Was macht ein Wirtschaftsingenieur?
Wirtschaftsingenieure übersetzen zwischen zwei Welten: Sie verstehen, wie ein Bauteil gefertigt wird, und sie wissen, was es kostet. Im Alltag heißt das, Angebote von Zulieferern technisch und preislich zu vergleichen, Produktionslinien auf Durchlaufzeiten und Ausschussquoten zu prüfen, Investitionsrechnungen für neue Maschinen aufzustellen oder ein Projekt zwischen Konstruktion, Einkauf und Vertrieb zu koordinieren. Viele arbeiten im technischen Vertrieb und erklären Kunden Anlagen, die sechsstellig kosten. Andere sitzen im Produktionscontrolling, im Qualitätsmanagement, im Supply Chain Management oder in der Prozessoptimierung. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Abstimmung: Termine, Kapazitäten, Budgets, Lieferengpässe. Das Studium am virtuellen Campus vermittelt dafür Mathematik, Technische Mechanik, Werkstoffkunde, Elektrotechnik oder Informatik auf der einen Seite und Rechnungswesen, Controlling, Logistik, Recht und Projektmanagement auf der anderen.
Wie wird man Wirtschaftsingenieur?
Über ein Bachelorstudium Wirtschaftsingenieurwesen, das an privaten und staatlichen Fernhochschulen vollständig online angeboten wird. Vorlesungen werden aufgezeichnet oder als Live-Session gestreamt, Übungen laufen über Lernplattformen, Prüfungen finden je nach Anbieter in Prüfungszentren oder online beaufsichtigt statt. Die Regelstudienzeit liegt bei sechs bis sieben Semestern in Vollzeit, berufsbegleitend meist bei neun bis zwölf. Zugang haben Abiturienten und Fachabiturienten, in vielen Bundesländern auch Meister, Techniker und Fachwirte sowie Berufserfahrene mit einschlägiger Ausbildung. Ein Master ist möglich und für Entwicklungs- oder Konzernlaufbahnen oft hilfreich. Der Quereinstieg gelingt häufig aus einer technischen Ausbildung heraus: Wer als Industriemechaniker oder Mechatronikerin arbeitet und nebenher studiert, bringt Praxis mit, die reinen Vollzeitstudierenden fehlt.
Was der Beruf verlangt
Das Fernstudium ist der härtere Teil. Ohne Stundenplan und Kommilitonen im Hörsaal muss die Struktur selbst kommen, und die Abbruchquoten in Fernstudiengängen sind deutlich höher als in Präsenzstudiengängen. Wer neben einer Vollzeitstelle studiert, verplant zwei bis drei Abende und einen Großteil des Wochenendes über Jahre. Mathematik, Technische Mechanik und Elektrotechnik sind die üblichen Hürden, an denen es scheitert. Private Fernhochschulen kosten Studiengebühren im mittleren vierstelligen bis niedrigen fünfstelligen Bereich über die gesamte Studienzeit.
Im Beruf selbst sind die Arbeitszeiten meist geregelt, in der Produktion kann Schichtnähe dazukommen. Belastend sind eher Termindruck bei Projekten, Reisetätigkeit im Vertrieb und die Rolle zwischen den Stühlen: Technikerinnen halten Wirtschaftsingenieure für Kaufleute, Kaufleute für Techniker. Wer Konflikte scheut, hat es schwer.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, besonders im Maschinenbau, in der Elektroindustrie, in der Energiewirtschaft und in der Logistik. Themen wie Lieferkettenrisiken, Energieeffizienz und Digitalisierung der Produktion schaffen zusätzliche Stellen. Der Abschluss einer staatlich anerkannten Fernhochschule ist einem Präsenzabschluss rechtlich gleichgestellt, einzelne konservative Arbeitgeber fragen dennoch nach. Entwicklungswege führen in die Projektleitung, ins Werk- oder Bereichscontrolling, in den Einkauf großer Warengruppen oder in die Produktionsleitung.