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Logistik & Verkehr

Berufskraftfahrer

Berufskraftfahrer transportieren Güter oder Personen mit Lkw, Sattelzügen oder Bussen und sind für Ladung, Fahrzeug und Papiere verantwortlich. Der Arbeitsalltag findet überwiegend auf der Straße statt, oft mit langen Standzeiten und Nächten unterwegs.

47 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Berufskraftfahrer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.650 € 3.000 € 31.800 €
Mit Berufserfahrung 2.600 € 3.000 € 3.600 € 36.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.900 € 3.400 € 4.300 € 40.800 €

Entscheidend sind Einsatzgebiet und Tarifbindung: im öffentlichen Personenverkehr gilt meist der TV-N des jeweiligen Bundeslandes, in Speditionen die regionalen Tarifverträge des Güterverkehrs, viele kleinere Betriebe zahlen frei. Spesen, Nacht- und Wochenendzulagen sowie Zusatzqualifikationen wie ADR oder Kran erhöhen das tatsächliche Monatseinkommen deutlich über das Grundgehalt hinaus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Berufskraftfahrer?

Berufskraftfahrer bringen Waren von einem Ort zum anderen: Baustoffe zur Baustelle, Paletten ins Zentrallager, Lebensmittel in den Supermarkt, Kraftstoff zur Tankstelle. Ein Arbeitstag beginnt meist mit der Abfahrtkontrolle - Reifen, Bremsen, Licht, Ölstand, Ladungssicherung. Dann folgen Beladung, Tourenplanung nach Zeitfenstern der Kunden, Fahrt, Entladung, Papierkram. Lieferscheine müssen unterschrieben, Abweichungen dokumentiert, Lenk- und Ruhezeiten über den digitalen Fahrtenschreiber korrekt erfasst werden.

Die Arbeit unterscheidet sich stark je nach Einsatzgebiet. Im Nahverkehr sind es viele Stopps, viel Rangieren in engen Höfen, körperliche Arbeit beim Ent- und Beladen, dafür Feierabend zu Hause. Im Fernverkehr sind es lange Etappen, Übernachtungen in der Fahrerkabine, Wochenenden auf Autobahnrastplätzen. Wer Personen befördert, fährt Linien- oder Reisebus und hat zusätzlich Fahrgäste, Fahrpläne und Fahrkartenverkauf zu bewältigen. Spezialisierungen wie Gefahrgut, Tankwagen, Schwertransport oder Kühltransport bringen eigene Vorschriften und Zusatzqualifikationen mit sich.

Wie wird man Berufskraftfahrer?

Es gibt zwei Wege. Der eine ist die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer, in der auch die Führerscheine erworben werden und technische Grundlagen, Ladungssicherung und Logistikwissen dazukommen. Der andere, häufigere Weg ist der Quereinstieg: Führerschein der Klasse C/CE für Lkw oder D/DE für Bus, dazu die Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz. Die Kosten dafür liegen im mittleren vierstelligen Bereich, werden aber häufig von der Arbeitsagentur, dem Jobcenter oder direkt von Speditionen und Verkehrsbetrieben übernommen. Der Mindestalter liegt in der Regel bei 18 Jahren mit beschleunigter Grundqualifikation, sonst bei 21. Alle fünf Jahre ist eine Weiterbildung von 35 Stunden Pflicht.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist einsam und unregelmäßig. Nachtfahrten, sehr frühe Anfangszeiten, Bereitschaft am Wochenende und Wochen ohne Zuhause sind in vielen Betrieben normal. Der Zeitdruck durch Kundenzeitfenster kollidiert regelmäßig mit Staus und Lenkzeitgrenzen - der Fahrer sitzt zwischen beiden. Dauersitzen, unregelmäßiges Essen und schlechter Schlaf schlagen langfristig auf Rücken, Gewicht und Kreislauf. Im Stückgut- und Getränkebereich kommt schweres Heben dazu. Verantwortung ist hoch: bei einem Unfall oder ungesicherter Ladung haftet auch der Fahrer persönlich. Wer Wert auf feste Freizeit, Kollegenkontakt und Bewegung legt, wird damit Mühe haben. Wer selbstständig arbeitet, technisches Verständnis hat und mit Alleinsein gut umgehen kann, findet umgekehrt einen Beruf mit viel Eigenverantwortung.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird eher steigen. In Deutschland fehlen zehntausende Fahrer, ein großer Teil der Beschäftigten geht in den nächsten Jahren in Rente. Wer die nötigen Führerscheine hat, findet praktisch überall Arbeit und kann den Arbeitgeber wählen. Autonomes Fahren wird den Beruf mittelfristig verändern, ersetzt ihn aber in der Fläche und im Verteilerverkehr auf Jahrzehnte hinaus nicht. Entwicklungswege führen in den Fahrdienstleiter- oder Disponentenbereich, in die Ausbildung von Fahrpersonal, zum Fahrlehrer für Lkw und Bus, zur Fachkraft für Ladungssicherung oder über den Verkehrsleiterschein in die eigene Spedition.

Aufgaben

  • Güter oder Personen sicher und termingerecht befördern
  • Abfahrtkontrolle und einfache technische Prüfungen am Fahrzeug durchführen
  • Ladung fachgerecht verstauen und sichern
  • Frachtpapiere, Lieferscheine und Zollunterlagen bearbeiten
  • Lenk- und Ruhezeiten einhalten und über den Fahrtenschreiber dokumentieren
  • Touren nach Zeitfenstern und Verkehrslage planen und anpassen
  • Be- und Entladen mit Hubwagen, Ladebordwand oder Kran
  • Schäden, Verspätungen und Störungen an die Disposition melden

Voraussetzungen

  • Führerschein Klasse C/CE für Lkw beziehungsweise D/DE für Bus
  • Grundqualifikation nach Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz, alle fünf Jahre Weiterbildung
  • Fahrerkarte für den digitalen Fahrtenschreiber
  • Gesundheitliche Eignung, ausreichendes Sehvermögen, ärztliche Untersuchung
  • Zuverlässigkeit und einwandfreies Führungszeugnis bei vielen Arbeitgebern
  • Belastbarkeit für unregelmäßige Arbeitszeiten und Nächte unterwegs
  • Deutsch für Papiere und Kundenkontakt, Grundkenntnisse Technik
  • Für Gefahrgut zusätzlich ADR-Schein

Wo man arbeitet

  • Speditionen und Transportunternehmen
  • Handels- und Industriebetriebe mit eigenem Fuhrpark
  • Paket- und Kurierdienste
  • Kommunale Verkehrsbetriebe und Busunternehmen
  • Baustoff-, Entsorgungs- und Tankwagenbetriebe

Der Weg in den Beruf

Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer mit IHK-Abschluss, bei der die Führerscheine im Betrieb erworben werden. Häufiger ist der Quereinstieg über Führerschein C/CE oder D/DE plus Grundqualifikation, oft gefördert durch Arbeitsagentur oder Arbeitgeber; die Maßnahme dauert je nach Umfang etwa drei bis sechs Monate.

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