Was macht ein Manager Business Development?
Business Development liegt zwischen Vertrieb, Marketing und Strategie. Wer diese Rolle ausfüllt, sucht nach Wachstum, das mit dem bestehenden Geschäft nicht mehr zu erreichen ist: neue Kundensegmente, neue Regionen, neue Produkte oder Kooperationen mit anderen Unternehmen. Der Alltag besteht zu einem großen Teil aus Analyse und Gesprächen. Marktdaten werden ausgewertet, Wettbewerber beobachtet, Zielkunden recherchiert und angesprochen. Aus ersten Kontakten werden Pilotprojekte, aus Pilotprojekten Verträge. Parallel entstehen Business Cases mit Umsatz- und Kostenannahmen, die der Geschäftsführung vorgelegt werden.
Die Tätigkeit ist stark abhängig vom Unternehmen. In einem Start-up bedeutet Business Development häufig operativen Vertrieb mit Kaltakquise und eigener Angebotserstellung. In einem Konzern ist die Rolle analytischer, mit langen Abstimmungswegen, Gremienterminen und Zusammenarbeit mit Produktmanagement, Recht und Controlling. Gemeinsam ist beiden, dass Ergebnisse an Zahlen gemessen werden.
Wie wird man Manager Business Development?
Der übliche Weg führt über ein Studium, meist Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik oder ein technisches Fach mit betriebswirtschaftlicher Zusatzqualifikation. In technischen Branchen zählt Fachwissen über das Produkt oft mehr als der Abschluss selbst. Eine Ausbildung im Beruf gibt es nicht, es ist keine geschützte Bezeichnung.
Der Einstieg erfolgt selten direkt. Verbreitet sind Vorstationen im Vertrieb, im Key Account Management, im Produktmanagement, in der Unternehmensberatung oder im Marketing. Wer aus dem Vertrieb kommt, bringt Kundenzugang mit, wer aus der Beratung kommt, Analysemethodik. Der Quereinstieg gelingt auch Fachleuten aus Technik oder Wissenschaft, die ihr Marktsegment gut kennen und Verhandlungssicherheit mitbringen. Verhandlungsfähiges Englisch ist in international tätigen Unternehmen Voraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist zielgetrieben. Umsatz- und Pipeline-Ziele stehen im Vertrag oder in der variablen Vergütung, und sie werden regelmäßig überprüft. Wer neue Märkte erschließt, arbeitet dabei mit hoher Unsicherheit: Ein großer Teil der Initiativen scheitert, oft erst nach Monaten Aufwand. Das erfordert Frustrationstoleranz und die Fähigkeit, Absagen nicht persönlich zu nehmen.
Reisetätigkeit gehört meist dazu, von einzelnen Messeterminen bis zu mehreren Tagen pro Woche unterwegs. Die Arbeitszeiten sind formal flexibel, faktisch bestimmen Kundentermine, Zeitzonen und Abschlusstermine den Kalender. Überstunden sind verbreitet und werden häufig pauschal abgegolten. Wer intern Widerstand nicht aushält, tut sich schwer: Neue Geschäftsfelder binden Ressourcen, die andere Abteilungen für sich beansprucht haben. Ein Großteil der Rolle besteht deshalb aus Überzeugungsarbeit im eigenen Haus.
Aussichten
Die Nachfrage ist solide, aber konjunkturabhängig. In Phasen der Zurückhaltung streichen Unternehmen zuerst Wachstumsprojekte, was diese Positionen unsicherer macht als etwa Buchhaltung oder Produktion. Gute Chancen bestehen in Software, erneuerbaren Energien, Medizintechnik und Logistik.
Entwicklungswege führen zur Leitung eines Bereichs Business Development, in die Vertriebsleitung, ins Produktmanagement oder in die Geschäftsführung kleinerer Einheiten. Wer Branchen- und Kundennetzwerk aufgebaut hat, hat auch außerhalb des Unternehmens Marktwert; ein Wechsel innerhalb derselben Branche ist der häufigste Karriereschritt.