialprüfanstalten
  • Kunststoffverarbeitung und Wärmebehandlungsbetriebe

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Werkstoffprüfer mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer, wahlweise in den Fachrichtungen Metalltechnik, Kunststofftechnik, Wärmebehandlungstechnik oder Systemtechnik. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf drei Jahre möglich. Zertifikate für einzelne Prüfverfahren nach DIN EN ISO 9712 werden meist im Betrieb nachgeholt und müssen regelmäßig erneuert werden.

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