Busfahrer
Busfahrerinnen und Busfahrer befördern Menschen im Linien-, Reise- oder Werksverkehr, halten Fahrpläne ein und sorgen für die Sicherheit der Fahrgäste. Die Arbeit findet meist im Schichtdienst statt, auch nachts, an Wochenenden und Feiertagen.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Busfahrer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.600 € | 2.900 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 2.950 € | 3.400 € | 35.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 3.900 € | 39.600 € |
Entscheidend ist die Tarifbindung: In kommunalen Betrieben gilt meist der TV-N des jeweiligen Bundeslandes oder der TVöD, private Busunternehmen zahlen häufig nach Landestarif oder darunter. Zulagen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie geteilte Dienste erhöhen das Monatsentgelt spürbar und sind hier nicht eingerechnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Busfahrer?
Busfahrerinnen und Busfahrer steuern Gelenkbusse, Solobusse oder Reisebusse und bringen Fahrgäste von Haltestelle zu Haltestelle oder über hunderte Kilometer zum Reiseziel. Im Stadtverkehr beginnt der Dienst oft vor fünf Uhr morgens auf dem Betriebshof: Fahrzeug übernehmen, Reifen, Beleuchtung, Bremsen und Flüssigkeitsstände prüfen, Fahrschein- und Kassensystem anmelden, Zielanzeige einstellen. Dann folgt der Umlauf nach Fahrplan, häufig acht Stunden und mehr hinter dem Lenkrad, unterbrochen von kurzen Wendezeiten.
Zur Fahrt gehört mehr als das Fahren. Fahrkarten verkaufen und kontrollieren, Auskunft über Anschlüsse geben, Rollstühle und Kinderwagen sichern, die Rampe ausklappen, Störungen und Unfälle an die Leitstelle melden, bei Verspätungen entscheiden, ob gewartet wird. Im Reiseverkehr kommen Gepäckverladung, Lenkzeitkontrolle mit dem digitalen Tachographen, Grenzformalitäten und der Umgang mit einer Reisegruppe über mehrere Tage hinzu.
Wie wird man Busfahrer?
Zwingend ist der Führerschein der Klasse D oder DE sowie die Fahrerqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz, nachgewiesen durch die Schlüsselzahl 95. Wer den Führerschein privat erwirbt, zahlt einen vierstelligen bis fünfstelligen Betrag; viele Verkehrsbetriebe übernehmen die Kosten und schulen Bewerber in wenigen Monaten selbst um, meist mit Bindungsfrist. Die Bundesagentur für Arbeit fördert Umschulungen häufig über einen Bildungsgutschein.
Alternativ gibt es die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer, die auch Personenverkehr abdeckt, sowie die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb, die Fahrdienst, Werkstattgrundlagen und Leitstellenaufgaben verbindet. Der Quereinstieg ist der Regelfall: In vielen Betrieben sind Menschen aus Handwerk, Handel oder Pflege eingestiegen. Ab 21 Jahren ist der Linienverkehr uneingeschränkt möglich, bei bestimmten Ausbildungswegen bereits ab 18. Vorausgesetzt werden außerdem ein ärztliches und augenärztliches Gutachten, ein Führungszeugnis und ein Auszug aus dem Fahreignungsregister.
Was der Beruf verlangt
Der Dienstplan bestimmt das Leben. Früh-, Spät-, Nacht- und Wochenenddienste wechseln, geteilte Dienste mit langer unbezahlter oder gering bezahlter Pause in der Mitte des Tages sind verbreitet. Sitzen über Stunden belastet Rücken und Schultern, unregelmäßiges Essen und wenig Bewegung machen sich langfristig bemerkbar. Pünktlichkeit unter Baustellen, Staus und Falschparkern zu halten, erzeugt dauerhaften Zeitdruck.
Hinzu kommt der Umgang mit Fahrgästen. Beschwerden über Verspätungen, Diskussionen über Fahrscheine, Beleidigungen und gelegentlich körperliche Übergriffe gehören zum Alltag, besonders im Nachtverkehr. Wer in solchen Situationen ruhig bleibt und deeskaliert, hält den Beruf länger durch. Verantwortung für bis zu über hundert Menschen im Fahrzeug lässt sich nicht abschalten.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird es bleiben. Viele Beschäftigte im Fahrdienst gehen in den nächsten Jahren in Rente, gleichzeitig soll der öffentliche Verkehr ausgebaut werden. Kommunale Verkehrsbetriebe und private Busunternehmen suchen fast durchgehend, Übernahmen nach der Umschulung sind üblich, ein Wechsel zwischen Städten ohne Verlust der Qualifikation problemlos.
Entwicklungswege führen in die Leitstelle, in die Disposition, zum Fahrlehrer oder Ausbilder im Betrieb, zur Fahrdienstleitung oder Verkehrsmeisterin. Manche wechseln in den Reiseverkehr, andere zum Lkw. Die Umstellung auf Elektro- und Wasserstoffbusse verändert Technik und Schulungen, gefährdet die Tätigkeit selbst aber auf absehbare Zeit nicht.
Aufgaben
- Linien- oder Reisebusse nach Fahrplan sicher führen
- Abfahrtkontrolle am Fahrzeug durchführen und Mängel melden
- Fahrscheine verkaufen, prüfen und abrechnen
- Fahrgäste beim Ein- und Ausstieg unterstützen, Rampe bedienen
- Auskunft zu Linien, Anschlüssen und Tarifen geben
- Störungen, Unfälle und Verspätungen an die Leitstelle melden
- Lenk- und Ruhezeiten einhalten und dokumentieren
- Gepäck verladen und Fahrzeuginnenraum kontrollieren
Voraussetzungen
- Führerschein Klasse D oder DE mit Schlüsselzahl 95
- Ärztliche und augenärztliche Untersuchung, einwandfreies Führungszeugnis
- Mindestalter je nach Ausbildungsweg 18 bis 21 Jahre
- Deutschkenntnisse für Fahrgastkontakt und Funkverkehr
- Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienst
- Belastbarkeit bei langem Sitzen und Zeitdruck
- Ruhiger Umgang mit Konflikten und aggressiven Fahrgästen
Wo man arbeitet
- Kommunale Verkehrsbetriebe
- Private Omnibusunternehmen
- Reisebusunternehmen
- Fernbusanbieter
- Werks- und Schülerverkehr
- Verkehrsverbünde im ländlichen Raum
Der Weg in den Beruf
Der häufigste Weg ist die Umschulung über einen Verkehrsbetrieb oder eine Fahrschule: Erwerb des Führerscheins Klasse D samt Grundqualifikation in etwa drei bis sechs Monaten, oft mit Kostenübernahme durch den Arbeitgeber oder Bildungsgutschein. Alternativ führt die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer oder zur Fachkraft im Fahrbetrieb zum Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Alle fünf Jahre ist eine Weiterbildung von 35 Stunden zum Erhalt der Schlüsselzahl 95 nötig.
Offene Stellen als Busfahrer
In der Suche fortsetzen
Busfahrer:in
Busfahrer:in
Busfahrer:in
Busfahrer:in
Busfahrer:in
Busfahrer:in
Busfahrer:in
Verwandte Berufe
Berufskraftfahrer
Berufskraftfahrer transportieren Güter oder Personen mit Lkw, Sattelzügen oder Bussen und sind für Ladung, Fahrzeug und Papiere verantwortlich. Der Arbeitsalltag findet überwiegend auf der Straße statt, oft mit langen Standzeiten und Nächten unterwegs.
- Offene Stellen
- 47
- Monatsbrutto
- 2.300 – 4.300 €
Lokführer
Lokführer steuern Züge im Personen- und Güterverkehr, prüfen die Fahrzeuge vor der Fahrt und halten Signale, Fahrpläne und Betriebsvorschriften ein. Der Beruf läuft im Schichtdienst rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen.
- Offene Stellen
- 7
- Monatsbrutto
- 2.700 – 4.700 €
Passend dazu im Ratgeber
- Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht, Angebot, Wunsch Vorsorge ist keine Eignungsprüfung und kein Test, den man bestehen muss. Welche drei Arten...
- Bildschirmarbeitsplatz einrichten: die Reihenfolge Ein Bildschirmarbeitsplatz wird von unten nach oben eingerichtet: erst der Stuhl, dann der...
- Quereinstieg: wie ein Wechsel in einen anderen Beruf gelingt Ein Berufswechsel scheitert selten an der Fähigkeit und oft an der Darstellung. Welche Weg...