Zum Inhalt springen
Logistik & Verkehr

Versandmitarbeiter

Versandmitarbeiter kommissionieren Waren, verpacken sie versandfertig und übergeben sie an Speditionen oder Paketdienste. Die Arbeit findet in Lagerhallen und Versandzentren statt, häufig im Schichtbetrieb.

9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Versandmitarbeiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.150 € 2.400 € 2.700 € 28.800 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.700 € 3.100 € 32.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.700 € 3.100 € 3.700 € 37.200 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Zuschläge: In Betrieben mit Tarifvertrag für Spedition und Logistik oder Groß- und Außenhandel des jeweiligen Bundeslandes liegen die Löhne deutlich über dem Mindestlohnniveau, das in Zeitarbeit und kleinen Versandbetrieben üblich ist. Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge können das Monatsentgelt spürbar erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Versandmitarbeiter?

Versandmitarbeiter sorgen dafür, dass bestellte Ware das Haus verlässt. Der Tag beginnt meist mit den Aufträgen, die über Nacht eingegangen sind: Auf einem Handscanner oder einer Pickliste steht, welche Artikel in welcher Menge zusammengestellt werden müssen. Danach wird kommissioniert, also durch die Regalgänge gelaufen, gescannt, entnommen und in Behälter gelegt. An der Packstation folgt das Verpacken: passenden Karton wählen, Füllmaterial einbringen, Ware sichern, Lieferschein und Rechnung beilegen, Karton verschließen und mit dem Versandlabel versehen. Die Sendung wird gewogen, im System erfasst und auf Palette oder Rollcontainer für den jeweiligen Dienstleister gestellt.

Dazu kommen Nebenaufgaben, die viel Zeit fressen: Rücksendungen prüfen und wieder einlagern, Gefahrgut oder Kühlware getrennt behandeln, Zollpapiere für Auslandssendungen ausfüllen, Verpackungsmaterial nachschieben, Bestandsdifferenzen melden. Wer länger dabei ist, übernimmt oft die Übergabe an die Fahrer und die Klärung von Reklamationen.

Wie wird man Versandmitarbeiter?

Der Einstieg ist ohne Ausbildung möglich und wird häufig so gegangen. Betriebe erwarten in der Regel einen Schulabschluss, ausreichende Deutschkenntnisse für Papiere und Anweisungen und die Bereitschaft zur Schichtarbeit. Eingearbeitet wird im Betrieb, meist innerhalb weniger Tage bis Wochen. Sehr viele Stellen werden zunächst über Zeitarbeit oder befristet besetzt, besonders im Saisongeschäft vor Weihnachten.

Wer den Beruf längerfristig ausüben will, hat mit einer Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik (drei Jahre) oder zum Fachlager isten (zwei Jahre) deutlich bessere Karten. Der Staplerschein nach DGUV Grundsatz 308-001 wird oft vom Arbeitgeber bezahlt und erhöht sofort die Einsatzmöglichkeiten. Auch Gefahrgut- oder Zollkenntnisse lassen sich über kurze Lehrgänge erwerben.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Stehen und Gehen über die ganze Schicht, Heben und Tragen, Bücken, Zugluft an den Hallentoren, im Winter kalte Verladebereiche. Kartons mit zwanzig Kilo sind keine Ausnahme. Rücken, Knie und Handgelenke werden auf Dauer beansprucht.

Dazu kommt Taktdruck. In größeren Versandzentren wird die Leistung pro Stunde gemessen, Zielvorgaben sind üblich, Pausen sind getaktet. Fehler beim Kommissionieren fallen auf und werden zurückgemeldet. Schichtarbeit, Samstagsarbeit und Überstunden im Saisongeschäft gehören dazu; in Nachtschichten arbeitende Betriebe zahlen Zuschläge, verlangen aber auch entsprechende Belastbarkeit.

Die Tätigkeit ist repetitiv. Wer Abwechslung und eigene Entscheidungen braucht, wird damit wenig glücklich. Wer dagegen klare Abläufe mag, sichtbare Ergebnisse und ein Team, in dem man sich einspielt, kommt gut zurecht.

Aussichten

Der Bedarf ist hoch und stabil, weil Onlinehandel und Ersatzteilversand weiter wachsen. Stellen sind fast überall zu finden, der Wechsel zwischen Betrieben ist unkompliziert. Gleichzeitig verändert Automatisierung die Arbeit: Fördertechnik, automatische Kartonaufrichter und Regalbediengeräte übernehmen einfache Schritte, gefragt sind zunehmend Leute, die Anlagen bedienen und Störungen beheben.

Entwicklungswege führen über den Staplerschein zum Kommissionierer mit Gerätequalifikation, über eine Ausbildung oder Umschulung zur Fachkraft für Lagerlogistik und von dort zum Vorarbeiter, Schichtführer oder Teamleiter. Mit Weiterbildung sind Positionen in der Versandsteuerung, im Zoll oder in der Disposition erreichbar.

Aufgaben

  • Aufträge mit Handscanner oder Pickliste kommissionieren
  • Waren transportsicher verpacken und Kartons verschließen
  • Versandlabel erstellen, Sendungen wiegen und im System erfassen
  • Lieferscheine, Rechnungen und Zollpapiere beilegen
  • Paletten packen, sichern und für die Verladung bereitstellen
  • Sendungen an Paketdienste und Speditionen übergeben
  • Rücksendungen prüfen, erfassen und wieder einlagern
  • Verpackungsmaterial nachfüllen und Packplatz sauber halten

Voraussetzungen

  • körperliche Belastbarkeit, Heben und Tragen über die ganze Schicht
  • Bereitschaft zu Schicht-, Samstags- und Saisonarbeit
  • Deutschkenntnisse für Anweisungen, Etiketten und Papiere
  • Sorgfalt und Zuverlässigkeit bei gleichförmigen Abläufen
  • Grundkenntnisse im Umgang mit Scanner und Lagersoftware
  • Staplerschein von Vorteil, oft vom Betrieb finanziert

Wo man arbeitet

  • Versand- und Distributionszentren des Onlinehandels
  • Lager von Industrie- und Handelsbetrieben
  • Speditionen und Paketumschlagzentren
  • Pharma- und Ersatzteillager
  • Zeitarbeitsfirmen mit Einsatz in der Logistik

Der Weg in den Beruf

Der Einstieg ist als angelernte Tätigkeit ohne Ausbildung möglich, die Einarbeitung erfolgt im Betrieb innerhalb weniger Wochen. Wer dauerhaft in der Logistik bleiben will, absolviert die zweijährige Ausbildung zum Fachlageristen oder die dreijährige zur Fachkraft für Lagerlogistik, beide mit IHK-Abschluss. Umschulungen dazu werden häufig von der Arbeitsagentur gefördert.

Offene Stellen als Versandmitarbeiter

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Fachkraft für Lagerlogistik

Fachkräfte für Lagerlogistik nehmen Waren an, lagern sie ein, stellen Sendungen zusammen und versenden sie. Sie steuern Warenströme im Lager und arbeiten mit Gabelstapler, Scanner und Lagerverwaltungssoftware.

Offene Stellen
89
Monatsbrutto
2.300 – 4.500 €

Fachlagerist

Fachlageristen nehmen Waren an, kontrollieren sie, lagern sie ein und stellen Sendungen für den Versand zusammen. Der Beruf wird in einer zweijährigen Ausbildung erlernt und ist körperlich fordernd.

Offene Stellen
30
Monatsbrutto
2.200 – 4.000 €

Kommissionierer

Kommissionierer stellen in Lagern und Versandzentren Waren nach Auftragslisten zusammen, verpacken sie und machen sie versandfertig. Die Arbeit ist körperlich, taktgebunden und läuft häufig im Schichtbetrieb.

Offene Stellen
20
Monatsbrutto
2.200 – 3.700 €

Postbote

Postboten sortieren Briefe und Pakete für ihren Bezirk und stellen sie zu Fuß, mit dem Rad oder dem Zustellfahrzeug zu. Der Beruf ist körperlich fordernd, beginnt früh am Morgen und findet bei jedem Wetter draußen statt.

Offene Stellen
50
Monatsbrutto
2.200 – 3.900 €

Staplerfahrer

Staplerfahrer transportieren Paletten, Gitterboxen und Schwergut mit Gabelstaplern innerhalb von Lagern, Produktionshallen und auf Betriebshöfen. Sie be- und entladen Lkw und sorgen dafür, dass Ware am richtigen Platz landet.

Offene Stellen
49
Monatsbrutto
2.200 – 3.800 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz