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Logistik & Verkehr

Fachkraft für Lagerlogistik

Fachkräfte für Lagerlogistik nehmen Waren an, lagern sie ein, stellen Sendungen zusammen und versenden sie. Sie steuern Warenströme im Lager und arbeiten mit Gabelstapler, Scanner und Lagerverwaltungssoftware.

90 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Fachkraft für Lagerlogistik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.600 € 2.900 € 31.200 €
Mit Berufserfahrung 2.700 € 3.100 € 3.500 € 37.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.700 € 4.500 € 44.400 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben mit Tarifvertrag für die Speditions- und Logistikbranche, dem Groß- und Außenhandel oder der Metall- und Elektroindustrie liegen die Löhne deutlich über denen nicht tarifgebundener Lager und der Zeitarbeit. Schicht-, Nacht- und Kühlhauszulagen können das Monatsbrutto spürbar erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Fachkraft für Lagerlogistik?

Die Arbeit beginnt an der Rampe. Lkw fahren vor, Paletten werden abgeladen, Lieferscheine mit der Bestellung abgeglichen, Mengen gezählt, Verpackungen auf Transportschäden geprüft. Was in Ordnung ist, wird im Lagerverwaltungssystem gebucht und auf einen Stellplatz gebracht, meist mit Elektroameise oder Gabelstapler, im Hochregal mit Schubmaststapler. Was beschädigt ist, geht in die Reklamation.

Die zweite Hälfte des Tages läuft in die Gegenrichtung. Aus Kommissionierlisten oder per Pick-by-Voice werden Aufträge zusammengestellt, verpackt, gewogen, mit Versandetiketten versehen und für den Spediteur bereitgestellt. Dazu kommen Ladungssicherung, Zollpapiere im Export, Gefahrgutkennzeichnung und regelmäßige Inventuren. Wer länger dabei ist, plant Lagerplätze um, optimiert Wege, wertet Kennzahlen wie Umschlagshäufigkeit oder Pickfehlerquote aus und weist neue Kolleginnen und Kollegen ein.

Der Unterschied zur Fachkraft für Lagerlogistik gegenüber der zweijährigen Ausbildung zur Fachlagerist ist genau dieser planerische und kaufmännische Teil: Tourenplanung, Frachtkostenvergleich, Bestandsanalyse.

Wie wird man Fachkraft für Lagerlogistik?

Über eine duale Ausbildung von drei Jahren im Betrieb und in der Berufsschule. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife ein. Wer die zweijährige Ausbildung zur Fachlagerist abgeschlossen hat, kann im dritten Jahr aufsatteln.

Der Quereinstieg ist verbreitet. Viele beginnen als Lagerhelfer oder über Zeitarbeit, erwerben den Staplerschein und arbeiten sich ein. Die Kammern bieten eine Externenprüfung an, wenn genügend Berufspraxis nachgewiesen wird. Damit lässt sich der Abschluss ohne klassische Ausbildung nachholen, was sich in der Bezahlung deutlich bemerkbar macht.

Was der Beruf verlangt

Körperlich ist die Arbeit fordernd. Stehen und Gehen über die gesamte Schicht, Heben und Tragen, Zugluft an den Toren, im Tiefkühllager Minusgrade, in Hallen ohne Klimatisierung im Sommer erhebliche Hitze. Rücken und Knie sind auf Dauer belastet.

Schichtbetrieb ist die Regel, in Handel und Kontraktlogistik oft im Zwei- oder Dreischichtsystem, teils mit Samstagsarbeit. Vor Feiertagen und im Weihnachtsgeschäft steigt der Druck spürbar, Leistungsvorgaben pro Stunde sind in großen Distributionszentren üblich und werden digital erfasst.

Gefragt sind Sorgfalt und Konzentration auch bei Routine, denn ein falsch gebuchter Artikel bringt den Bestand durcheinander, ein schlecht gesicherter Stapel gefährdet Menschen. Wer mit Stapler fährt, trägt Verantwortung im laufenden Betrieb zwischen Fußgängern.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in vielen Regionen höher als das Angebot, getragen von Onlinehandel, Industrie und Kontraktlogistik. Automatisierung verändert die Arbeit: In Hochregallagern und automatisierten Kommissionierstrecken verschiebt sich der Anteil vom Tragen zum Überwachen und Störungsbeheben, einfache Helfertätigkeiten fallen dagegen weg. Der Abschluss schützt hier.

Weiter geht es über den Logistikmeister, den Fachwirt für Logistiksysteme oder den Betriebswirt, danach über Schichtleitung und Lagerleitung. Spezialisierungen wie Gefahrgutbeauftragter, Zollsachbearbeitung oder Disposition eröffnen zusätzliche Wege, ebenso ein späteres Studium der Logistik über die Aufstiegsfortbildung.

Aufgaben

  • Wareneingänge annehmen, prüfen und im System buchen
  • Güter sachgerecht einlagern und Bestände pflegen
  • Aufträge kommissionieren und versandfertig verpacken
  • Flurförderzeuge wie Gabelstapler und Elektroameise bedienen
  • Ladung sichern und Versandpapiere erstellen
  • Inventuren durchführen und Bestandsdifferenzen klären
  • Touren und Lagerplätze planen sowie Kennzahlen auswerten
  • Reklamationen und Retouren bearbeiten

Voraussetzungen

  • Hauptschulabschluss oder mittlere Reife, formal kein Abschluss vorgeschrieben
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben, Tragen und Stehen über die Schicht
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit, teils auch samstags
  • Staplerschein, meist im Betrieb erworben
  • Sorgfalt und Zahlenverständnis für Bestände und Mengen
  • Grundkenntnisse in Lagersoftware und Umgang mit Scannern
  • Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit im laufenden Betrieb

Wo man arbeitet

  • Distributionszentren des Handels und Versandhandels
  • Speditionen und Logistikdienstleister
  • Industriebetriebe mit eigenem Werkslager
  • Großhandel und Baustoffhandel
  • Kühl- und Tiefkühllager
  • Krankenhäuser und Behörden mit Zentrallager

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik im Betrieb und in der Berufsschule, abgeschlossen mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Wer die zweijährige Ausbildung zur Fachlagerist absolviert hat, kann ein drittes Jahr anhängen. Mit ausreichender Berufspraxis ist der Abschluss auch über eine Externenprüfung möglich.

Offene Stellen als Fachkraft für Lagerlogistik

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