Buchhalter
Buchhalter erfassen und prüfen alle Geschäftsvorfälle eines Unternehmens, kontieren Belege und bereiten Monats- und Jahresabschlüsse vor. Sie sorgen dafür, dass Zahlen, Steuern und Fristen stimmen.
64 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Buchhalter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.000 € | 3.500 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.800 € | 4.500 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.900 € | 6.500 € | 58.800 € |
Entscheidend sind Qualifikation und Betriebsgröße: Bilanzbuchhalter verdienen deutlich mehr als reine Finanzbuchhalter, Konzerne und Industrie zahlen spürbar besser als kleine Steuerkanzleien. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach TVöD, meist Entgeltgruppe 8 bis 10, in der Industrie oft nach den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Buchhalter?
Buchhalter halten fest, was in einem Unternehmen finanziell passiert. Sie erfassen Eingangs- und Ausgangsrechnungen, kontieren Belege nach dem Kontenrahmen, buchen Bankauszüge und Kassenbelege und gleichen offene Posten ab. Dazu kommen Mahnläufe, Zahlungsvorschläge für Lieferanten, die Abstimmung von Debitoren- und Kreditorenkonten und die Umsatzsteuervoranmeldung, die bis zum zehnten des Folgemonats beim Finanzamt liegen muss.
Je nach Betrieb ist die Arbeit breit oder eng geschnitten. In kleinen Unternehmen macht eine Person alles: Buchhaltung, Lohnabrechnung, Reisekosten, Anlagenbuchhaltung und den Kontakt zum Steuerberater. In größeren Häusern gibt es getrennte Bereiche für Kreditoren, Debitoren, Hauptbuch und Anlagen. Wer im Hauptbuch arbeitet, bereitet Abschlüsse vor, bildet Rückstellungen, bewertet Vorräte und Forderungen und liefert Zahlen für die Bilanz. Gearbeitet wird fast durchgehend am Bildschirm, mit DATEV, SAP, Lexware oder branchenüblicher Software, und mit sehr viel Excel.
Wie wird man Buchhalter?
Der übliche Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, meist Kaufmann für Büromanagement, Industriekaufmann oder Steuerfachangestellter. Steuerfachangestellte sind in Kanzleien ausgebildet und bringen die Praxis direkt mit. Darauf setzen Weiterbildungen auf: geprüfter Finanzbuchhalter, Bilanzbuchhalter oder Steuerfachwirt, angeboten von Industrie- und Handelskammern und privaten Anbietern, meist berufsbegleitend über ein bis zwei Jahre.
Der Quereinstieg ist verbreitet und realistisch. Wer kaufmännisch gearbeitet hat und rechnerisch sicher ist, kann in der Kreditorenbuchhaltung anfangen und sich einarbeiten. Ohne Nachweis über Buchführungskenntnisse wird es allerdings schwer, über einfache Erfassungstätigkeiten hinauszukommen. Ein betriebswirtschaftliches Studium mit Schwerpunkt Rechnungswesen öffnet den Weg schneller in Richtung Bilanzierung und Konzernabschluss.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist zyklisch und die Spitzen sind hart. Monatsabschluss, Quartalsabschluss, Jahresabschluss und Betriebsprüfungen bringen Wochen mit Überstunden, während andere Phasen ruhig laufen. Fristen sind nicht verhandelbar, das Finanzamt kennt keine Kulanz. Wer schlecht mit Termindruck umgeht, wird das spüren.
Genauigkeit ist keine Tugend, sondern Bedingung. Ein falsches Konto oder ein vergessener Steuerschlüssel fällt oft erst Monate später auf und muss dann mühsam korrigiert werden. Die Tätigkeit ist überwiegend sitzend, ruhig, mit wenig Abwechslung im Tagesablauf. Manche empfinden das als angenehm, andere als eintönig. Das Steuerrecht ändert sich laufend, Fortbildung gehört dazu und findet häufig in der Freizeit statt. Teile der Belegerfassung werden zunehmend automatisiert, was das Berufsbild in Richtung Prüfen, Klären und Auswerten verschiebt.
Aussichten
Buchhalter werden gesucht, in Unternehmen jeder Größe und besonders in Steuerkanzleien, die seit Jahren Personal suchen. Die Stellen sind konjunkturunabhängiger als viele andere kaufmännische Berufe, weil gebucht werden muss, egal wie das Geschäft läuft. Die reine Belegerfassung geht zurück, qualifizierte Bilanzierung nicht.
Der Aufstieg führt über den Bilanzbuchhalter zur Leitung der Finanzbuchhaltung oder ins Controlling. Wer nach IFRS bilanzieren kann oder Konzernabschlüsse beherrscht, findet leicht gut bezahlte Stellen. Teilzeit und Homeoffice sind in diesem Beruf überdurchschnittlich gut möglich, was den Wiedereinstieg nach einer Familienphase erleichtert.
Aufgaben
- Belege kontieren und Geschäftsvorfälle verbuchen
- Debitoren- und Kreditorenkonten abstimmen
- Zahlungsläufe vorbereiten und Mahnwesen betreuen
- Umsatzsteuervoranmeldungen erstellen und übermitteln
- Monats- und Jahresabschlüsse vorbereiten
- Anlagevermögen erfassen und abschreiben
- Unterlagen für Steuerberater und Betriebsprüfer zusammenstellen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Praxis
- Sichere Kenntnisse in doppelter Buchführung und Umsatzsteuerrecht
- Erfahrung mit DATEV, SAP oder vergleichbarer Buchhaltungssoftware
- Gute Excel-Kenntnisse
- Sorgfalt und Ausdauer bei Zahlen und Fristen
- Verschwiegenheit im Umgang mit Unternehmensdaten
Wo man arbeitet
- Steuerberatungskanzleien
- Buchhaltungsabteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
- Shared-Service-Center großer Konzerne
- Öffentliche Verwaltung und Eigenbetriebe
- Vereine, Stiftungen und soziale Träger
- Buchhaltungsbüros und selbstständige Tätigkeit
Der Weg in den Beruf
Grundlage ist meist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, häufig als Steuerfachangestellter oder Industriekaufmann. Darauf folgt in der Regel eine berufsbegleitende Weiterbildung zum geprüften Finanzbuchhalter oder Bilanzbuchhalter, die je nach Anbieter ein bis zwei Jahre dauert und mit einer Kammerprüfung endet. Ein Quereinstieg über einfachere Buchhaltungstätigkeiten mit späterer Zertifizierung ist möglich.
Offene Stellen als Buchhalter
In der Suche fortsetzen
Buchhalter (m/w/d)
Buchhalter (m/w/d)
Buchhalter/in (m/w/d)
Buchhalter in Teilzeit (m/w/d)
Buchhalter (m/w/d)
Buchhalter ( m/w/d )
Buchhalter/in (m/w/d)
Verwandte Berufe
Bilanzbuchhalter
Bilanzbuchhalter erstellen Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse nach HGB, oft auch nach IFRS, und verantworten die laufende Buchführung eines Unternehmens. Sie sind Ansprechpartner für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Geschäftsführung.
- Offene Stellen
- 114
- Monatsbrutto
- 3.400 – 8.000 €
Controller
Controller planen Budgets, überwachen Kosten und Erlöse und liefern der Geschäftsführung die Zahlen, auf denen Entscheidungen beruhen. Der Beruf verbindet Rechnungswesen mit Analyse und Berichtswesen.
- Offene Stellen
- 92
- Monatsbrutto
- 3.400 – 11.000 €
Kaufmann für Büromanagement
Kaufleute für Büromanagement organisieren den Schreibtischbetrieb einer Einrichtung: Sie bearbeiten Post und E-Mails, führen Termine und Akten, schreiben Rechnungen und sind meist die erste Ansprechperson für Anfragen von außen.
- Offene Stellen
- 21
- Monatsbrutto
- 2.200 – 4.300 €
Lohnbuchhalter
Lohnbuchhalter rechnen Gehälter und Löhne ab, führen Lohnkonten und melden Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer an die zuständigen Stellen. Sie arbeiten in Unternehmen jeder Größe, in Steuerbüros oder bei externen Abrechnungsdienstleistern.
- Offene Stellen
- 25
- Monatsbrutto
- 2.600 – 5.800 €
Steuerfachangestellter
Steuerfachangestellte erledigen in Steuerberatungskanzleien die laufende Buchhaltung, Lohnabrechnungen und Steuererklärungen für Mandanten. Sie arbeiten mit Zahlen, Fristen und Steuerrecht und sind erste Ansprechpartner für viele Mandantenfragen.
- Offene Stellen
- 217
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.500 €
Passend dazu im Ratgeber
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...
- Der Lebenslauf: Aufbau, Lücken und die häufigsten Fehler Der Lebenslauf wird schneller gelesen als jedes andere Dokument der Bewerbung. Was hineing...
- Das Anschreiben, das gelesen wird Ein Anschreiben hat eine Aufgabe: erklären, warum ausgerechnet diese Bewerbung zu dieser S...