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Handwerk & Produktion

Lokführer

Lokführer steuern Züge im Personen- und Güterverkehr, prüfen die Fahrzeuge vor der Fahrt und halten Signale, Fahrpläne und Betriebsvorschriften ein. Der Beruf läuft im Schichtdienst rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Lokführer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.000 € 3.300 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.500 € 3.900 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.000 € 4.700 € 48.000 €

Das Grundgehalt richtet sich meist nach dem Bundesrahmentarifvertrag für Lokomotivführer (BuRa-LfTV) sowie den Haustarifverträgen von EVG und GDL; entscheidend für das tatsächliche Monatseinkommen sind Zulagen für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit, die je nach Dienstplan mehrere hundert Euro ausmachen. Güterverkehr und Fernverkehr zahlen tendenziell besser als Werksbahnen mit Tagdienst.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Lokführer?

Lokführer – amtlich Triebfahrzeugführer – bewegen Züge zwischen Bahnhöfen, Güterterminals und Abstellanlagen. Der Dienst beginnt selten mit dem Losfahren: Zuerst wird das Fahrzeug übernommen, die Bremsprobe durchgeführt, der Fahrplan und die Langsamfahrstellen eingesehen, die Wagenliste und bei Gefahrgut die Beförderungspapiere geprüft. Während der Fahrt gilt die volle Aufmerksamkeit den Signalen, der Strecke und den Anzeigen im Führerstand. Auf Nebenstrecken kommen Bahnübergänge und Sichtfahrten dazu, im Rangierbetrieb das Kuppeln und Zusammenstellen von Wagen.

Störungen gehören zum Alltag: eine klemmende Tür, ein ausgefallener Stromabnehmer, ein Signalhalt ohne erkennbaren Grund, eine Weichenstörung. Vieles muss der Lokführer allein am Fahrzeug beheben oder mit dem Fahrdienstleiter am Zugfunk klären. Im Personenverkehr kommen Ansagen und Fahrgastfragen hinzu, im Güterverkehr längere Alleinfahrten über hunderte Kilometer. Bei einem Personenunfall im Gleis ist der Lokführer der Erste am Ort – ein Ereignis, das viele im Lauf ihres Berufslebens mindestens einmal erleben.

Wie wird man Lokführer?

Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport. Sie steht mit Hauptschulabschluss offen, in der Praxis stellen viele Unternehmen mit mittlerem Abschluss ein. Deutlich häufiger ist inzwischen der Quereinstieg: Eine Umschulung dauert je nach Anbieter neun bis zwölf Monate in Vollzeit und endet mit dem Triebfahrzeugführerschein nach Triebfahrzeugführerscheinverordnung sowie der betrieblichen Zusatzbescheinigung für Fahrzeuge und Strecken. Viele Bahnunternehmen finanzieren die Umschulung gegen eine Bindungsfrist, teils fördert auch die Agentur für Arbeit.

Voraussetzung ist in jedem Fall eine betriebsärztliche und psychologische Eignungsuntersuchung: Sehvermögen einschließlich Farbsehen, Hörvermögen, Reaktionsfähigkeit, Konzentration unter Monotonie. Mindestalter ist 20 Jahre für den vollen Führerschein. Die Untersuchungen werden regelmäßig wiederholt, ein Verlust der Tauglichkeit beendet die Tätigkeit im Führerstand.

Was der Beruf verlangt

Schichtdienst ohne Ausnahme. Dienste beginnen um drei Uhr morgens oder enden nach Mitternacht, Wochenenden und Feiertage sind normale Arbeitstage, Dienstpläne ändern sich kurzfristig. Wer im Fernverkehr oder Güterverkehr fährt, übernachtet auswärts. Das belastet Familienleben und Schlafrhythmus mehr als die eigentliche Arbeit.

Dazu kommt die Verantwortung: mehrere hundert Fahrgäste oder tausend Tonnen Ladung, ein einziges überfahrenes Signal kann eine Karriere beenden. Die Arbeit wechselt zwischen langen Phasen gleichförmiger Aufmerksamkeit und plötzlichem Handlungsdruck. Wer Monotonie schlecht aushält oder zu Nervosität neigt, hat es schwer. Körperlich ist der Beruf moderat, aber langes Sitzen, Vibration und unregelmäßiges Essen fordern ihren Preis.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Ein großer Teil der Belegschaft geht in den kommenden Jahren in Rente, gleichzeitig wächst der Verkehr auf der Schiene. Neben der Deutschen Bahn suchen zahlreiche private Eisenbahnverkehrsunternehmen, Güterbahnen und Nahverkehrsbetreiber, dazu Industriebahnen und Werksverkehre mit deutlich planbareren Diensten.

Entwicklungswege führen zum Lehrlokführer oder Ausbilder, zum Triebfahrzeugführerprüfer, in die Disposition, zum Fahrdienstleiter oder in die Betriebsleitung. Wer zusätzliche Baureihen und Streckenkenntnisse erwirbt, wird flexibler einsetzbar und verhandelt besser. Automatisierung wird den Beruf verändern, ein Wegfall im Vollbahnbetrieb ist auf absehbare Zeit nicht in Sicht.

Aufgaben

  • Triebfahrzeuge im Personen- und Güterverkehr führen
  • Fahrzeuge vor Fahrtantritt prüfen und Bremsprobe durchführen
  • Signale, Fahrplan und Langsamfahrstellen beachten
  • Störungen am Fahrzeug erkennen und beheben
  • Mit Fahrdienstleitung und Disposition über Zugfunk kommunizieren
  • Wagen rangieren, kuppeln und Züge zusammenstellen
  • Fahrgäste informieren und Ansagen machen
  • Betriebsereignisse und Unregelmäßigkeiten dokumentieren

Voraussetzungen

  • Mindestens Hauptschulabschluss, für Umschulungen meist abgeschlossene Berufsausbildung
  • Triebfahrzeugführerschein nach TfV und betriebliche Zusatzbescheinigung
  • Bestandene betriebsärztliche und psychologische Eignungsuntersuchung
  • Einwandfreies Farbsehen, gutes Hör- und Reaktionsvermögen
  • Bereitschaft zu Schicht-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst
  • Hohe Konzentrationsfähigkeit auch bei gleichförmigen Fahrten
  • Technisches Verständnis und Ruhe in Störungssituationen

Wo man arbeitet

  • Deutsche Bahn und Tochtergesellschaften
  • Private Eisenbahnverkehrsunternehmen im Nahverkehr
  • Güter- und Logistikbahnen
  • Industrie- und Werksbahnen
  • Hafen- und Anschlussbahnen
  • Personaldienstleister für Eisenbahnverkehr

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport, mit IHK-Abschluss. Quereinsteiger absolvieren eine neun- bis zwölfmonatige Vollzeitumschulung, die mit dem Triebfahrzeugführerschein endet und häufig vom Arbeitgeber finanziert wird. Vor Beginn steht in beiden Fällen die Eignungsuntersuchung nach Bahnrecht.

Offene Stellen als Lokführer

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Offene Stellen
47
Monatsbrutto
2.300 – 4.300 €

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