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Logistik & Verkehr

Fachlagerist

Fachlageristen nehmen Waren an, kontrollieren sie, lagern sie ein und stellen Sendungen für den Versand zusammen. Der Beruf wird in einer zweijährigen Ausbildung erlernt und ist körperlich fordernd.

30 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Fachlagerist verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.500 € 2.800 € 30.000 €
Mit Berufserfahrung 2.500 € 2.850 € 3.300 € 34.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.900 € 3.300 € 4.000 € 39.600 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: In Betrieben mit Tarifvertrag für Spedition und Logistik oder mit Industrietarif, etwa der Chemie- oder Metallindustrie, liegt das Gehalt deutlich über dem, was Zeitarbeit und tariffreie Handelslager zahlen. Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge sowie Kühlhauszulagen können das Monatseinkommen spürbar erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Fachlagerist?

Fachlageristen sorgen dafür, dass Waren im Lager ankommen, dort wiederzufinden sind und pünktlich das Haus verlassen. Der Tag beginnt oft mit dem Wareneingang: LKW entladen, Paletten mit dem Handhubwagen oder Gabelstapler abstellen, Lieferscheine mit dem Inhalt vergleichen, Menge und Zustand prüfen, Abweichungen und Transportschäden dokumentieren. Anschließend werden die Güter eingelagert, entweder nach festen Lagerplätzen oder chaotisch nach Vorgabe des Lagerverwaltungssystems, das über Scanner oder Datenbrille die Plätze zuweist.

Der zweite große Teil der Arbeit ist die Kommissionierung: Aufträge werden ausgedruckt oder auf dem Handscanner angezeigt, die Artikel aus den Regalen geholt, gezählt, verpackt, gewogen und mit Versandpapieren und Etiketten versehen. Dazu kommen Gefahrgutkennzeichnung, Ladungssicherung, Bestandskontrollen und Inventuren. In vielen Lagern gehören auch Sauberkeit, Ordnung in den Gassen und einfache Pflege der Flurförderzeuge zu den Aufgaben.

Wie wird man Fachlagerist?

Über eine zweijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Bewerber mit Hauptschulabschluss ein. Ausgebildet wird in Speditionen, Handelsunternehmen, Industriebetrieben und bei Logistikdienstleistern. Wer die Abschlussprüfung besteht, kann die Ausbildung um ein Jahr zur Fachkraft für Lagerlogistik verlängern; dort kommen Planung, Kennzahlen und Auftragsabwicklung stärker hinzu.

Der Quereinstieg ist verbreitet. Viele Lager beschäftigen angelernte Kräfte, häufig zunächst über Zeitarbeit. Ein Staplerschein, Erfahrung mit Scannersystemen und Zuverlässigkeit zählen dabei mehr als Zeugnisse. Ohne Ausbildung bleibt die Bezahlung allerdings dauerhaft niedriger, und der Weg in Vorarbeiter- oder Schichtleiterpositionen ist schwerer.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Heben, Tragen, Bücken, Ziehen über eine ganze Schicht, oft in unbeheizten Hallen, in Kühlhäusern bei wenigen Grad oder im Sommer unter dem Blechdach. Wer eine Kommissionierstrecke läuft, legt am Tag leicht zehn bis fünfzehn Kilometer zurück. Rücken, Knie und Schultern werden über Jahre beansprucht.

Dazu kommt Zeitdruck. In vielen Lagern wird die Leistung gemessen: Positionen pro Stunde, Fehlerquoten, Vorgabezeiten. Fehler beim Kommissionieren fallen sofort auf und kosten Geld. Schichtarbeit ist die Regel, im Versandhandel und in der Lebensmittellogistik auch Nacht-, Samstags- und Feiertagsarbeit, in der Vorweihnachtszeit mit Überstunden. Gleichzeitig braucht es Genauigkeit und ein gutes Gedächtnis für Artikelnummern und Lagerstrukturen. Sicherheitsvorschriften sind kein Formalismus: Staplerunfälle gehören zu den häufigsten schweren Arbeitsunfällen in der Branche.

Aussichten

Lagerpersonal wird bundesweit gesucht, besonders im Umfeld großer Verteilzentren und in Regionen mit Logistikansiedlungen. Wer eine abgeschlossene Ausbildung, einen Staplerschein und Bereitschaft zur Schichtarbeit mitbringt, findet in der Regel schnell eine Stelle. Automatisierung verändert die Arbeit: Regalbediengeräte, Shuttlesysteme und fahrerlose Transportfahrzeuge übernehmen Transporte, wodurch einfache Anlerntätigkeiten zurückgehen, während die Bedienung und Überwachung der Anlagen wichtiger wird.

Entwicklungswege führen über die Fachkraft für Lagerlogistik zum Vorarbeiter, Schichtführer oder Lagermeister, mit Weiterbildung zum Logistikmeister oder geprüften Fachwirt für Logistiksysteme. Zusatzqualifikationen für Gefahrgut, Kran, Arbeitssicherheit oder Zoll erhöhen die Chancen deutlich.

Aufgaben

  • Waren annehmen und mit Lieferscheinen abgleichen
  • Transportschäden und Fehlmengen dokumentieren
  • Güter mit Stapler und Hubwagen einlagern
  • Aufträge nach Liste oder Scanner kommissionieren
  • Sendungen verpacken, wiegen und etikettieren
  • Ladung sichern und Versandpapiere ausfüllen
  • Bestände prüfen und bei Inventuren mitarbeiten
  • Ordnung und Arbeitssicherheit im Lager einhalten

Voraussetzungen

  • Zweijährige Ausbildung als Fachlagerist oder vergleichbare Lagererfahrung
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben, Tragen und langes Gehen
  • Staplerschein oder Bereitschaft, ihn zu erwerben
  • Sorgfalt und Zahlenverständnis für Mengen und Artikelnummern
  • Bereitschaft zu Schicht-, Samstags- und teils Nachtarbeit
  • Grundkenntnisse in Deutsch für Papiere und Systemeingaben

Wo man arbeitet

  • Speditionen und Logistikdienstleister
  • Verteilzentren des Online- und Versandhandels
  • Industrie- und Produktionsbetriebe mit eigenem Lager
  • Groß- und Einzelhandelslager
  • Kühl- und Tiefkühllager

Der Weg in den Beruf

Übliche Grundlage ist die zweijährige duale Ausbildung zum Fachlageristen mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Sie lässt sich um ein drittes Jahr zur Fachkraft für Lagerlogistik verlängern. Der Quereinstieg als angelernte Kraft ist möglich, führt aber zu geringerer Bezahlung und begrenzten Aufstiegschancen.

Offene Stellen als Fachlagerist

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