Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung
Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung organisieren den Transport von Waren per Lkw, Schiff, Bahn oder Flugzeug. Sie kalkulieren Preise, buchen Frachtraum, erstellen Zoll- und Transportpapiere und betreuen Kunden von der Anfrage bis zur Zustellung.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.800 € | 3.200 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.500 € | 4.100 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.500 € | 5.800 € | 54.000 € |
Ein Teil der Speditionen zahlt nach den regionalen Tarifverträgen für das Speditions-, Logistik- und Verkehrsgewerbe, viele mittelständische Betriebe verhandeln jedoch frei. Große internationale Dienstleister, Luft- und Seefracht sowie Zollspezialisierung liegen deutlich über kleinen Landverkehrsbetrieben; Nachtschicht- und Wochenendzulagen kommen in der Disposition häufig hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung?
Im Zentrum steht die Frage, wie eine Sendung möglichst günstig, schnell und zuverlässig von A nach B kommt. Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung nehmen Anfragen von Kunden entgegen, prüfen Gewicht, Maße und Ladungsart, kalkulieren Frachtpreise und geben Angebote ab. Kommt der Auftrag, suchen sie Frachtraum: einen Lkw beim Frachtführer, einen Container beim Reeder, Laderaum beim Flughandling-Agenten. Sie disponieren Touren, informieren Fahrer, erstellen Frachtbriefe, CMR-Papiere, Zollanmeldungen über ATLAS und Gefahrgutdokumente.
Ein großer Teil des Tages besteht aus Kommunikation: Telefon, E-Mail, Transportmanagementsystem. Wenn eine Sendung im Stau steht, der Zoll eine Ware festhält oder Ware beschädigt ankommt, müssen sie umdisponieren und Kunden informieren. Dazu kommen Abrechnung, Prüfung von Eingangsrechnungen der Frachtführer, Reklamationsbearbeitung und Schadensfälle mit Versicherungen. Je nach Abteilung liegt der Schwerpunkt auf Landverkehr, Seefracht, Luftfracht, Lagerlogistik oder Zollabwicklung.
Wie wird man Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, abgeschlossen mit der IHK-Prüfung. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; die meisten Betriebe stellen Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Abitur ein. Wichtig sind Englisch, Rechnen und ein sicherer Umgang mit Tabellen und Software. Die Ausbildung kann bei guten Leistungen auf zweieinhalb Jahre verkürzt werden.
Quereinstieg ist in der Branche verbreitet, vor allem in der Disposition und im Lagerbereich. Wer aus dem Fahrdienst, aus dem Lager oder aus einem anderen kaufmännischen Beruf kommt, arbeitet sich oft über die Praxis ein. Für Aufstieg und höhere Gehälter helfen Weiterbildungen zum Fachwirt für Logistiksysteme, zum Verkehrsfachwirt oder ein Studium in Logistik und Supply Chain Management.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist getrieben von Terminen und Störungen. Wer Anrufe schlecht erträgt, mehrere Aufträge nicht gleichzeitig im Kopf halten kann oder bei Druck den Überblick verliert, wird sich schwertun. Vor Feiertagen, zum Quartalsende und in der Hochsaison vor Weihnachten sind Überstunden normal. In der Disposition beginnt der Tag oft vor sieben Uhr, im internationalen Geschäft gibt es Schichten wegen anderer Zeitzonen, in Kurier- und Expressbetrieben auch Wochenenddienste.
Fehler kosten Geld: eine falsche Zolltarifnummer, eine vergessene Gefahrgutkennzeichnung, ein nicht gebuchter Slot. Entsprechend genau muss gearbeitet werden. Gleichzeitig ist der Ton in der Branche direkt, Kunden und Frachtführer verhandeln hart. Ausgleich bietet ein Beruf, in dem am Abend sichtbar ist, was erreicht wurde.
Aussichten
Speditionen und Logistikdienstleister suchen dauerhaft Personal, in Ballungsräumen und an Verkehrsknotenpunkten wie Hamburg, Duisburg, Frankfurt und Bremen besonders. Wer die Ausbildung abschließt, findet in der Regel schnell eine Stelle. Digitalisierung verändert die Tätigkeit: Routineabwicklung wird automatisiert, gefragt bleiben Kalkulation, Verhandlung und Problemlösung. Entwicklungswege führen in die Teamleitung einer Abteilung, in den Vertrieb, in das Zollwesen als Spezialistin oder in das Supply-Chain-Management verladender Unternehmen. Spezialkenntnisse in Gefahrgut, Luftfracht-Sicherheit oder Zollrecht sind ein verlässlicher Vorteil.
Aufgaben
- Frachtanfragen prüfen und Transportpreise kalkulieren
- Frachtraum bei Frachtführern, Reedereien und Airlines buchen
- Touren disponieren und Sendungen nachverfolgen
- Fracht-, Zoll- und Gefahrgutpapiere erstellen
- Kunden über Laufzeiten, Verzögerungen und Kosten informieren
- Eingangsrechnungen prüfen und Aufträge abrechnen
- Schäden und Reklamationen mit Versicherern klären
- Lager- und Umschlagsprozesse mit Kollegen abstimmen
Voraussetzungen
- mittlerer Schulabschluss oder Abitur, formal kein Abschluss vorgeschrieben
- Englisch in Wort und Schrift, weitere Sprachen hilfreich
- sicheres Rechnen für Kalkulation und Frachtabrechnung
- Organisationstalent und Belastbarkeit bei Termindruck
- Genauigkeit bei Dokumenten, Zoll- und Gefahrgutvorschriften
- Kommunikationsstärke am Telefon und Verhandlungsbereitschaft
- Grundkenntnisse in Office-Software, Einarbeitung in Transportmanagementsysteme
Wo man arbeitet
- Speditionen und Transportunternehmen
- internationale Logistikdienstleister
- Kurier-, Express- und Paketdienste
- Hafen- und Flughafenumschlagbetriebe
- Logistikabteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
- Zollagenturen und Verzollungsdienstleister
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist die dreijährige duale Berufsausbildung in einer Spedition oder bei einem Logistikdienstleister mit Berufsschulunterricht und Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich. Danach führen Weiterbildungen zum Fachwirt für Logistiksysteme, zum Verkehrsfachwirt oder ein Logistikstudium weiter.
Offene Stellen als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung
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